Von: Dmitrij Karle
Kapitel 1 - Die Vergangenheit
Terry Fox wurde am 28. Juli 1958 im kanadischen Winnipeg geboren. Schon von klein an interessierte er sich für Sport. Vor allem die Leichtathletik schloss Fox früh in sein Herz. Im Alter von nur 18 Jahren musste er mit einem Schicksalsschlag fertig werden. Die Ärzte diagnostizierten bei ihm Knochenmarkkrebs in einem sehr frühen Stadium, da Fox an regelmäßigen ärztlichen Untersuchungen teilnahm, dank seinen Aktivitäten als Leichtathlet.
Ein Jahr später wurde sein rechtes Bein knapp über dem Knie amputiert. Und damit sollte die Geschichte von Fox erst richtig beginnen. Während seiner Zeit im Krankenhaus begegnete Fox vielen Krebsleidenden und setzte sich deshalb zum Ziel, Geldmittel für die Krebsforschung zu organisieren. Dazu wollte er jeden Tag 42 Kilometer (Marathonlänge) durchlaufen. Nach einer gewissenhaften Vorbereitung, Fox lief über 5.000 Trainings-Kilometer in 18 Monaten, begann sein „Marathon of Hope“ am 12. April 1980 in St. John’s, Neufundland. Die Zeit verging und sein Vorhaben gewann mehr und mehr an Beachtung, sowohl bei den Medien als auch bei den Sponsoren. Doch nach knapp fünf Monaten musste Fox seinen Lauf frühzeitig abrechen. Der Krebs ließ sich auch von solch einem starken Willen nicht mehr länger bändigen.
Nach 5.373 gelaufenen Kilometern starb Terry Fox im Alter von 22 Jahren. Kurz nach Abbruch seines „Marathons der Hoffnung“ wurde Fox mit dem kanadischen Orden der höchsten Stufe für sein Engagement in der Krebsforschung ausgezeichnet. Er wird zum jüngsten Träger dieser Auszeichnung. Unzählige namhafte Ehrungen folgten, auch nach seinem Tod. Am 1. September 2005, seinem 25. Todestag, brachte der Sportartikel-Hersteller Adidas eine Neuauflage der Laufschuhe auf den Markt, die Fox während seines Marathons getragen hatte. Der Erlös ging selbstverständlich an die Krebsforschung.

Steve Nash im Trikot der Phoenix Suns / Statue von Terry Fox
Kapitel 2 – Die Gegenwart
Langsam geht die Sonne unter. Wäre man dabei gewesen, so hätte man sicherlich die angespannte und ergreifende Stimmung spüren können. Steve Nash versammelt sich mit einer kleinen Filmcrew am 28. Juni 2009 um das Grab von Terry Fox. An diesem Abend gibt es für Nash wohl keinen anderen Ort auf dieser Welt, an dem er lieber wäre.
„Er hatte einen enormen Einfluss auf mich“, so der Kanadier Nash. Von dem Lauf inspiriert, stand der sechsjährige Steve im Sommer von 1980 jeden Morgen schon früh auf, um nachzuschauen, wie weit Fox es bereits geschafft hatte.
„Ich fühle mich sehr glücklich“, erzählt Nash. „Es gibt nicht allzu viele Geschichten dieser Art. Jemand, der aus dem Nichts ein nationaler Held geworden ist.“
Die einstündige Dokumentation über Terry Fox wird im kommenden Frühjahr auf dem Sportsender „ESPN“ zu sehen sein. Nash investierte viel Zeit und Arbeit in das Projekt und bereiste die Heimatstadt von Fox, um dort Material abzudrehen. Er interviewte Fox‘ Eltern und fuhr einen weißen Van, der auch damals benutzt wurde, als Fox seinen Lauf startete.
„Wir dachten alle, dass die Leute von „ESPN“ die Sache alleine drehen würden“, erklärt Fred Fox, Terrys Vater. „Doch Steve war mittendrin und gab Anweisungen und brachte seinen Ideen mit ein. Man spürte, dass ihm diese Sache sehr am Herzen liegt.“
Auf dem Basketballfeld entwickelte sich Nash in den vergangenen Jahren zu einem Spieler von „Hall-of-Fame“-Kaliber. Sein uneigennütziges Auftreten brachte ihm zwei MVP-Trophäen ein. Kürzlich unterschrieb Nash einen Zweijahresvertrag in Höhe von 22 Millionen US-Dollar bei seinen Phoenix Suns. Doch mehr und mehr bereitet der 35-Jährige schon auf die Zeit nach dem Basketball vor. Seine Stiftung gewinnt an Fahrt. Das Geld fließt für karitative Zwecke sowohl in Paraguay als auch in Uganda. Weiterhin setzt er sich dafür ein, die „MLS“ (Major League Soccer) nach Kanada zu bringen. Eine Filmproduktionsgesellschaft wird nebenher auch noch geführt.
„Ich fühle mich momentan großartig und bin bereit für die kommende NBA-Saison“, erzählt Nash während eines Filmwettbewerbs in Toronto. „Trotzdem versuche ich mich um andere Dinge als Basketball zu kümmern.“
Zwar ist der Name „Terry Fox“ in Kanada vielen geläufig, doch in den USA muss er noch an Bekanntheit gewinnen. Nash hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Vermächtnis von Fox ins Bewusstsein der US-Amerikaner zu tragen. Mit dem Film ist der erste wichtige Schritt getan.
„Es ist eine faszinierende Geschichte eines jungen Mannes, der es trotz starker Zweifel geschafft hat. Die Aufgaben, die Fox vor Augen hatte, wurden von ihm gemeistert. Diese Geschichte hatte enorme Auswirkungen auf unsere Nation und die gesellschaftliche Kultur. Ich bin froh, daran teilzunehmen“, erklärt Steve Nash am Ende des Interviews.
(Photos by Keith Allison & Ian Muttoo / License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)
Schlagworte: Phoenix Suns, Steve Nash




Steve Nash (Foto), Superstar und Point-Guard der Phoenix Suns, ist nicht nur für seine Spielkünste berühmt. Wenn die basketballfreie Zeit beginnt, macht sich der gebürtige Südafrikaner auf den Weg, Menschen zu unterstützen, die dringend auf seine Hilfe angewiesen sind. Seit knapp einem Jahr produziert Nash darüber hinaus einen Film über seinen Helden: Terry Fox.
interessant. hatte davon noch nirgendswo anders gelesen… ruhig mehr solcher Sachen abseits der “Hauptmeldungen”