„Captain Jack“ will weg

Von: David Lorenz

Stephen Jackson will wieder in den Playoffs mitmischen. Da er bei seinem aktuellen Arbeitgeber, den Golden State Warriors aus Oakland, für dieses Vorhaben keine Perspektiven mehr sieht, fordert er nun öffentlich einen Vereinswechsel. Am liebsten würde der 31-Jährige zukünftig für einen Titelanwärter auflaufen oder bei einem der drei Teams aus Texas anheuern. (mehr…)

Nach drei Jahren Warriors soll Schluss sein: Stephen Jackson

Nach drei Jahren Warriors soll Schluss sein: Stephen Jackson

„Zum jetzigen Zeitpunkt meiner Karriere und in meinem Alter bleiben mir vielleicht noch vier oder fünf Jahre in der NBA“, so Stephen Jackson gegenüber dem „Dime Magazin“ am vergangenen Freitag, „Ich möchte für mich die Voraussetzungen schaffen, regelmäßig an den Playoffs teilzunehmen und noch einmal um die Meisterschaft zu spielen.“

„Captain Jack“, seit neun Spielzeiten in der Liga aktiv, absolvierte im vergangenen Jahr mit durchschnittlich 20,7 erzielten Punkten, 6,5 Vorlagen und 1,5 Steals pro Partie seine erfolgreichste Saison als NBA-Profi. Dennoch verpassten die Warriors als zehntplatziertes Team in der Western-Conference mit lediglich 29 Siegen bei 53 Niederlagen die Endrunde deutlich.

Jackson, der 2002/2003 mit den San Antonio Spurs als wichtiger Leistungsträger die Meisterschaft gewann, hat an der chronischen Erfolglosigkeit Golden States anscheinend mächtig zu knabbern. Abgesehen von der sensationell gewonnenen Playoff-Serie gegen die Dallas Mavericks im Jahre 2007 konnten sich die Warriors mit Jackson im Team zuletzt zweimal nicht für die Endrunde qualifizieren.

Zudem dürfte der von Don Nelson bevorzugte Spielstil auch im kommenden Jahr kaum zum Gewinn der Meisterschaft führen. Golden States Headcoach sieht für seine Mannschaft ein offensives Spektakel vor, bei dem gleichzeitig die Defensive komplett vernachlässigt wird. Die Zusammenstellung des Kaders für die anstehende Saison lässt spätestens nach der Verpflichtung von Rookie Stephen Curry beim diesjährigen Draft auch kaum auf eine Abkehr der nelsonschen Philosophie schließen. Zwar wurde mit Jamal Crawford der vielleicht eigensinnigste Spieler der Liga nach Atlanta zu den Hawks abgegeben, dennoch ist die Mannschaft in Person von Curry, Monta Ellis, Kelena Azubuike, Corey Maggette oder Anthony Morrow im Frontcourt mit Akteuren gespickt, die primär den eigenen Korbabschluss suchen.

„Ich glaube nicht, dass ich zur anstehenden Saison noch hier spielen werde“, so der vielseitige Jackson über seine Zukunft in Oakland. „Ich werde die Mannschaft verlassen.“

Ob sich das Management der Warriors derartig die Pistole auf die Brust setzen lässt, bleibt abzuwarten. Die altbekannte Masche, darauf zu setzten, dass ein Team keinen unzufriedenen Starspieler gegen dessen Willen unter Vertrag haben will, ist ein äußerst beliebtes Mittel abwanderungswilliger Akteure. Zumindest dürften die Warriors für den Small-Forward, der im vergangenen November seinen Vertrag vorzeitig für 28 Millionen US-Dollar um drei Jahre verlängerte, auf dem Transfermarkt noch einen Spieler von angemessenem Gegenwert erhalten.

Ginge es nach Jackson, so würde er am liebsten zu einem Titelanwärter oder einem der drei Teams aus Texas getradet werden. „Ich schaue nach einer Mannschaft, bei der ich die Meisterschaft gewinnen kann“, so der 2,03-Meter-Mann.

Was er dann allerdings bei den Houston Rockets zu erreichen gedenkt, dürfte Jacksons Geheimnis bleiben.

(Photos by Yogma / License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

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