Nicht bereit für die NBA? Wer, Jennings?!

Von: Dmitrij Karle

Brandon Jennings, Rookie-Point-Guard der Milwaukee Bucks, macht momentan die ganze Basketballwelt auf sich aufmerksam. In seinen ersten beiden Auftritten auf der großen Showbühne der NBA überzeugte der erst 20-jährige Aufbauspieler, der die letzte Saison in Italien verbrachte, auf ganzer Linie. In seinem NBA-Debüt am vergangenen Freitag schrammte Jennings nur knapp an einem Triple-Double vorbei. Grund genug, den Rookie der Bucks etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. (mehr…)

Brandon JenningsEs lag durchaus im Bereich des Möglichen. Brandon Jennings (Foto) wäre beinahe zum zweiten Rookie in der Geschichte der NBA geworden, dem in seinem Liga-Debüt ein Triple-Double gelang (bei Milwaukees 86-99-Niederlage gegen die Philadelphia 76ers verbuchte Jennings 17 Punkte, neun Rebounds und neun Vorlagen). Oscar Robertson erzielte in seiner ersten NBA-Begegnung am 19. Oktober 1960 zweistellige Werte in drei verschiedenen Kategorien. Mit insgesamt 181 Triple-Doubles führt Robertson diese Statistik bis heute an. Zum Vergleich: Ein gewisser Michael Jordan verbuchte „nur“ 28 Triple-Doubles während seiner gesamten NBA-Karriere.

Aber zurück zur Gegenwart. Jennings erweckte erneut Aufsehen, als er einen Tag nach seinem gelungenen Debüt als Profi die Detroit Pistons mit 16 Zählern im dritten Spielabschnitt fast im Alleingang auseinander nahm. John Kuester, Headcoach der Pistons, äußerste sich mit viel Respekt über den nur 1,85 Meter kleinen Point-Guard der Bucks. „Er ist ein Spieler, der nicht nur für sich Wurfmöglichkeiten kreieren kann“, so Kuester. „Jennings ist ein hervorragender Athlet, der mit einem unglaublichen Selbstbewusstsein agiert.“

Derrick RoseIn seinen ersten beiden Spielen lieferte der Gelobte im Schnitt 20,5 Punkte, 5,5 Rebounds und 6,0 Vorlagen pro Partie ab. Und nun, da Teamstar Michael Redd für voraussichtlich zwei Wochen verletzt ausfallen wird (Knie), sollte Jennings noch mehr in die Verantwortung gezogen werden. Schon heute reisen er und sein Team nach Chicago, um gegen den letztjährigen „Rookie des Jahres“, Derrick Rose (Foto), und die Bulls anzutreten. Rose spielt momentan aufgrund einer Knöchelverletzung noch unter seinen Möglichkeiten. Nichtsdestotrotz könnte dieses Spiel zum Wegweiser für die Zukunft von Jennings werden.

Bucks-Headcoach Scott Skiles lobte derweil seinen Spielgestalter für den erfolgreichen Start in die Saison. „Es war das beste Rookie-Debüt, das ich je erlebt habe“, kommentierte Skiles die Leistung seines Schützlings.

Jennings wurde im diesjährigen Draft an zehnter Stelle von Milwaukee gezogen. Drei weitere potenzielle Durchstarter auf der Position des Point-Guards wurden vor ihm gedraftet. So entschieden sich die Minnesota Timberwolves für den Spanier Ricky Rubio (an fünfter Stelle) und bezahlten dafür einen hohen Preis. Die Seifenoper rund um Rubio und den vorerst geplatzten Wechsel zu den Wölfe ist noch frisch im Gedächtnis.

Jonny FlynnMinnesota konnte einiges wiedergutmachen, da man einen weiteren Pick (an sechster Stelle) zur Verfügung hatte. Hier machte das Management der T-Wolves wenig falsch und holte sich den Star der Syracuse University, Jonny Flynn (Foto). An siebter Stelle verpflichteten die Golden State Warriors den Highscorer Stephen Curry, der eher in die Schublade „zu klein geratener Shooting-Guard“ passt.

Flynn erzielte in den ersten beiden Spielen 18 und 17 Punkte und konnte seiner Mannschaft zu einem Sieg über die New Jersey Nets verhelfen. Curry bekam in seinem NBA-Debüt Starterminuten und kam in der Niederlage gegen die Houston Rockets auf solide 14 Punkte und sieben Assists. Lehrgeld musste er hingegen gegen die Phoenix Suns am vergangenen Samstag zahlen, als Veteran Steve Nash 18 Punkte und 20 Assists gegen Curry gelangen

Selbstverständlich wird auch Brandon Jennings seine Tiefen haben. Es führt kein Weg daran vorbei. Dazu gibt es in der NBA zu viele, zu gute und vor allem zu erfahrene Spieler auf der Eins, die Jennings an seine Grenzen bringen werden. Doch das „Rookie-of-the-Year“-Rennen ist um einen sicheren Kandidaten reicher geworden.

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7 Kommentare zu „Nicht bereit für die NBA? Wer, Jennings?!“

  1. Dmitrij Karle sagt:

    Bucks 81, Bulls 83

    Jennings: 25 Punkte, 4 Assists, 2 Steals, 2 Turnovers
    Rose: 16 Punkte, 5 Assists, 0 Steals, 5 Turnovers

    War ein nettes Duell zwischen den beiden. 3/4 lang dominierte Jennings, um im letzten Abschnitt vom Gas zu gehen. Rose konnte im letzten Viertel besser abschneiden. Nichtsdestotrotz hat Jennings wieder einmal eine gute Performance abgeliefert.

  2. Arndt sagt:

    hui, ich muss schon sagen, dass ich überrascht bin was jennings betrifft. wohl aber auch deshalb weil ich ihn bisher eher sehr kritisch gesehen habe, vielleicht etwas voreingenommen obgleich seiner off season labereien. Zudem: Wie lässt sich denn abschließend sein Engagement in Europa bewerten? Hab das nicht soo im Blick gehabt, meine mich nur erinnern zu können, dass ja nun auch nicht ganz so eingeschlagen hat wie erhofft.
    Gerade deshalb überrascht es mich wie es bisher so abgeht in der nba.

  3. Dmitrij Karle sagt:

    Stats 08/09:

    Italien. Liga: 27 Spiele - 17.0mpg - 5.5ppg - 2.3apg + schwache Quoten aus dem Feld
    Euroleague: 16 Spiele - 19.6mpg - 7.6ppg - 1.6apg + schwache Quoten aus dem Feld

    Selbstverständlich unterscheidet sich das Spiel in Europa grundsätzlich. Die Guards haben es dort viel schwerer sich durchzusetzen. Es gibt keine Hand-Checking Regeln, die es den Guards erleichtern ihre Verteidiger abzuschütteln, um in der Nähe des Korbes abzuschließen.
    Und da Jennings nicht gerade eine wuchtigen Körper besitzt, war es für ihn sicherlich nicht einfach es zu bewerkstelligen.
    In der NBA ist es aber nun ganz anders. Jennings kann nach Belieben zum Korb ziehen. Und da er einer der schnellsten Aufbauspieler ist, profitiert er von den Regeln der NBA, die den Guards das Leben einfacher machen.
    Auch die Erfahrung in Europa hat ihm wohl das gewisse etwas eingepflanzt, das einigen Point Guards fehlt und das man auch nicht mit einigen Jahren College aufholen kann.
    Ich denke allg. ist Europa eine lohnenswerte Alternative zum NCAA-Basketball in den USA.

  4. Arndt sagt:

    danke für die infos :-)

  5. Dmitrij Karle sagt:

    Mein Gott, was ist mit Jennings los?
    Gestern 32/4/9 gegen die Nuggets und ist Rookie-Topscorer seiner Mannschaft.
    Ich höre ROY-Stimmen!!!

  6. David Lorenz sagt:

    Jo, der hätte die Auszeichnung zum “Spieler des Tages” heute auch mehr als verdient gehabt. War ne schwere Entscheidung.

  7. Arndt sagt:

    ich staune auch immer noch Bauklötze

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