Auf dem Weg ins Nirgendwo

Von: Dmitrij Karle

richard-hamiltonBeim gestrigen Aufeinandertreffen in Detroit verloren die Pistons gegen die Gäste aus Philadelphia bereits ihr 12. Spiel in Folge. Weder Teamstar Richard Hamilton (Foto, 12 Punkte) noch Neuzugang Ben Gordon (20 Punkte) konnten die Pleite verhindern. Der Angriff bleibt die große Schwäche des Teams. Während der Niederlagenserie konnten die Pistons kein einziges Mal mehr als 100 Punkte erzielen. Die Lust am Basketball scheint in Detroit abhanden gekommen zu sein. (mehr…)

Ist der Tiefpunkt bereits erreicht? Kann es doch noch schlimmer kommen? Die fünftlängste Niederlagenserie in der Geschichte der Detroit Pistons scheint einfach kein Ende nehmen zu wollen. Die Pistons spielen ohne Feuer im Herzen. Der Palace, bekannt für seine treuen Detroiter Fans, ist kaum noch wieder zu erkennen. Verständlich, wenn das eigene Team lustlos auf dem Spielfeld agiert.

Von nun an sind die Pistons ein Lottery-Team. Und wie es scheint, hat man sich damit bereits abgefunden. Headcoach John Kuester hat die Mannschaftsleistung nach der 12. Niederlage in Serie öffentlich hart kritisiert. Aber was bleibt ihm auch anderes übrig?

„Man muss raus aufs Spielfeld gehen, und eine gewisse Intensität an den Tag legen“, kommentierte Kuester die gestrige 94:104-Niederlage gegen die Sixers. Philadelphia kam mit einer noch schlechteren Bilanz (10:25) als die Pistons (11:23) nach Detroit. Man könnte meinen, zuhause, in den eigenen vier Wänden, sollte man eine derartige Niederlagenserie gegen ein Team wie die Sixers endlich beenden. Doch Detroit konnte im ersten Viertel lediglich zehn Punkte (!) verbuchen und erlaubte den Gästen, mit 29 Zählern in Führung zu gehen. Siegeswille sieht anders aus.

„Wir haben viele Spieler, die momentan leider nicht auf ihrem eigentlichen Niveau agieren“, so Kuester.

12 Niederlagen in Folge. So viele waren es seit der Saison 1993/1994 nicht mehr, als Detroit die Spielzeit mit der drittschlechtesten Bilanz der Liga beendete und anschließend im Draft einen gewissen Grant Hill an dritter Stelle verpflichten konnte. Die Saison markierte auch offiziell das Ende der „Bad-Boy“-Pistons-Ära. Isiah Thomas und Bill Laimbeer gingen in Rente und ließen Joe Dumars als den einzig Verbliebenen der glorreichen Zeiten zurück. Richard Hamilton und Tayshaun Prince fühlen anscheinend momentan das Gleiche wie Dumars damals. Hoffnungslosigkeit machte sich vergangene Nacht in ihren Augen bemerkbar.

Seit der Saison 2002/2003 in Detroit: Small-Forward Tayshaun Prince

Seit der Saison 2002/2003 in Detroit: Small-Forward Tayshaun Prince

Hätte man noch die Chance auf den letzten Playoff-Platz in der Eastern-Conference, so würde es Sinn ergeben, einen von beiden in Detroit zu halten. Doch die Playoffs sind längst abgeschrieben. Da die Saison bergab zu gehen scheint, wird Kuester wohl die restlichen Partien nutzen, um den jungen Akteuren Spielanteile zu geben. Allen voran dem Schweden Jonas Jerebko und Gonzaga-Absolventen Austin Daye, dessen Spiel dem von Prince sehr ähnlich ist.

Am kommenden Montag reist die Mannschaft zum Division-Rivalen nach Chicago. Auswärts konnten die Pistons in der laufenden Saison nur drei ihrer 15 Partien gewinnen. Ob es bei den Bulls zu einem Sieg reichen wird? Bei einer Mannschaft, die mit unglaublich viel Herz und Seele in jedem Spiel den Sieg erzwingen will? Alles deutet darauf hin, dass die Serie auch in Chicago nicht reißen wird.

(Photos by Keith Allison | License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

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2 Kommentare zu „Auf dem Weg ins Nirgendwo“

  1. beatz sagt:

    also davon zu sprechen, dass in detroit die playoffs schon abgeschrieben sind ist absolut lächerlich!! Sie haben gerade mal 4 Siege Rückstand, da sollte man bei noch 47 zu spielenden partien bestimmt nicht die hoffnung verloren haben….
    aber ich hoffe sie werden es nciht schaffen.

  2. Vik sagt:

    Klar läufts in Detroit nicht gut, aber warum wird kein wort verloren mit welchen Verletztungsproblemen die sich zumplagen mussten. Gorden, Rip und Prince alle mal waren weg vom fenster.

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