Von: David Lorenz
In Dallas hat es schon fast Tradition, auf dem Transfermarkt kurz vor Ende der Deadline noch einmal zuzuschlagen. Man erinnere sich nur an den geschichtsträchtigen Spielertausch mit den New Jersey Nets, der im Februar 2008 Jason Kidd für Devin Harris nach Dallas bringen sollte.
So geschah es denn auch vor zehn Tagen, als die Mavericks Caron Butler, Brendan Haywood und DeShawn Stevenson von den Washington Wizards loseisten. Im Gegenzug verließen Josh Howard, Drew Gooden, Quinton Ross und James Singleton die Texas-Metropole.
Nun, fünf absolvierte Begegnungen später, lassen sich die ersten Schlüsse aus dem Spielertausch ziehen. Und diese fallen aus Sicht der Mavericks durchweg positiv aus.
Mit den neu gewonnenen Akteuren an Bord vermochte Dallas zuletzt vier von fünf Partien zu gewinnen, darunter gegen Mannschaften wie die Phoenix Suns oder die Orlando Magic, die in gegnerischer Halle bezwungen werden konnten. Die Neuverpflichtungen lieferten dabei alle eine ordentliche bis gute Figur ab, und dass, obwohl sie bislang an noch keinem einzigen Training der Mannschaft teilnehmen konnten. Aufgrund des engen Spielplans, der den Mavericks fünf Begegnungen in sechs Tagen aufhalste, befand sich das Team durchweg im Flugzeug oder im Hotel. Butler, Haywood und Stevenson wurden also direkt ins kalte Wasser geworfen und lernten die Spielzüge von Headcoach Rick Carlisle via „learning by doing“ und unterwegs aus dem Playbook.
Brendan Haywood fiel der Einstand in die neue Mannschaft am leichtesten. Der 2,13-Meter-Hüne, der schon während seiner zweiten Partie als Maverick in die Erste Fünf rutschte, da sich Erick Dampier einen Finger auskugelte und mindestens noch drei Wochen ausfällt, erfüllte die in ihn gesetzten Erwartungen bislang voll und ganz. In seinen vier Partien als Starter erzielte Haywood im Durchschnitt 12,3 Punkte und 12,3 Rebounds. Beim Sieg über die Indiana Pacers schnappte er sich mit 20 Abprallern so viele Rebounds wie noch nie zuvor in seiner Karriere. In Haywood scheinen die Mavericks endlich den Center gefunden zu haben, den sie eigentlich mit Dampier schon im Jahre 2004 verpflichten wollten: athletisch, reboundstark und zuverlässig beim Punkten am Brett.
Caron Butler hat mir der Umstellung von Washington auf Dallas derweil noch leichte Probleme. Seit er im Trikot der Mavericks aufläuft, konnte er von 73 Würfen aus dem Feld lediglich 27 verwandeln (36,3 Prozent). Dennoch belebte der zweifache All-Star die zuletzt behäbig wirkende Dallas-Offensive ungemein. Zwar muss Butler für die Mavericks auf der Position des Shooting-Guards auflaufen, statt wie gewohnt als Small-Forward, dennoch strahlte er in jedem seiner Einsätze die gewünschte Korbgefahr aus. Butler ist auf der Zwei eine enorme Steigerung im Vergleich zu J.J. Barea oder Rookie Rodrigue Beaubois. Vor allem in der Defensive hat sich seine Verpflichtung bereits bezahlt gemacht. Seit er für Dallas aufläuft, gelang es keiner gegnerischen Mannschaft mehr, die 100-Punkte-Marke zu durchbrechen. Auch die Befürchtung, Butler könne es in der Defensive nicht mit schnelleren und beweglicheren Shooting-Guards aufnehmen, hat sich bislang nicht bestätigt.

Caron Butler, hier noch im Trikot der Wizards, ist vertraglich bis 2011 an Dallas gebunden
Erstaunlich ist derweil die Tatsache, dass sogar DeShawn Stevenson zuletzt einige Minuten Einsatzzeit als Maverick sammeln konnte. Ursprünglich nur als Lückenfüller verpflichtet, um den Trade mit Washington realisieren zu können, stand der Shooting-Gaurd gegen die Indiana Pacers 23 Minuten auf dem Parkett. Somit erhielt Stevenson den Vorzug vor Akteuren wie Barea, Beaubois oder Matt Carroll. Für Coach Carlisle ist der 1,96-Meter-Mann vor allem aufgrund seiner starken Eins-gegen-Eins-Verteidigung wertvoll. Vielleicht packt Stevenson seine Chance in Dallas beim Schopf und überrascht alle Mavericks-Anhänger mit Leistungen, die er zuletzt als Wizard nicht mehr abzuliefern vermochte.
Währenddessen schien sich der Deal mit Dallas auch für Washington bezahlt zu machen. Ohne die etablierten Stars - auch Antawn Jamison spielt mittlerweile woanders - raufte sich die Mannschaft zusammen und entwickelte ein neues Wir-Gefühl. Drei der vergangenen vier Begegnungen konnte das Team aus der Hauptstadt gewinnen. Doch nach der Partie gegen Chicago ereilte die Wizards dann eine Hiobsbotschaft: Josh Howard fällt für den Rest der Saison mit einem Kreuzbandriss aus.
Washington bleibt jetzt nur zu wünschen, dass sie den Schwung der vergangenen Partien mit in die restliche Saison nehmen können und dass der Franchise ein Neuanfang gelingt.
Wie es derweil mit den Mavericks weitergeht, kann heute Nacht beobachtet werden, wenn die Los Angeles Lakers ihre Zelte in Dallas aufschlagen. Für Butler, Haywood und Stevenson ist dies die nächste Gelegenheit, den Blockbuster-Trade der Mavericks zu rechtfertigen. Für Dallas geht es darum, zu beweisen, dass die neu formierte Mannschaft nun zum erweiterten Kreis der Titelaspiranten gehört.
(Photos by Keith Allison | License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)
Schlagworte: Antawn Jamison, Brendan Haywood, Caron Butler, Chicago Bulls, Dallas Mavericks, DeShawn Stevenson, Drew Gooden, Erick Dampier, Indiana Pacers, J.J. Barea, James Singleton, Josh Howard, Los Angeles Lakers, Matt Carroll, New Jersey Nets, Orlando Magic, Phoenix Suns, Quinton Ross, Rick Carlisle, Rodrigue Beaubois, Washington Wizards




Die Mavericks sind wieder da. Nach ihrem Blockbuster-Trade kurz vor Ende der Transferperiode, der Josh Howard, Drew Gooden & Co. für Caron Butler, Brendan Haywood (Foto) und DeShawn Stevenson nach Washington schickte, haben die Texaner zurück in die Erfolgsspur gefunden. Die Neulinge konnten ihr Potenzial bereits andeuten. Vor allem Center Haywood bringt die Mavs ins Schwärmen. 
Sehr, sehr ordentlich!!
Habe momentan, aufgrund von Arbeit, sehr wenig Zeit zum Schreiben übrig.
Aber arbeite gerade an einem Artikel, den ich hoffentlich in ein Paar Tagen beenden kann.
Respekt, dass du die ganze Trade-Deadline Phase sehr gut im Blog niedergeschrieben hast!!
So long, Dima