Kobe Bryant: Wechsel „kein Thema“

Von: David Lorenz

Für Kobe Bryant läuft derzeitig alles nach Plan. Der Superstar der Los Angeles Lakers steht mit seiner Mannschaft vor dem Gewinn der NBA-Meisterschaft 2008/2009. Für Bryant wäre es der lang ersehnte vierte Championship-Ring und der erste Titel ohne Shaquille O’Neal. Kein Grund also, den laufenden Vertrag in L.A. per Option vorzeitig zu kündigen. (mehr…)




Kobe BryantKobe Bryant (Foto) ist glücklicher Besitzer eines Arbeitsvertrages, der in dieser Form einmalig unter den Akteuren der NBA existiert. Der Superstar der Lakers hat in diesem sowie im nächsten Sommer die Möglichkeit, aus seinem bis 2011 laufenden und mit insgesamt 136 Millionen US-Dollar dotierten Vertrag auszusteigen. Gleichzeitig wurde schriftlich festgelegt, dass Los Angeles Bryant ohne dessen Einwilligung nicht traden darf.

Dass der 30-Jährige Shooting-Guard die Option auf einen vorzeitigen Vereinswechsel wahrnehmen wird, gilt jedoch als äußerst unwahrscheinlich und war bis dato auch kein Thema in den US-amerikanischen Medien. Bryant selbst antwortete auf mögliche Wechselabsichten während der Pressekonferenz vor der fünften Final-Partie gegen Orlando knapp: „das ist für mich kein Thema“.

Gegen einen Wechsel sprechen neben den sportlichen Gründen auch personelle und finanzielle Faktoren. Aufgrund der aktuellen Finanzkrise, die auch an der NBA nicht spurlos vorüber geht, dürfte es als unwahrscheinlich gelten, dass Bryant bei einer anderen Franchise mehr als die noch offenen 48 Millionen US-Dollar seines Vertrages über die nächsten beiden Spielzeiten verdienen kann. Daneben berät die Liga momentan, die bestehenden Gehaltsobergrenzen für Spieler abzusenken, um den Vereinen Kosten zu ersparen. Ein neuer Vertrag wäre dann in jedem Falle mit Gehaltseinbußen verbunden.

Derek FisherZudem dürfte der gereifte All-Star wenig Lust verspüren, ein gemachtes Nest vorzeitig zu verlassen. In Derek Fisher (Foto) und Headcoach Phil Jackson hat Bryant zwei Personen an seiner Seite, mit denen er bereits seit Jahren erfolgreich zusammenarbeitet. Zudem verfügt L.A. über eine Mannschaft, die seit dem Meisterschafts-Team aus dem Jahre 2002 nicht mehr so tief und talentiert besetzt war.

Für einen Wechsel könnte im Umkehrschluss ein vorzeitiger Rückzug Jacksons von der Seitenlinie der Lakers sprechen. Der „Zen-Meister“, dessen Vertrag noch eine weitere Spielzeit läuft, hat sich bisher nicht zu den Gerüchten geäußert, er könnte nach dem möglichen Gewinn der Meisterschaft mit seinem zehnten Titel im Gepäck und dem damit verbundenen alleinigen Rekord (Red Auerbach, Headcoach-Legende der Boston Celtics konnte neun Championships gewinnen) zurücktreten. Falls dies geschehen sollte, gelten die Assistant-Coaches Brian Shaw und Kurt Rambis als mögliche Nachfolger Jackson. Rambis hatte vergangene Woche bereits den Coaching-Posten bei den Sacramento Kings abgelehnt - in weiser Voraussicht auf Jackson anstehende Entscheidung? Die Trainerfrage dürfte in jedem Falle einen nicht unerheblichen Einfluss auf die sportliche Zukunft der Nummer 24 L.A.`s haben.

Lamar OdomDarüber hinaus könnten für eine vorzeitige Vertragsauflösung Bryants die auslaufenden Kontrakte von Lamar Odom (Foto) und Trevor Ariza sprechen. Würde Bryant sein Arbeitsverhältnis kündigen, und zu etwas günstigeren Konditionen abermals bei den Lakers unterschreiben, hätte General-Manager Mitch Kupchack deutlich bessere Karten, die Leistungsträger Odom und Ariza im eng gestrickten Salary-Cup der Lakers mit neuen Verträgen unterzubringen. Allerdings hat sich Bryant, im Gegensatz zu Dirk Nowitzki, der eine ähnliche Maßnahme zu Gunsten seiner Dallas Mavericks bereits in Betracht gezogen hatte, diesbezüglich noch nicht geäußert.

Für den MVP der Saison 2007/2008 geht es zunächst einzig und allein um den Gewinn der diesjährigen Meisterschaft. „Ich versuche einfach, diesen verdammten vierten Ring zu bekommen“, so Bryant vor dem fünften Duell mit den Magic, das heute Nacht um 2:00 Uhr deutscher Zeit in der Amway Arena zu Orlando steigt.

Im Anschluss würde die „Black Mamba“ über genügend freie Zeit verfügen, alle Zukunfts-Szenarien in Ruhe durchzuspielen.

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1 Kommentar zu „Kobe Bryant: Wechsel „kein Thema““

  1. Michael sagt:

    Wenn Kobe endlich den Ring gewinnt, wird er die Lakers wohl nie mehr verlassen. Wer weiss, wenn Jackson und der Kader so bleibt, könnten sie im nächsten Jahr den Titel verteidigen. Dann hätte er einen Titel mehr als Shaq. Na, wenn dass mal kein Anreiz ist. ;-)

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