Von: David Lorenz
Das aktuell heißeste Team in der hart umkämpften Western-Conference sind weder die Los Angeles Lakers noch die Denver Nuggets. Es ist die ewige graue Maus der Liga: die Jazz aus dem Mormonenstaat Utah. Mit aktuell sechs Siegen in Folge weist die Mannschaft die momentan längste Siegesserie des Westens auf. Insgesamt konnte die Truppe aus Salt Lake City neun ihrer vergangenen zehn Partien gewinnen, darunter Erfolge über direkte Konkurrenten wie Dallas, Portland, Phoenix und San Antonio. Mit einer Bilanz von 29 Siegen bei 18 Niederlagen kratzen die Jazz am dritten Rang in der Tabelle des Westens, der momentan noch von den kriselnden Dallas Mavericks (30:18) innegehalten wird.
„Es macht einfach Spaß zuzuschauen, wie unsere Jungs auf dem Spielfeld alles geben“, so Headcoach Jerry Sloan jüngst nach einem Sieg seiner Mannschaft.
Doch wie kam es zu dem bemerkenswerten Umschwung? Während das Team vor wenigen Wochen noch Spiel um Spiel vergeigte und dabei zum Teil haushohe Führungen im letzten Viertel sang- und klanglos abgab, so scheint die Mannschaft mittlerweile gefestigt und selbstbewusster aufzutreten.
Das hat in erster Linie etwas mit den Leistungsträgern der Jazz zu tun. Deron Williams, der nach viereinhalb starken Jahren in der NBA endlich fürs Allstar-Game berücksichtigt wurde, spielt einmal mehr eine herausragende Saison. Im Schatten von Point-Guard-Kollegen Steve Nash und Chris Paul erzielt Williams in der laufenden Saison 19,0 Punkte und 9,7 Assists pro Partie. Bemerkenswert ist dabei vor allem seine Quote aus dem Feld, die mit 49,2 Prozent einen starken Wert für einen Guard aufweist.
Doch Williams war bereits die komplette Saison über so etwas wie die Konstante im Spiel der Jazz, obwohl er bereits fünf Partien verletzungsbedingt aussetzen musste. Der aktuelle Aufschwung der Mannschaft ist deswegen vielleicht am besten an Andrei Kirilenko und Paul Millsap auszumachen. Kirilenko spielt momentan so stark wie seit knapp drei Jahren nicht mehr. Der vielseitige Russe, der 2009/2010 ebenfalls schon für sechs Partien pausieren musste, scheint endgültig seinen Spielwitz vergangener Tage wieder gefunden zu haben. Selten vergeht ein Spieltag, an dem nicht mindestens ein spektakuläres Highlight Kirilenkos über die Bildschirme flimmert. Die Wurfquote von „AK-47“ aus dem Feld ist zudem mit 50,1 Prozent so stark wie erst einmal zuvor in der achtjährigen Karriere des Small-Forwards (2007/2008 mit 50,6 Prozent).
Paul Millsap knüpft derweil an seine starke zweite Saisonhälfte aus der vergangenen Spielzeit an. Der mit 2,03-Metern etwas zu klein geratene Power-Forward füllt die Lücke hinter Starter Carlos Boozer mindestens gleichwertig aus. In den vergangenen drei Partien erzielte Millsap 72 Punkte und 35 Rebounds, was bereits zu Forderungen führte, Millsap künftig starten zu lassen.

Erzielt 2009/2010 mit 19,2 Punkten und 10,7 Rebounds ein Double-Double im Schnitt: Carlos Boozer
Die starken individuellen Leistungen der Jazz-Akteure führten dabei auch zu einer verbesserten Stimmung im Team. So wurde bis vom Kurzen beispielsweise noch geunkt, dass Carlos Boozer nur für seine eigenen Statistiken spiele. Der Vertrag des kantigen Power-Forwards läuft im Sommer aus, einen neuen, hoch dotierten Kontrakt bei einer anderen Mannschaft bekommt er nur, wenn seine Leistungen stimmen. Zudem hieß es immer wieder, Kirilenko würde in Utah lediglich seinen Vertrag absitzen, der ihm in diesem Jahr unglaubliche 16.453.000 Millionen US-Dollar einbringt.
Doch mittlerweile ist davon keine Rede mehr. „Wir haben zur Zeit einfach jede Menge Spaß“ so Deron Williams im Anschluss an einen Sieg über die Dallas Mavericks vom vergangenen Montag. „Das ist der Unterschied. Wir finden gerade heraus, wie wir ein wirklich gutes Team sein können.“
„Ich will einfach nur guten Basketball spielen“, gab derweil Kirilenko zu Protokoll. „Das ist alles was ich will.“
Aus diesem Gesichtspunkt betrachtet dürfte der Russe momentan wunschlos glücklich sein.
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Schlagworte: Andrei Kirilenko, Carlos Boozer, Dallas Mavericks, Denver Nuggets, Deron Williams, Jerry Sloan, Los Angeles Lakers, Paul Millsap, Phoenix Suns, Portland Trail Blazers, San Antonio Spurs, Utah Jazz




Noch vor Jahreswechsel sah es nicht gut aus für die Utah Jazz. Das Team von Coaching-Legende Jerry Sloan trat äußerst unkonstant auf, hatte mit Verletzungsproblemen zu kämpfen und war nicht unter den besten acht Mannschaften der Western-Conference vertreten. Nur einen Monat später hat sich das Erscheinungsbild der Jazz um 180 Grad gewendet. 
Schöner Artikel!
Ein kleiner Flüchtigkeitsfehler bei der Wurfquote von AK-47. Während der Saison 07-08 traf “Kiri” etwas besser aus dem Feld, und zwar 50,6%
Amüsant auch, Kirilenko bleibt auch in der kommenden Saison der Topverdiener der Jazz, mit knapp 18 Mio. US-Dollar.
Jedoch an seine beste Saison 03-04 kann der Russe nicht anknüpfen( 16.5 Punkte, 8.1 Rebounds, 3.1 Assists, 1.9 Steals und 2.8 Blocks)
Danke, ist verbessert.
Das is schonmal gut für Utah, dass sie dieses Jahr wahrscheinlich nicht wieder gegen die Lakers in der 1.Playoffrunde spielen müssen, außer die Jazz stürzen doch noch einmal stark ab in dieser Saison.
Letztes Jahr hatte Utah im Februar und März auch ne lange Win streak mit über 10 gewonnen spielen gehabt und waren recht sicher auf platz 5 oder sowas, die sind dann trotzdem wieder enorm eingebrochen und auf den 8.platz zurückgefallen zum ende der saison.
Naja, ich hoffe sie machen es dieses Jahr besser!
Wobei in 3 Monaten kann sich ja sowieso noch alles ändern,hehe…auf jeden Fall müssen Boozer und Williams fit sein, damit nen erfolgreicher Abschluss der Saison drin is, bin auch mal gespannt bei welchem team Boozer ab der nächsten saison spielt…
wie du schon gesagt hast, das kann sich alles noch locker ändern. im westen is bis auf la auf 1 noch rein gar nix sicher.
schon fast unglaublich wieviel der russe bei den jazz da an kohle mitnimmt.
ich mochte ihn aufgrund seines schon fast unverschämten verhaltens im zusammenhang mit der nationalmanschaft in der vergangenheit noch nie. ist er hier jemandem etwa so richtig sympathisch? *g*
Sympathisch ist er mir nicht unbedingt (wobei er ja nichts dafür kann, dass ihm Utah diesen Vertrag vorgelegt hat
). Mir gefällt halt sein Allround-Spiel, da ist echt alles dabei. Vor allem in der Defensive. Und die Statline aus der Saison 2003/2004, die Dimi schon erwähnt hat, war einfach nur pervers, vor allem die Blocks.
Aber ansonsten seh ich ihn eher kritisch, hauptsächlich, weil seine Leistungen so schwanken und ich das Gefühl habe, er könnte viel besser spielen und schöpft sein Potenzial nicht aus.