Von: David Lorenz
Die National Basketball Association ist die mit Abstand stärkste Basketball-Liga der Welt. Die talentiertesten Akteure und die dominantesten Mannschaften nehmen an ihrem Spielbetrieb teil. Doch nicht nur das sportliche Geschehen auf dem Parkett macht die Faszination NBA aus, auch wirtschaftliche Aspekte und ein unglaublich komplexes Finanzsystem sind Teil des Mythos.
Der vierte Teil der neuen NBA-Blog-Serie (bisher erschienen: die teuersten Spieler, Teil 1, Teil 2, Teil 3) beleuchtet die Gehaltsstrukturen aller Mannschaften der Liga und bewertet kritisch das jeweilige Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die zulässige Gehaltsobergrenze, der so genannte „Salary Cap“, liegt in der Saison 2009/2010 bei 57,7 Millionen US-Dollar. Für jeden Dollar, den eine Mannschaft über diesem Limit liegt, muss theoretisch eine Gebühr von einem Dollar an die Liga abgedrückt werden. Diese so genannte „Luxury Tax“ wird dann nach einem speziellen Schlüssel an die Teams weitergegeben, die unter der Gehaltsobergrenze liegen.
Allerdings werden nicht alle Spieler-Verträge bei der Berechnung des Salary Caps berücksichtigt, sonst könnten einige Mannschaften ihre Luxussteuern überhaupt nicht bezahlen. Es gibt eine Vielzahl an Ausnahmeregelungen, wie beispielsweise die Mid-Level Exception oder die Bi-Annual-Exeption. Spieler, die mit einem derartigen Vertrag ausgestattet sind, belasten den Salary Cap einer Mannschaft nicht.
Folgende Gehälter müssen die NBA-Teams in der laufenden Saison an ihre Akteure überweisen:
1. Los Angeles Lakers, 91.377.313 US-Dollar
2. Dallas Mavericks, 89.913.075 US-Dollar
3. Boston Celtics, 85.044.558 US-Dollar
4. New York Knicks, 84.908.714 US-Dollar
5. Cleveland Cavaliers, 83.528.809 US-Dollar
6. Orlando Magic, 80.532.126 US-Dollar
7. San Antonio Spurs, 78.899.266 US-Dollar
8. Utah Jazz, 74.860.447 US-Dollar
9. Denver Nuggets, 74.860.031 US-Dollar
10. Phoenix Suns, 74.799.286 US-Dollar
11. Miami Heat, 73.395.260 US-Dollar
12. Washington Wizards, 71.789.961 US-Dollar
13. New Orleans Hornets, 70.904.309 US-Dollar
14. Chicago Bulls, 69.894.330 US-Dollar
15. Houston Rockets, 68.484.002 US-Dollar
16. Charlotte Bobcats, 68.213.370 US-Dollar
17. Toronto Raptors, 67.801.369 US-Dollar
18. Sacramento Kings, 67.333.124 US-Dollar
19. Milwaukee Bucks, 66.943.868 US-Dollar
20. Indiana Pacers, 66.733.257 US-Dollar
21. Golden State Warriors, 65.998.720 US-Dollar
22. Atlanta Hawks, 65.876.311 US-Dollar
23. Philadelphia 76ers, 64.233.124 US-Dollar
24. Minnesota Timberwolves, 62.253.360 US-Dollar
25. Detroit Pistons, 61.678.255 US-Dollar
26. Los Angeles Clippers, 61.447.297 US-Dollar
27. New Jersey Nets, 59.397.133 US-Dollar
28. Oklahoma City Thunder, 58.317.471 US-Dollar
29. Memphis Grizzlies, 57.406.448 US-Dollar
30. Portland Trail Blazers, 55.647.611 US-Dollar
Die Auflistung der Spielergehälter macht eines überdeutlich: Teams mit vielen Veteranen im Kader sind um einiges teurer als Mannschaften, die hauptsächlich auf Spieler zurückgreifen, die noch im Rahmen ihres Rookie-Vertrages spielen. Auskunft über das aktuelle Leistungsvermögen eines Teams gibt dies jedoch nicht. So spielen beispielsweise die Oklahoma City Thunder eine phänomenale Saison, obwohl sie fast ausschließlich auf junges Spielermaterial setzen - zu einem absolut günstigen Preis.
Auf der anderen Seite sind die Boston Celtics ein mit Veteranen gespicktes Team und dementsprechend teuer. Dennoch befindet sich die Mannschaft in einer schwierigen Phase. Es kriselt in „Beantown“ und die Celtics können ihre verteuerte Gehaltsstruktur momentan auf dem Parkett nicht rechtfertigen.

Stellen aktuell kein gelungenes Preis-Leistungs-Verhältnis dar: Kevin Garnett und die Boston Celtics
Das krasseste Beispiel fehl investierten Geldes stellen in obiger Auflistung mit Sicherheit die New York Knicks dar. Der absolut überteuerte Kader ist noch immer eine Folge des katastrophalen Missmanagements von Ex-Knickerbocker Isiah Thomas (Stichwort Eddy Curry und sein aktuelles Jahresgehalt von 10,5 Millionen US-Dollar). Allerdings hat Thomas’ Nachfolger auf der General-Manager-Position New Yorks, Donnie Walsh, die Kosten für 2010/2011 bereits kräftig entschärft. Für die kommende Saison besitzen lediglich drei Akteure der Knicks einen garantierten Vertrag.
Teure Mannschaften, die ihre Budgets mit guten Leistungen rechtfertigen können, sind aktuell die Lakers, Cavaliers, Magic und mit Abstrichen die Mavericks. Alle vier Teams absolvieren eine erfolgreiche reguläre Saison und zumindest die drei erstgenannten Mannschaften gehören zum engsten Kreis der Titelfavoriten.
In den nächsten Jahren wird der Trend allerdings deutlich in Richtung Kostensenkungen und Einsparungen gehen. Aufgrund der weltweiten Finanzkrise und rückgängigen Zuschauerzahlen hat die Liga bereits reagiert, indem sie ankündigte, den Salary Cap für 2010/2011 abermals zu senken.
Die aktuellen Gehaltstrukturen aller 30 NBA-Teams lassen sich in vier grobe Gruppierungen einteilen, streng am momentanen Leistungsvermögen der Mannschaften bemessen.
Das Team leistet mehr, als es an Spielergehältern kostet:
Portland, Memphis, Oklahoma City, Atlanta, Milwaukee
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ausgeglichen:
L.A. Lakers, Dallas, Cleveland, Orlando, Utah, Denver, Phoenix, Chicago, Charlotte, Toronto
Das Investitionsvolumen ist fraglich:
Boston, San Antonio, New Orleans, L.A. Clippers, Detroit, Houston
Das Team rechtfertigt seine Personalkosten nicht:
New York, Miami, Washington, Indiana, Golden State, Sacramento, Philadelphia, New Jersey
(Photos by Keith Allison | License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)
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Im vierten Teil der NBA-Blog-Serie zu finanziellen und wirtschaftlichen Hintergründen der National Basketball Association werden die