Boston nimmt Fahrt auf

Von: Dmitrij Karle

Boston CelticsDie Boston Celtics sind das Team der Stunde in der NBA. Mit 11 Siegen am Stück hält die Mannschaft aus „Beantown“ die aktuell längste Erfolgsserie der Liga inne. Mit einer Bilanz von 20 Siegen bei lediglich vier Niederlagen führt Boston zudem die Tabelle der Eastern-Conference so wie die der gesamten NBA an. Doch was sind die Gründe für den aktuellen Höhenflug der „C’s“? Der NBA-Blog hat sich auf die Suche nach Antworten begeben. (mehr…)

Monat für Monat kamen Stimmen auf, die Boston Celtics wären zu alt, zu schwach und von Verletzungen geplagt. Kevin Garnett sei noch lange nicht bei 100 Prozent und Ray Allen soll an Schnelligkeit eingebüßt haben, da er mit seinen 34 Jahren nun zum alten Eisen in der NBA gehöre. Die Verteidigung, das Markenzeichen der Grünen, sei zudem nicht auf dem Stand vom Meisterschaftsjahr 2008.

Doch offensichtlich nahm das Gerede in Boston kaum jemand wahr. Paul Pierce, Topscorer der Mannschaft (18,0 Punkte pro Partie), gab vor der Saison laute Töne von sich. Seiner Meinung nach wären die Celtics die Mannschaft, die es auf dem Weg zur Meisterschaft zu schlagen gilt. Zwar gewannen die Los Angeles Lakers um Kobe Bryant in der letzten NBA-Saison den Titel, doch Boston, so Pierce, konnte in den vergangenen Playoffs nicht die volle Schlagkraft entwickeln, da Teamleader Kevin Garnett aufgrund einer Verletzung ausfiel.

Selbstbewusste Worte, die jedoch viel Wahrheit beinhalten. Boston legte in dieser Saison bis dato eine grandiose Perfomance aufs Parkett. Zunächst sah es jedoch danach aus, als würden die Celtics eher stotternd in die Saison starten. Frühe Niederlagen gegen Indiana und Atlanta lieferten den Nährboden für die Kritiker. Das Rebounding zählte zur wichtigster Schwachstelle der Mannschaft. Doch anscheinend konnte man diese und einige andere Problemzonen ausbessern. Denn in den letzten 11 Partien gingen die Celtics jedes Mal als Sieger vom Platz. Bemerkenswert auch, dass während dieser Siegesserie Boston acht Mal in fremden Hallen antreten musste.

Die oft kritisierte Verteidigung wurde zunehmend besser. Man belegt zurzeit den ersten Rang in der Defensive-Efficiency-Statistik (erlaubte Punkte pro 100 gegnerischer Ballbesitze). Die nun gefürchtete Verteidigung der Celtics spiegelt sich auch in der besten Auswärtsbilanz der Liga wieder (12 Siege, eine Niederlage). Und dabei hat man ganze sieben Auswärtspartien mehr bestritten als die Los Angeles Lakers (Auswärtsbilanz 4:2). Wenn das Spiel, vor allem außerhalb der eigenen vier Wände, auf Messers schneide steht, ist eine knallharte Verteidigung von enormer Bedeutung.

Aktuell mit 15,3 Punkten und 7,5 Rebounds pro Partie: Kevin Garnett

Aktuell mit 15,3 Punkten und 7,5 Rebounds pro Partie: Kevin Garnett

Spielerisch gesehen musste Boston ohne Frage kürzer treten. Shooting-Guard Ray Allen ist in der Tat nicht mehr der schnellste und hat des Öfteren Schwierigkeiten, seinen Gegenspieler vor sich zu halten. Der NBA-Veteran absolviert inzwischen seine 14 NBA Saison. Eine lange Zeit, die Spuren hinterlassen hat. Doch wo Allen seine Nachteile hat, gleicht die Aufbauhoffnung der Celtics, Rajon Rondo, diese wieder aus. Der erst 23-Jährige verfügt über das komplette Paket an Fertigkeiten, die schon sehr ausgereift zu sein scheinen. Luft nach oben gibt es weiterhin bei seinem Wurf aus der Distanz. Seine Schnelligkeit erlaubt es ihm jedoch, für sich und seine Mannschaftskameraden offene Wurfmöglichkeiten zu kreieren. Mit 9,5 Vorlagen pro Spiel ist Rondo aktuell der viertbeste Ballverteiler der NBA.

Die Rückkehr von Kevin Garnett hat der Mannschaft das nötige Selbstvertrauen in der Verteidigung eingeimpft. „KG“ arbeitet hart auf dem Feld und seine Mitspieler ziehen am selben Strang. Er ist der unangefochtene Leader der Celtics.

In der Offseason verstärkte man sich außerdem mit Rasheed Wallace und Marquis Daniels. Mit Wallace hat man nun einen Spieler in den eigenen Reihen, der sich sowohl in der Zone als auch am Perimeter wohl fühlt. Sein Dreipunktwurf wird oft unterschätzt und schafft zusätzliche Räume in der Zone für Garnett und Center Kendrick Perkins. Letzterer konnte seinen Punkteschnitt um 3,5 Zähler im Vergleich zur Vorsaison steigern (auf 12,0 Zähler pro Partie). Wallace hat sich darüber hinaus nahtlos in das Mannschaftsleben eingefügt. Ob von der Bank oder als Starter, der Power-Forward erledigt seinen Job ohne Murren. Auf dem Platz ist er mit Leib und Seele dabei. Es sei Wallace verziehen, dass seine Art bei den Schiedsrichtern nicht immer auf Gegenliebe stößt (sprich, Technische Fouls).

Doch genug der Worte. Die beste Bilanz der NBA (20:4) spricht Bände über dieses Team. Sind die Celtics auf dem Weg, innerhalb von drei Jahren ihre zweite Meisterschaft zu gewinnen? Die Richtung stimmt jedenfalls schon mal.

(Photos by Lorianne DiSabatoKeith Allison | License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

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