Vorhang auf zur Wechsel-Börse

Von: David Lorenz

Richard JeffersonKaum hat die Sommerpause begonnen, da dreht sich auch schon munter das Wechsel-Karussell. Die San Antonio Spurs angeln sich einen prominenten Neuzugang: Richard Jefferson (Foto) von den Milwaukee Bucks wird zukünftig die Texaner verstärken. Auch die Washington Wizards beziehen neues Personal, während es in Boston Gerüchte über den Abgang eines Leistungsträgers gibt. (mehr…)

Die „Big Three“ der Spurs, bestehend aus Tim Duncan, Tony Parker und Manu Ginobili, erhält Verstärkung. Richard Jefferson kommt im Tausch für die Veteranen Bruce Bowen und Kurt Thomas von den Milwaukee Bucks nach San Antonio. Sportlich gesehen ist Jefferson für die Texaner eine enorme Verstärkung. Das Team hatte über die komplette vergangene Saison mit großen Verletzungsproblemen zu kämpfen. Daneben fehlte es der alternden Truppe von Headcoach Gregg Popovich an jungem Blut.

Jefferson, 29, der die letzten beiden Spielzeiten keine einzige Partie verpasste und die abgelaufene Saison mit durchschnittlich 19,6 Punkten pro Begegnung beenden konnte, bringt mit seiner Athletik und einem guten Inside-Outside-Game Eigenschaften mit, die in San Antonio zuletzt so stark vermisst wurden.

„Er ist ein großartiger Flügelspieler“, zeigte sich Parker begeistert von der Neuverpflichtung. „Einen Akteur von Richards Spielertypus hatten wir bisher nicht in unserem Kader.“

Für Milwaukee, die zudem Amir Johnson von den Pistons erhalten (dafür geht Francisco Oberto aus San Antonio nach Detroit), wurde der Trade aus rein finanziellen Gründen getätigt. Bowen und Thomas haben beide nur noch eine Vertragslaufzeit von einem Jahr. Der Deal erspart den Bucks in der kommenden Spielzeit rund 4,35 Millionen US-Dollar, in der Saison 2010/2011 werden dann sogar 15 Millionen US-Dollar einbehalten.

Charlie Villanueva„Dieser Tausch bringt uns endlich in die Position, auf lange Sicht planen zu können und unsere Zukunft neu zu gestalten“, so Bucks General-Manager John Hammond über den Trade. Milwaukee hat nunmehr die Möglichkeit, Charlie Villanueva (Foto), vom Spielertyp ähnlich wie Jefferson, und Point-Guard-Talent Ramon Sessions mit neuen Verträgen an die Franchise aus dem Bundesstaat Wisconsin zu binden.

In Washington sorgte derweil ein ganz anderer Trade für Aufsehen. Die Wizards, mit lediglich 19 Siegen aus der abgelaufenen Saison die schlechteste Mannschaft der Eastern-Conference, geben ihren fünften Pick am diesjährigen Draft im Tausch gegen Randy Foye und Mike Miller von den Timberwolves ab. Minnesota erhält zudem die Rollenspieler Etan Thomas, Darius Songaila und Oleksiy Pecherov.

Während die Timberwolves nun über die Draftpicks an 5., 6., 18., und 28. Stelle verfügen und ihre talentierte Truppe weiter verjüngen können, verstärken die Wizards mit Foye und Miller hauptsächlich ihr Spiel von außen. Miller ist ein exzellenter Dreipunkt-Schütze, wohingegen Foye in der abgelaufenen Saison mit 16,3 Punkten und 4,3 Vorlagen pro Begegnung auch als Spielmacher zu überzeugen wusste.

Spekulationen zufolge könnten die Timberwolves ihre Draftpicks an fünfter und sechster Stelle bündeln und im Tausch gegen den zweiten Pick an die Memphis Grizzlies abgeben. Minnesota hätte dann die Chance, das spanische Spielmacher-Talent Ricky Rubio zu verpflichten.

Rajon RondoIn Boston geistern währenddessen Gerüchte durch die Gazetten, wonach der Kader der Celtics kräftig durcheinander gewirbelt werden könnte. Im Mittelpunkt: Rajon Rondo (Foto). Das Verhältnis von Bostons bestem Spieler während der NBA-Playoffs 2008/2009 mit Headcoach Doc Rivers ist anscheinend empfindlich gestört. So äußerte sich Rivers einem Insider zufolge mit den Worten „Rajon ist unmöglich zu coachen“ über den als schwierig geltenden Rondo.

Zudem läuft der Vertrag des Spielgestalters im Sommer 2010 aus, und Boston müsste einen hohen Betrag in die Weiterverpflichtung des 23-Jährigen investieren. Aus diesem Grund bestehen Überlegungen, die von General-Manager Danny Ainge allerdings umgehend dementiert wurden, Rondo jetzt zu traden, solange er noch einen angemessenen Gegenwert einbringt. Als mögliche Tauschobjekte wurden in den vergangenen Tagen Richard Hamilton und Rodney Stuckey von den Pistons sowie Tony Paker von den Spurs diskutiert.

Allerdings handelt es sich hierbei höchstwahrscheinlich um Gerüchte, die lediglich das alljährliche Sommerloch füllen sollen.

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