Von: David Lorenz
„So lange ich noch laufen kann, kann ich auch spielen.“
Diesen Satz betet Kobe Bryant fast schon mantraartig herunter, wann immer er auf seine zahlreichen Blessuren angesprochen wird. Aber am liebsten spricht er aber gar nicht darüber. Seinen Mitspielern ist es zum Beispiel nicht gestattet, Bryants Verletzungsprobleme auf dem Spielfeld oder im Umkleideraum zu thematisieren.
Doch Bryant ist tatsächlich angeschlagen. Seit Ende Dezember fällt dies auch immer öfter auf. So gewannen die Lakers zwar mit Hilfe ihres Superstars zuletzt acht von zwölf Partien, doch Bryants Wurfquoten gingen zum Teil rapide in den Keller. Das liegt auch daran, dass er aufgrund seines gebrochenen Fingers an der rechten Hand in Korbnähe häufig mit links wirft - was zum Teil erstaunlich gut funktioniert. Dennoch, seine gefährlichste Waffe, den Jumpshot aus der Mitteldistanz, feuert Bryant mit rechts ab.
Im Januar verwandelte Bryant in zwölf Partien zusammengerechnet lediglich 102 von 265 Würfen aus dem Feld. Das entspricht einer Quote von mageren 38,5 Prozent.
Jetzt stellen sich zwei Fragen. Erstens: Warum setzt „KB-24“ nicht einfach ein paar Partien aus, um zumindest seine Rückenprobleme in den Griff zu bekommen und seinem Finger etwas Ruhe zu gönnen. Immerhin führen die Lakers (33:10) die Tabelle der Western-Conference mit einem dicken Polster vor den Denver Nuggets (28:14) an. Außerdem hält L.A. nach wie vor die beste Bilanz der Liga inne.
Die zweite Frage lautet: Hilft Bryant seiner Mannschaft in dieser Form überhaupt weiter?

Aktuell mit 28,3 Punkten, 5,3 Rebounds und 4,5 Assists pro Partie: Kobe Bryant
Die Antwort auf die erste Frage dürfte relativ einfach zu finden sein. Bryant will seiner Mannschaft als Vorbild dienen und sich in keinster Weise schonen. Zudem gilt es, die beste Bilanz der Liga zu waren, damit L.A. auch bei einer möglichen Finalteilnahme das Heimrecht genießt. Darüber hinaus hat der 31-Jährige in den vergangenen beiden Spielzeiten keine einzige Partie verpasst - eine Serie, mit der er vielleicht nicht brechen will.
Die zweite Frage lässt sich deutlich schwieriger beantworten. Bryant ist auch mit einer Wurfquote von unter 40 Prozent noch ein außergewöhnlicher Spieler. Doch die Lakers verfügen über einen sehr tief besetzten Kader, mit Akteuren wie Pau Gasol, Lamar Odom, Ron Artest und Andrew Bynum. Wäre L.A. nicht in der Lage, auch ohne Bryant Spiele zu gewinnen? Kann kein anderer für ihn in die Bresche springen und Verantwortung übernehmen? Damit Bryant sich eine Verschnaufpause und Zeit zum Regenerieren gönnen kann?
Anscheinend gelingt es Headcoach Phil Jackson nicht, seinen Superstar zu einer Auszeit zu bewegen. Denn was passiert, falls sich Bryant eine weitaus schlimmere Folgeverletzung zuziehen würde, die dann eine längere Zwangspause mit sich bringt? Setzten die Lakers momentan vielleicht sogar ihre Meisterschafts-Chancen aufs Spiel?
Die ganze Situation erinnert an die Saison 2007/2008, als Bryant ebenfalls lange mit einem gebrochenen kleinen Finger spielte. Erst nach der deutlichen Finalniederlage gegen die Boston Celtics gab er damals zu, wie sehr ihn die Verletzung behindert hatte.
Vielleicht wäre es an der Zeit, dem Finals-MVP der vergangenen Saison eine Pause zu gönnen und ihn frühzeitig für die Playoffs zu schonen. Doch anscheinend lässt der Ehrgeiz des Kobe Bryant dies nicht zu.
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Schlagworte: Andrew Bynum, Boston Celtics, Denver Nuggets, Kobe Bryant, Lamar Odom, Los Angeles Lakers, Pau Gasol, Phil Jackson, Ron Artest




Kobe Bryant (Foto) von den Los Angeles Lakers hat ein überragendes erstes Saison-Drittel absolviert. Vielleicht das Beste seiner gesamten Karriere. Doch momentan plagen den Superstar gleich mehrere Verletzungssorgen: ein gebrochener Finger, Rückenbeschwerden und ein geprellter Ellbogen. Trotzdem: Bryant setzt keine einzige Partie aus und spielt einfach weiter als ob nichts wäre. Muss er dafür irgendwann die Rechnung bezahlen?
Denke auch das sich Bryant mal eine Pause gönnen sollte. Falscher Ergeiz ist hier nicht angebracht! Eigentlich sollten die Verantwortlichen da mal eingreifen und versuchen ihn zu einer kuruen Pause zu überreden. Den Lakers ist sicher nicht geholfen, wenn er dann doch mal längerfristig ausfallen sollte, nur weil er nicht mal ein paar Tage kürzer treten konnte…
Sehe es genauso.
Wenn man seine Statistiken aus dem Monat Dezember und Januar vergleicht, die Zahlen sprechen für sich und für eine kurzweilige Auszeit!
Dezember: 31PPG, 6RPG. 5APG, 48FG%
Januar: 23PPG, 4RPG, 5APG, 38FG%
Im Dezember mussten die Lakers nur 3x als Verlierer vom Platz gehen (in 15 Spielen). Momentan hat LA schon vier Niederlagen einstecken müssen (12 Partien).
Auf der anderen Seite verbessert Bryant sowohl die Offense (Points per100poss. on court: 112.1, of court: 98.7) als auch die Verteidigung (on court: 100.3, of court: 108.0). Diese Zahlen sprechen auch eine deutliche Sprache.
Naja, im Nachhinein muss Bryant selbst entscheiden.
Jungs sorry, aber selbst ein Kobe ohne rechte Hand und Rücken ist mehr wert als 98% der Liga … sein Ehrgeiz und Killerinstinkt sind gerade die Dinge, die Ihn für jeden Gegner so gefährlich machen … ja seine Quote is mies, na und?
Gerade gestern in New York hat er bewiesen, dass er in entscheidenden Situation trifft, bzw. an die Linie geschickt wird … er zieht die Aufmerksamkeit der Defense auf sich - davon profitieren Gasol und Bynum.
Manchmal steckt mehr hinter einer Situation als reine Statistiken … Kobe ist Kobe … das reicht. Und wenn er seinen Körper kennt und weiß dass es der Mannschaft nicht schadet, sollt er auch spielen.
Ohne Kobe verlieren die Lakers noch mehr Spiele ….
Ja, das kann gut alles sein.
Aber du redest von den Knicks als wären sie die Spurs oder die Cavaliers. Der Sieg fiel den Lakers wieder nicht leicht. Es war natürlich ein Back-to-Back Spiel nach der herben Niederlage in Cleveland, aber sowohl in der Verteidigung als auch in der Offensive läuft es momentan nicht recht flüssig in LA.
Kobes Stats sanken deutlich in diesem Monat, auch aufgrund seiner zahlreichen (mini)-Verletzungen.
Die Mannschaft scheint desorientiert zu sein, auch weil einige Spieler (Gasol, Artest) häufiger ausfallen mussten.
Konstanz in der SF, ein (nahezu) gesunder Bryant und die Lakers können wieder Fahrt aufnehmen.
Dazu könnte man die nächsten vier Begegnungen gegen Ost-Teams (Tor, Was, Ind und Phi) als Puffer nutzen.
Kobe ist ein Killer, ohne Frage. Aber er trifft die Würfe nicht, die er normalerweise hochprozentig verwandelt. Und nur weil er nicht vollkommen gesund ist. In meinen Augen schadet er so der Mannschaft und nimmt so Würfe seinen Mitspielern weg.
Es ist ja schön und gut, dass er in entscheidenden Momenten aufblitzen kann, aber eine nachhaltige Lösung ist das nicht, wenn die Lakers immer und immer wieder knapp einer Niederlage entkommen.
Gestern schon wieder. 8-24 aus dem Feld für 27 Punkte war er gut an diesem Abend. Und hatte dabei ein +/- Ranking von +8. NIcht gerade viel, wenn sogar Bankspieler wie Odom (29min +11) oder Brown (22min, +8) ähnlich stark in dieser Statistik vertreten waren.
Wenn Kobe spielen will, dann sollte er nicht zu viele Würfe nehmen und mehr das Post-Up Game fördern. Was gestern recht gute funktioniert hat. Sowohl Gasol als auch Bynum nahmen 10 bzw. 11 Würfe und trafen hochprozentig. Dabei muss man natürlich wieder erwähnen, dass es nur die Knicks Frontline (NFL?! :D) war.
Ich stimmt dir überein, dass KObe immer noch wie kein anderer Spieler die Verteidigung auf sich zieht, aber dann soll er das doch auch ausnutzen und nicht wild um sich her ballern. Würde er wenigstens treffen, aber er trifft ja kein Scheunentor zurzeit.
Ich stimme Dmitrij zu.
Ich bin Fan der Lakers und verehre KB24, doch sollte er nicht nur an das “Heute” denken.
Was nützt es, die 1 im Westen zu sein und dann in den Playoffs bekanntgeben zu müssen, dass die Saison für Kobe beendet ist?
Er sollte sich mindestens eine Woche frei nehmen und seinen Teamkollegen vertrauen. Selbst wenn sie von 5 Spielen 3 verlieren sollten, wissen sie, wenn Kobe wieder fit ist, wird das wieder wettgemacht.
ich muss mich da davids meinung (besonders bzgl. der genommenen würfe) ganz klar anschließen!
Was soll es deiner Meinung nach für ne andere Lösung geben, Karle ?
Ob mit 1 Punkt oder 30, ein W ist ein W ist ein W !
Lakers haben 24 ihrer letzten 32 gewonnen - Kobe’s gebrochener Finger inklusive.
Zum Teil ohne Gasol und/oder Artest und einer Bank, die nicht einmal das Prädikat ‘beschissen’ verdient hat.
Wer soll denn die Würfe nehmen bei Purpur-Gold ? Vujacic ? Walton ?
Es gibt ca. 1654 Gründe wieso Kobe weiterspielt. Hier mal 3 davon:
1. Einen gebrochenen Finger heilen zu lassen dauert minimum 6 Wochen. Da diese Option eindeutig keine ist, fällt sie flach.
2. Die anderen Blessuren sind so minimal, dass es für den fittesten und am härtesten im Kraftraum arbeitenden Spieler der Liga
offensichtlich keinen Bedarf gibt, ein Spiel auszusetzen. Sein Körper ist topfit. Siehe auch ROBs Kommentar.
3. Kobe’s persönliche Einstellung zum Spiel (er hat in den letzten 5 Jahren 364 von 370 (!) möglichen Regular-Season Games absolviert) erlaubt es ihm nicht, wegen einem kleinen Zwicken im Rücken mal eben so auszusetzen. Nennt es Professionalität, Ehre, Kampfgeist, Besessenheit, Wahn, unbedingter Siegeswille….aber kommt mir nicht mit ‘falschem Ehrgeiz’.
Im Übrigen, David: so etwas wie ‘falschen Ehrgeiz’ gibt es nicht ! Nirgendwo auf der Welt ist diese Wortkreation überhaupt in Gebrauch. Sie ist ein rein deutsches Konstrukt. Ein Oxymoron, und als Headline absolut ungeignet.
Nachtrag: Kobe 28-52 FG in den letzten drei games, 3x Lakers W.
Die 61% von Euch die in der Abstimmung für Option 1 gevotet haben: ihr dürft den Schnuller jetzt wieder ausm Mund nehmen.
Informiert Euch lieber artgerecht auf nbachef.blogspot.com - dann klappts auch mit dem Mitreden !