Teil 2: Die Top-Picks der vergangenen 25 Jahre

Von: Dmitrij Karle

Derrick RoseIm zweiten Teil der NBA-Blog-Reihe zu den besten Nummer 1 Draft-Picks der vergangenen 25 Jahre werden die Ränge 15 bis 6 vorgestellt. Tragische Karrieren, enttäuschte Hoffnungen und geborene Stars geben sich auch hier die Klinke in die Hand. Mit Derrick Rose (Foto) ist zudem der Top-Rookie des vorvergangenen Jahres vertreten. Ansonsten wird das Ranking von Big-Men dominiert. (mehr…)

15. Kenyon Martin, PF (2000)

Statistiken: 602 Spiele, 13,9 Punkte, 7,3 Rebounds
College: Cincinnati
NBA-Teams: Nets, Nuggets
Bester Spieler im Draft: Kenyon Martin

Kenyon MartinDer Draft 2000 ist wohl einer der schwächsten Rookie-Jahrgänge in der Geschichte der NBA. Martin war der einzige Spieler in diesem Sommer, der alle Chancen hatte, sich in einen Akteur vom Kaliber eines All-Stars zu verwandeln. Er ist einer der physischsten und härtesten Spieler in der NBA. Negative Schlagzeilen produzierte Martin, als er sich über die Nierenerkrankung von Alonzo Mourning lustig machte. Auch auf dem Feld ist er ein geübter Trash-Talker. Nichtsdestotrotz half er gleich zwei Titelaspiranten mit seinem Können. In New Jersey bei den Nets erreichte er zusammen mit Jason Kidd und Richard Jefferson gleich zweimal die NBA-Finals. Beide Male ging die Serie um die Meisterschaft jedoch verloren (gegen Los Angeles und San Antonio). Aktuell spielt Martin an der Seite von Superstar Carmelo Anthony und Point-Guard-Veteran Chauncey Billups bei den Denver Nuggets. Er wird nie der beste Spieler seines Teams werden, was man von einem Top-Draft-Pick eigentlich erwarten könnte. Doch Martins Einsatz in der Verteidigung ist für jede Mannschaft unentbehrlich.

14. Brad Daugherty, C (1986)

Statistiken: 548 Spiele, 19,0 Punkte, 9,5 Rebounds
College: North Carolina
NBA-Teams: Cavaliers
Bester Spieler im Draft: Brad Daugherty, Dennis Rodman (Pick #27)

Brad DaughertyBrad Daugherty spielte acht Jahre lang bei den Cleveland Cavaliers, und zwar recht erfolgreich. Im Schnitt legte der Center All-Star-Statistiken aufs Parkett und wurde deshalb auch fünfmal ins All-Star-Team berufen. Daugherty erzielte in seiner Karriere die meisten Punkte in der Geschichte der Cavs, bis eines Tages ein gewisser LeBron James diesen Rekord brechen konnte. Daugherty ist auch der zweitbeste Rebounder der Franchise aus dem Bundesstaat Ohio, nach Zydrunas Ilgauskas. Im Alter von 28 Jahren musste der North Carolina Absolvent seine Karriere frühzeitig beenden (Rückenprobleme). Seine Trickotnummer 43 wird seit 1997 in Cleveland nicht mehr vergeben. Momentan arbeitet Daugherty als NASCAR Analytiker bei dem Sportsender ESPN.

13. Derrick Rose, PG (2008)

Statistiken: 141 Spiele, 18,3 Punkte, 6,0 Assists
College: Memphis
NBA-Teams: Bulls
Bester Spieler im Draft: Derrick Rose

Derrick RoseMit nur 21 Jahren kann Derrick Rose bereits drei Playoff-Siege, eine unglaubliche Playoff-Performance und eine All-Star-Nominierung vorweisen. Michael Beasley gegen Derrick Rose: dieser Wettkampf ist längst entschieden. Und zwar zu Gunsten von Rose. An seinen Führungsqualitäten und dem Wurf von außen muss Rose noch arbeiten. In ein paar Jahren aber wir der hyperathletische Point-Guard mit hoher Wahrscheinlichkeit unter den besten Nummer 1 Draft-Picks der vergangenen 25 Jahre stehen.

12. Glenn Robinson, SF (1994)

Statistiken: 688 Spiele, 20,7 Punkte, 6,1 Rebounds
College: Purdue
NBA-Teams: Bucks, Hawks, 76ers, Spurs
Bester Spieler im Draft: Jason Kidd (Pick #2)

Glenn RobinsonVon den Bucks an erster Stelle gezogen, legte das Management Milwaukees Glenn Robinson zu Anfang seiner Rookie-Saison einen Zehnjahres-Vertrag in Höhe von 68 Millionen US-Dollar zur Unterschrift vor. Bis zum heutigen Tage die höchste Gage für einen Liganeuling. In seiner ersten Spielzeit führte Robinson alle Rookies im Scoring an (21,9 Punkte). Für die „Rookie-of-the-Year”-Auszeichnung reichte es allerdings nicht. Grant Hill und Jason Kidd teilten sich damals diese Ehrung. In seinen Jahren in Milwaukee erzielte Robinson bis auf eine Ausnahme (1998/1999 mit 18,4 Zählern) immer mindestens 20 Punkte pro Partie. Zweimal in Folge wurde er zudem ins All-Star-Team berufen (2000, 2001). Im Jahr 2005 gewann er mit den San Antonio Spurs die Meisterschaft und beendete im Anschluss seine Karriere.

11. Larry Johnson, SF/PF (1991)

Statistiken: 707 Spiele, 16,2 Punkte, 7,5 Rebounds
College: UNLV
NBA-Teams: Hornets, Knicks
Bester Spieler im Draft: Dikembe Mutombo (Pick #4)

Larry JohnsonOhne Frage war Larry Johnson einer der talentiertesten Spieler in diesem Draftjahrgang und ein prägender Akteur seiner Zeit. Ihm gelang es, stets äußerst solide Zahlen aufs Parkett zu legen. Doch in seinen einzigen NBA-Finals mit den New York Knicks konnte Johnson in keinster Weise überzeugen. Bill Walton kommentierte seine Darstellung als eine „Schande für den Basketball”. Nach zehn Jahren NBA und zwei All-Star-Nominierungen beendete Johnson seine Karriere.

10. Elton Brand, PF (1999)

Statistiken: 697 Spiele, 19,5 Punkte, 9,9 Rebounds
College: Duke
NBA Teams: Bulls, Clippers, 76ers
Bester Spieler im Draft: Elton Brand

Elton BrandDer 99er NBA-Draft war mit viel Talent gesegnet. Aber es gab wohl keinen einzigen Spieler, der eine Mannschaft über einen längeren Zeitraum hätte tragen können. Shawn Marion, Jason Terry, Ron Artest, Lamar Odom, Manu Ginobili oder Andrei Kirilenko - all diese Athleten verfügen über vielseitige Qualitäten, zum echten Superstar reichte es jedoch bei keinem. Auch nicht bei Elton Brand. Zwar schlug er in Chicago ein wie eine Bombe, konnte in seinen ersten beiden Jahren mindestens 20 Punkte und zehn Rebounds im Schnitt vorweisen und wurde zusammen mit Steve Francis von den Rockets zum „Rookie of the Year” gewählt, doch die Bulls wurden deswegen noch lange kein gutes Team. Brand war mit der Situation in Chicago unzufrieden. Nach dem Trade im Jahr 2001 zu den Los Angeles Clippers machte er da weiter, wo er in Chicago aufgehört hatte: Als Double-Double-Maschine. Direkt in seinem ersten Jahr in L.A. wurde Brand zum All-Star nominiert. Während der Saison 2005/2006 absolvierte er seine statistisch beste Spielzeit und hievte die Clippers in die zweite Runde der NBA-Playoffs. Mit 47 Siegen und 35 Niederlagen war es mit Abstand die beste Saison in der Geschichte des „anderen Teams” aus L.A.. Im Laufe der letzten drei Jahre hatte Brand allerdings oft mit Verletzungen zu kämpfen. Nach seinem Wechsel zu den Sixers (Fünf-Jahresvertrag) zog sich Brand eine schwere Schulterverletzung zu und musste lange Zeit pausieren. Böse Zungen behaupten weiterhin, dass im schnellen System der Sixers Brands Stärken kaum zur Geltung kommen. In der Tat fühlt sich der 30 Jährige nicht wohl. Seine Statistiken waren noch nie schlecht wie in Philadelphia. Ob Brand an seine Glanzzeiten aus Los Angeles und Chicago anknüpfen kann, bleibt ungewiss. Und mit 30 Jahren ist der bullige Power-Forward nicht mehr der Jüngste.

9. Yao Ming, C (2002)

Statistiken: 481 Spiele, 19,1 Punkte, 9,3 Rebounds
College: China
NBA Teams: Rockets
Bester Spieler im Draft: Yao Ming, Amare Stoudemire (Pick #9), Carlos Boozer (#34)

Yao MingYao Ming, der 2,26-Meter-Riese aus China, ist seit der Spielzeit 2005/2006 ein laufendes Verletzungsrisiko. In seinen ersten drei Jahren verpasste Yao zur Freude aller Rockets Fans nur zwei Spiele. Doch danach ging es mit seiner Gesundheit bergab. In den nächsten drei Jahren musste der siebenmalige All-Star sage und schreibe 86 Spiele pausieren. Ein gebrochener Fuß zwang ihn, die laufende Saison komplett auszusetzen. Dennoch: Yao ist in gesundem Zustand einer der besten Center der Liga. Es kommt nicht selten vor, dass ihn zwei, manchmal auch drei gegnerische Verteidiger decken müssen. Coaches entwickelten speziell nur für Yao Verteidigungssysteme. Seine „weichen” Hände erlauben es ihm, Mitspieler mit genialen Pässen zu finden und Würfe mit einer hohen Quote zu verwandeln.

8. Chris Webber, PF (1993)

Statistiken: 831 Spiele, 20,7 Punkte, 9,8 Rebounds
College: Michigan
NBA-Teams: Warriors (2x), Wizards, Kings, 76ers, Pistons
Bester Spieler im Draft: Chris Webber

Chris WebberChris Webber, dessen Trickotnummer 4 von den Sacramento Kings nicht mehr vergeben wird, hatte das komplette Paket an Fertigkeiten im Angebot. Sei es seinen Gegner mit einem schnellen Dribbling zu schlagen, per Jumper abzuschließen, die Bretter zu dominieren oder seine Nebenleute in Szene zu setzen . All dies machte lange Zeit die Stärken des inzwischen 37-jährigen NBA-Rentners aus. In wichtigen Spielen jedoch war davon nicht mehr allzu viel zu sehen. Von einigen Fans und Experten wurde Webber gar als „verflucht” bezeichnet, weil er keine großen Spiele gewinnen konnte. Auch nicht die Western-Conference-Finals aus dem Jahre 2002 gegen die Los Angeles Lakers. Zwar konnte Webber von den Statistiken her immer glänzen, doch Zahlen reichen alleine nicht aus. Und somit beendete er 2008 seine Karriere, ohne je auch nur in der Nähe einer gewonnenen Meisterschaft gewesen zu sein.

7. Dwight Howard, C (2004)

Statistiken: 468 Spiele, 17,4 Punkte, 12,6 Rebounds
College: -
NBA-Teams: Magic
Bester Spieler im Draft: Dwight Howard

Dwight HowardEinige Experten hatten im Sommer 2004 behauptet, Emeka Okafor wäre die bessere Wahl vor Dwight Howard gewesen. Welch Irrtum. Howard ist inzwischen mit Abstand der beste Spieler seines Jahrgangs. Während er die Orlando Magic in die NBA-Finals 2009 führte, war Okafor damit beschäftigt, sein Spiel im Sommer relativ erfolglos zu verbessern. Howard dagegen, mit nur 24 Lenzen, hat sein enormes Potenzial immer noch nicht ausgeschöpft. Er gehört aktuell wohl zu den fünf besten Spielern der NBA. Zwar ist sein Post-Up-Game, das in letzter Zeit den dringend benötigten Feinschliff von Center-Legende Patrick Ewing erhielt, noch immer nicht ganz ausgereift. Auch der Freiwurf lässt noch zu wünschen übrig. Doch Howard ist schon jetzt ein Spieler, der, ähnlich wie LeBron James, in seiner eigenen Liga spielt.

6. Patrick Ewing, C (1985)

Statistiken: 1183 Spiele, 21,0 Punkte, 9,8 Rebounds
College: Georgetown
NBA-Teams: Knicks, Sonics, Magic
Bester Spieler im Draft: Patrick Ewing, Karl Malone (Pick #13)

Patrick EwingDie Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Patrick Ewing tat alles, was man von einem Nummer 1 Pick erwarten konnte. Nur Eines blieb ihm stets verwehrt: die Meisterschaft. Ewing hielt sich aus dem Rampenlicht, als Hakeem Olajuwon und Michael Jordan die Neunziger dominierten. Und ähnlich wie Chris Webber konnte man sich auf Ewing in entscheidenen Phasen eines Spiels nicht immer verlassen. Ein Highlight seiner Karriere war es, als er mit einer Knöchelverletzung 27 Zähler verbuchte und seine Knicks vor dem Ausscheiden aus den Conference-Finals 1992 bewahrte

Morgen: Die Ränge 5 bis 1

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(Photo by Keith Allison | License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

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8 Kommentare zu „Teil 2: Die Top-Picks der vergangenen 25 Jahre“

  1. Domi sagt:

    zum draft 2000: der beste spieler des drafts war pau gasol, immerhin wurde er ja auch rookie of the year. zu martin müsste man eigentlich noch sagen dass er 2 knie op’s hatte und deswegen kein allstar niveau halten konnte - dennoch gibt es keinen spieler der nach 2 op’s es wieder zurück geschafft hat und noch so explosiv und mit vollem einsatz spielt.

  2. David Lorenz sagt:

    Pau Gasol wurde im Sommer 2001 gedrafted. ROY wurde er 2001/2002. Der Rookie of the Year 2000/2001 war Mike Miller, damals bei den Orlando Magic.

    Das mit den OP’s ist allerdings ein triftiger Grund.

  3. Dominik sagt:

    @Domi: Hoffentlich schafft es Oden ;)

  4. Dima Karle sagt:

    Martin ist in meinen Augen zu limitiert in der Offensive, als hätte er ein Team tragen können.

  5. Sören sagt:

    Yao hat in meinen Augen nie überzeugt. Er ist halt 2,29 groß - und nur verletzt.
    Das ist sein großes Problem. Ich denke er wird nicht mehr zurück kommen. Und wenn, dann wird er so 15 Punkte und 7 Rebounds auflegen.

  6. Dima Karle sagt:

    Naja, da gab es schon einige Spielzeiten, und vor allem Playoffs, wo Yao ordentlich was gerissen hat.
    Und man sollte die Größe nicht überbewerten. Versucht euch mal als Riese recht schnell und athletisch auf dem Feld zu bewegen. Ist wirklich nicht ganz einfach. Und Yao gehört zu der Sorte, die es wirklich drauf haben. Vor allem sein Wurf. Da können einige Guard nur von träumen.
    Natürlich haben ihn diese lästigen Verletzungen sehr stark limitiert. Vor allem in den letzten Jahren.
    Ob er sich je davon erholen wird, ist schwer zu beurteilen. Denn die Angst spielt immer mit, wenn man so oft verletzt ist wie Yao.

  7. Dmitrij Karle sagt:

    Apropos Martin: Keine guten Neuigkeiten für Nuggets Fans!
    http://sports.yahoo.com/nba/news;_ylt=AgwKfvj59jKXIKAWVEGqAuq8vLYF?slug=mc-martinnuggets030510&prov=yhoo&type=lgns

    Anscheinend ein Kreuzbandriss in der linken Kniescheibe…

  8. David Lorenz sagt:

    Obwohl ich ihn nicht mag: das hat er nicht verdient. Mal sehen, wie und ob die Nuggets das kompensieren können.

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