Teil 1: Die Topverdiener der NBA

Von: David Lorenz

Jermaine O'NealWie viel verdient der Neuzugang meiner Lieblingsmannschaft? Ist der Star meines Teams sein Gehalt überhaupt wert? Welcher Akteur der Liga ist über- und welcher unterbezahlt? Solche und ähnliche Fragen kennt wohl so ziemlich jeder Fan im professionellen Mannschaftssport. Der NBA-Blog gibt einen Überblick und listet die Topverdiener der laufenden Saison auf. (mehr…)

Die National Basketball Association ist die mit Abstand stärkste Basketball-Liga der Welt. Die talentiertesten Akteure und die dominantesten Mannschaften nehmen an ihrem Spielbetrieb teil. Doch nicht nur das sportliche Geschehen auf dem Parkett macht die Faszination NBA aus, auch wirtschaftliche Aspekte und ein unglaublich komplexes Finanzsystem sind Teil des Mythos. Im ersten Teil der neuen NBA-Blog-Serie zu wirtschaftlichen und finanziellen Hintergründen der NBA wird ein Überblick über die aktuellen Topverdiener der Saison 2009/2010 gegeben.

1. Tracy McGrady, New York Knicks: 23.239.561 US-Dollar
2. Kobe Bryant, Los Angeles Lakers: 23.034.375 US-Dollar
3. Jermaine O’Neal, Miami Heat: 22.995.000 US-Dollar
4. Tim Duncan, San Antonio Spurs: 22.183.218 US-Dollar
5. Shaquille O’Neal, Cleveland Cavaliers: 20.000.000 US-Dollar
6. Dirk Nowitzki, Dallas Mavericks: 19.795.714 US-Dollar
7. Paul Pierce, Boston Celtics: 19.795.712 US-Dollar
8. Ray Allen, Boston Celtics: 19.766.860 US-Dollar
9. Rashard Lewis, Orlando Magic: 18.876.000 US-Dollar
10. Michael Redd, Milwaukee Bucks: 17.040.000 US-Dollar
11. Pau Gasol, Los Angeles Lakers : 16.451.250 US-Dollar
11. Andrei Kirilenko, Utah Jazz: 16.451.250 US-Dollar
13. Kevin Garnett, Boston Celtics: 16.400.000 US-Dollar
14. Yao Ming, Houston Rockets: 16.378.325 US-Dollar
14. Amare Stoudemire, Phoenix Suns: 16.378.325 US-Dollar
16. Vince Carter, Orlando Magic: 16.300.000 US-Dollar
17. Gilbert Arenas, Washington Wizards: 16.192.080 US-Dollar
18. Zach Randolph, Memphis Grizzlies: 16.000.000 US-Dollar
19. Carmelo Anthony, Denver Nuggets: 15.779.912 US-Dollar
19. LeBron James, Cleveland Cavaliers: 15.779.912 US-Dollar
19. Chris Bosh, Toronto Raptors: 15.779.912 US-Dollar
19. Dwyane Wade, Miami Heat: 15.779.912 US-Dollar
23. Kenyon Martin, Denver Nuggets: 15.363.636 US-Dollar
24. Dwight Howard, Orlando Magic: 15.133.800 US-Dollar
25. Joe Johnson, Atlanta Hawks: 14.976.754 US-Dollar
26. Elton Brand, Philadelphia 76ers: 14.858.471 US-Dollar
27. Peja Stojakovic, New Orleans Hornets: 14.202.000 US-Dollar
28. Richard Jefferson, San Antonio Spurs: 14.200.000 US-Dollar
29. Larry Hughes, Sacramento Kings: 13.655.268 US-Dollar
29. Chris Paul, New Orleans Hornets: 13.655.268 US-Dollar

Beim Blick auf die Liste wird eines schnell klar: Am heutigen Leistungsstandpunkt der Akteure bemessen rechtfertigen viele Topverdiener ihr Gehalt schon lange nicht mehr. Die Verträge von Jermaine O’Neal, Kenyon Martin, Peja Stojakovic oder Larry Hughes stammen noch aus einer Zeit, als die aktuelle Weltwirtschaftskrise in weiter Ferne lag. Die NBA schrieb Rekordumsätze, die Hallen waren gefüllt, der ligaweite Zuschauerschnitt war hoch und genannte Spieler zeigten viel versprechende Leistungen. Dennoch scheint es auch aus damaliger Sicht zumindest fragwürdig, einem reinen Shooter, wie Stojakovic es im Prinzip während seiner gesamten Laufbahn war, ein derartiges Gehalt zu überweisen.

Doch es gibt auch andere Gründe für ein finanzielles Fiasko als das Fehlen sportlicher Weitsicht. Andrei Kirilenko spielte beispielsweise bis zur Unterschrift unter seinem Multimillionen-Vertrag bei den Utah Jazz einen ausgezeichneten Basketball. Doch in der Folge hatte es den Anschein, das astronomische Gehalt hemme den Russen und bewege ihn eher dazu, sich auf seinen Dollars ausruhen. Kirilenko sollte es nie wieder gelingen, an seine beste Saison aus dem Jahre 2003/2004 anzuknüpfen.

Auf der anderen Seite ist der Rookie-Jahrgang von 2003 um LeBron James, Dwyane Wade, Carmelo Anthony und Chris Bosh im Preis-Leistungs-Verhältnis mit Sicherheit noch unterbezahlt. Doch für James, Wade und Bosh, deren Verträge allesamt im kommenden Sommer auslaufen, sind ab der nächsten Saison deutlich verbesserte Gehälter zu erwarten, ebenso wie für Anthony im Jahre 2011, der dann Free-Agent wird.

Absolvierte in drei Spielzeiten lediglich 47 Partien: Gilbert Arenas

Absolvierte in drei Spielzeiten lediglich 47 Partien: Gilbert Arenas

Das krasseste Beispiel fehlinvestierten Geldes stellt in obiger Auflistung mit Sicherheit der Vertrag von Gilbert Arenas dar, auch wenn man dies nicht unbedingt vorhersehen konnte. Aufgrund von schweren Knie-Verletzungen vermochte der Combo-Guard in den Spielzeiten 2007/2008 und 2008/2009 lediglich 15 Partien zu absolvieren, ehe er 2009/2010 nach 32 Begegnungen wegen seines unrühmlichen Waffenmissbrauchs in Washingtons Umkleidekabine für den Rest der Saison gesperrt wurde.

Auch Tracy McGrady konnte in den vergangenen beiden Jahren sein ligaweites Spitzengehalt aufgrund mehrerer Verletzungen nicht rechtfertigen. Der 30-jährige Shooting-Guard kam in den letzten beiden Spielzeiten lediglich zu 41 Einsätzen, in denen er durchschnittlich nur 13,8 Punkte erzielte - 8,1 Zähler unter seinem Karrierewert.

Ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag stellen derweil die Gehälter von Akteuren wie Tim Duncan, Dirk Nowitzki oder Kobe Bryant dar, auch wenn sie für Normalsterbliche unglaublich hoch erscheinen mögen. Genannte Spieler prägen mit ihrem Erscheinungsbild auf und abseits des Basketballfeldes maßgeblich das Image ihrer gesamten Mannschaft, sorgen für sportliche Erfolge und dienen als geeignetes Vorbild.

Dass sich zunächst überteuerte Gehälter mit der Zeit auch wieder rentieren können, zeigt das seltene Beispiel von Zach Randolph in Memphis bei den Grizzlies. Jahrelang sorgte der massige Power-Forward bevorzugt abseits des Feldes für Schlagzeilen und wurde von den Portland Trail Blazers sowie den New York Knicks bei der ersten sich bietenden Gelegenheit wieder abgegeben. Doch in der laufenden Saison nahm Randolph seine wohl letzte Chance in der NBA wahr und avancierte bei den Grizzlies durch großen Einsatz und selbstloses Spiel zum absoluten Leistungsträger und All-Star.

Die 30 Topverdiener der laufenden Saison lassen sich in vier grobe Gruppierungen einteilen, streng nach ihrem aktuellen Leistungsvermögen beurteilt.

Überbezahlt

Tracy McGrady, Jermaine O’Neal, Shaquille O’Neal, Ray Allen, Rashard Lewis, Michael Redd, Andrei Kirilenko, Yao Ming, Vince Carter, Gilbert Arenas, Kenyon Martin, Elton Brand, Peja Stojakovic, Richard Jefferson, Larry Hughes

Fragwürdig

Paul Pierce, Kevin Garnett, Amare Stoudemire

Gerechtfertigt

Kobe Bryant, Tim Duncan, Dirk Nowitzki, Pau Gasol, Zach Randolph, Joe Johnson

Unterbezahlt

LeBron James, Dwyane Wade, Chris Bosh, Carmelo Anthony, Dwight Howard, Chris Paul

Hier geht es zu den Rängen 31 bis 60
Hier geht es zu den Rängen 61 bis 90

(Photo by Keith Allison | License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

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9 Kommentare zu „Teil 1: Die Topverdiener der NBA“

  1. Gast sagt:

    Das Kevin Garnett „fragwürdig“ ist halte ich doch für fragwürdig: Absoluter Teamspieler und „Energizer“, für sein alter sehr fit, Center mit Defense und ordentlichem Sprungwurf und er hat eine Meisterschaft nach Boston gebracht

  2. David Lorenz sagt:

    Gebe Dir in allen Punkten Recht. Die Meisterschaft liegt jedoch schon zwei Jahre zurück und bewertet wurde wie beschrieben lediglich das aktuelle Leistungsvermögen. Garnett ist immer noch ein sehr guter und wichtiger Spieler, dennoch rechtfertigt er 2009/2010 (14,2 Punkte und 7,4 Rebounds pro Partie, 11 Spiele verletzt) keine 16,4 Millionen US-Dollar Gehalt.

  3. Sören sagt:

    Da gibt es mnoch ganz andere Spieler die überbezahlt sind. So z.B. Ben Gordon und Charlie Villanueva von den Pistons. Was James, Wade und Co. verdienen ist okay. Sie machen Ihre zusätzlichen Millionen mit Werbe-Deals. Wenn Sie weitere Ringe gewinnen wollen (z.B. Wade + Bosh in NY ??), müssten Sie in ZUkunft auf ein paar Dollar verzichten.
    Yao Ming und Rashard Lewis sind absolut überbezahlt. Yao nur verletzt und Lewis bekommt soviel für ein paar Dreier? Schuld sind nicht die Spieler, sondern die GMs.

  4. Dominik sagt:

    Sehr schöne Reihe! Freue mich mehr über die finanziellen Hintergründe der NBA zu erfahren. Vielleicht könntest du im Rahmen dieser Reihe auch schonmal ein kleines “Transferkarusell” erstellen bezüglich des Free Agent Martk 2010. Welche Spieler sind zu haben, welche Teams richten sich nach diesem Mark etc.

    Gruß Dominik

  5. Fabou sagt:

    @ Sören
    Stimme ich dir zu, bin auch interessiert wer zu haben ist.
    @ David
    Außerdem könntest du vielleicht einen Überblick auf den neuen Draftjahrgang, also die die sich für den diesjährigen Draft anmelden werden werfen.
    Ich hoffe ja das sich unsere neue deutsche Hoffnung Elias Harris zum Draft meldet, spielt echt überragend in Gonzaga.

  6. Arndt sagt:

    Ne sehr gute Idee, diese neue Reihe hier :-) Freu mich schon auf die weiteren Teile!

  7. Frank sagt:

    Toll dass man mit einem Gehalt von über 15 Millionen in die Kategorie “Unterbezahlt” kommt. Habt ihr den Arsch offen?

  8. David Lorenz sagt:

    “Unterbezahlt” deshalb, weil es sich bei den genannten Akteuren neben Kobe Bryant und vielleicht Dirk Nowitzki um die aktuell besten Basketballspieler dieses Planeten handelt.

    Sie tragen ihre Franchise, kurbeln den Trikotverkauf an und sind absolute Publikumsmagneten und ideale Werbefiguren.

    Deswegen wird auch jeder von ihnen bei nächster Gelegenheit einen “Max-Contract” unterschreiben, sprich, einen Vertrag zum zulässigen Maximalgehalt von um die 20 Millionen US-Dollar.

    Deswegen “unterbezahlt”. Dass es sich für einen Normalverbraucher dabei um absolut irrsinnige Summen handelt, wird hier nicht bestritten, ist aber auch nicht Gegenstand des Berichtes.

  9. n4m3 sagt:

    ist zwar schon uralt aber lol was muss das schön sein mit 15mio im jahr als unterbezahlt zu gelten lol

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