Schicksalsschlag für Portland

Von: Dmitrij Karle

Nach 21 absolvierten NBA-Partien sah alles danach aus, als würde Greg Oden vor dem Durchbruch stehen. Der Center der Portland Trail Blazers konnte sich in den wichtigsten Statistiken verbessern und überzeugte vor allem in der Verteidigung. Doch im Spiel gegen die Houston Rockets geschah es. Oden brach sich die linke Kniescheibe und wird mindestens für den Rest der Saison ausfallen. (mehr…)

Einen Tag nach der schlimmen Verletzung wurde Greg Oden erfolgreich operiert. Wie die Ärzte am Ende versicherten, soll es keine weitreichenden Schäden am Knie geben. Nichtsdestotrotz wird Oden den Rest der Saison per TV vom heimischen Sofa aus verfolgen müssen.

Das Management der Blazers steht voll und ganz hinter dem erst 21-jährigen Center Talent. „Die Operation ist sehr gut verlaufen“, teilte Portlands General-Manager Kevin Pritchard den Medien mit. „Er weiß, dass er nun wieder einmal während der Reha hart arbeiten muss. Wir haben vollstes Vertrauen, dass Greg es schaffen wird.“

In den ersten zwei Monaten darf Oden sein Knie kaum belasten. Das bedeutet Muskelschwund. Danach rechnet man mit weiteren zwei Monaten für das komplette Rehabilitationsprogramm. Ein genaues Datum für Odens Rückkehr möchte noch niemand prognostizieren. Jedoch erwartet man den 2,13-Mter-Hünen zum Anfang des Training Camps für die kommende NBA Saison zurück.

Für Oden heißt es wieder Zähne zusammen beißen. Denn schon einmall erlitt der Ohio State University Absolvent eine schwerwiegende Verletzung (Mikrofraktur am rechten Knie), die ihm nicht einmal erlaubte, seine Rookie-Saison bei den Blazers anzutreten. Man glaubt nun, dass Oden mit dem gleichen Selbstbewusstsein die neue Verletzung und die Rehazeit angehen wird. „Was er damals geschafft hat, sollte auch jetzt für ihn zu bewältigen sein“, so Pritchard.

In 21 Saisonspielen bisher mit 11,1 Punkten, 8,5 Rebounds und 2,3 Blocks pro Partie: Greg Oden

In 21 Saisonspielen bis dato mit 11,1 Punkten, 8,5 Rebounds und 2,3 Blocks pro Partie: Greg Oden

Neben Oden hat Portland mit Verletzungen einiger anderer Spieler zu kämpfen. Insgesamt fünf Akteure fallen für mindestens einen Monat aus, zwei davon sind Starter (neben Oden Travis Outlaw). Bankspieler Rudy Fernandez verpasst höchstwahrscheinlich die nächsten beiden Spiele aufgrund starker Rückenbeschwerden.

„Man muss einfach weitermachen und nach vorne schauen“, kommentierte Nate McMillan, Headcoach der Blazers, die derzeitige Lade seiner Mannschaft. „Wir müssen darauf aufbauen, was wir zurzeit als Mannschaft noch leisten können. Es wird nicht einfach werden. Aber so ist das Leben.“

Veteran Joel Przybilla wird nun wieder als Starter für Oden auflaufen. Daneben werden die Power-Forwards LaMarcus Aldridge und Juwan Howard ab und an auf der Center-Position aushelfen müssen. Auch plant man, mit kleineren Lineups den Gegner in die Knie zu zwingen.

Brandon Roy und Aldridge müssen nun noch mehr Verantwortung übernehmen. Beide standen am vergangenen Samstag über 40 Minuten auf dem Feld. Roy konnte vom Gegner aus Houston an dem Abend nicht gestoppt werden. Er beendete die Partie mit 28 Zählern und verwandelte den Siegtreffer für seine Mannschaft. Vergangene Nacht begann für Portland der vier Spiele andauernde Ostküsten-Trip (New York (84:93-Niederlage), Indiana, Cleveland, Milwaukee). Am Ende wird man sehen, wo die von Verletzungen dezimierte Mannschaft stehen wird. Ein Roy in der Form vom Rockets-Spiel würde dem Team enorm weiterhelfen.

Für Greg Oden beginnt derweil die lange Zeit der Rehabilitation. Wieder einmal heißt es für die Center-Hoffnung der Blazers, geduldsam eine Verletzung auszukurieren und dann mit hartem Training wieder fit zu werden. Ist Oden stark genug, ein weiteres Jahr seiner noch so jungen Karriere komplett abseits der Mannschaft zu verbringen?

(Photo by BuouLicense: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

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6 Kommentare zu „Schicksalsschlag für Portland“

  1. Fabou sagt:

    Irgendwie erinnert mich Oden an den 1. Pick von 2001, Kwame Brown. Natürlich sind die Leistungen von Brown nicht vergleichbar mit denen von Oden, aber die Verletzungsmisere, die beide erleiden/erlitten ist ähnlich.

  2. Dmitrij Karle sagt:

    Man kann auch tiefer in die Geschichte blicken. Sam Bowie, 1984 von den Blazers gedraftet. Bowie hatte in den ersten vier Jahren viel mit Verletzungen zu kämpfen, ähnlich wie Oden jetzt. Nicht umsonst vergleichen viele Experten Oden und Bowie.

  3. Mikeplay sagt:

    Ja Bowie war so ein Fall. Hinter ihm im Draft wartete so ein Mann namens Michael denn alle MJ nennen. Und bei Oden wartete Durant und dieser ist ein phänomenaler Spieler und wird einmal eines der Aushängeschilder der NBA.

  4. Dmitrij Karle sagt:

    Auf der anderen Seite, um Oden und Portland in Schutz zu nehmen, würden 29 andere Mannschaften genau die gleiche Entscheidung treffen und mit dem ersten Pick Greg Oden an Land ziehen. Da ein Center solchen Kalibers nicht alle Tage vorkommt. Man klammert sich immer noch daran fest, dass man mit einem Top-Center Spieler mehr Chancen auf den Titel hat.
    Klar, bei einigen Teams hat es auch hervorragend funktioniert (siehe Spurs). Doch das Spiel entwickelt sich immer weiter, hinzu Allround-Spielern a la Dirk Nowitzki, die groß, athletisch und wurfstark sind. Ich denke höchstens 10 Jahre noch, dann sind Center wie Howard oder Oden Schnee von gestern.

  5. Gast sagt:

    Der Vergleich mit Bowie kann einem ja gerade zu Angst machen ;) Obwohl Bowie es aufgrund seines Jahrgangs sicherlich noch viel schwieriger hatte und an ihn wesentlich höhere Erwartungen gestellt wurden…

  6. Dmitrij Karle sagt:

    Da können einem die Blazers Leid tun.
    Gestern brach sich der letzte echte Center der Blazers, Joel Przybilla, seine rechte Kniescheibe und wird für unbestimmte Zeit ausfallen. Trotzdem gewann man gegen die Dallas Mavericks!

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