Teil 2: Die Topverdiener der NBA

Von: David Lorenz

Brad MillerIm zweiten Teil der NBA-Blog-Serie zu den finanziellen und wirtschaftlichen Hintergründen der National Basketball Association werden die Topverdiener der Liga von Rang 31 bis 60 unter die Lupe genommen. Dabei sind krasse Fehlinvestitionen gegenüber gelungenen Preis-Leistungs-Verhältnissen in der Überzahl. Aber wie sagt man so schön? Hinterher ist man immer schlauer. Eine Analyse. (mehr…)

Money, money, money / Must be funny / In the rich man’s world.“

Spaßig ging es auch zu Beginn des neuen Jahrtausends in der NBA zu, als das Geld noch auf den Bäumen zu wachsen schien. Anders lassen sich einige Spielerverträge in der besten Basketball-Liga der Welt nicht erklären. Bereits unter den 30 Topverdienern der NBA waren mehrere, zum Teil deutlich überbezahlte Akteure anzutreffen, woran die Ränge 31 bis 60 nahtlos anknüpfen.

31. Deron Williams, Utah Jazz: 13.520.500 US-Dollar
32. Jason Richardson, Phoenix Suns: 13.333.333 US-Dollar
33. Steve Nash, Phoenix Suns: 13.125.000 US-Dollar
34. Carlos Boozer, Utah Jazz: 12.657.233 US-Dollar
35. Tony Parker, San Antonio Spurs: 12.600.000 US-Dollar
36. Andrew Bynum, Los Angeles Lakers: 12.526.998 US-Dollar
37. Brad Miller, Chicago Bulls: 12.250.000 US-Dollar
38. Andre Iguodala, Philadelphia 76ers: 12.200.000 US-Dollar
39. Baron Davis, Los Angeles Clippers, 12.150.000 US-Dollar
40. Chauncey Billups, Denver Nuggets: 12.100.000 US-Dollar
41. Al Jefferson, Minnesota Timberwolves: 12.000.000 US-Dollar
42. Tyson Chandler, Charlotte Bobcats: 11.850.000 US-Dollar
43. Antawn Jamison, Cleveland Cavaliers: 11.641.095 US-Dollar
44. Richard Hamilton, Detroit Pistons: 11.625.000 US-Dollar
45. Zydrunas Ilgauskas, Washington Wizards: 11.541.074 US-Dollar
46. Samuel Dalembert, Philadelphia 76ers: 11.360.000 US-Dollar
47. Troy Murphy, Indiana Pacers: 11.047.619 US-Dollar
48. Monta Ellis, Golden State Warriors: 11.000.000 US-Dollar
49. Josh Howard, Washington Wizard: 10.890.000 US-Dollar
50. Josh Smith, Atlanta Hawks: 10.800.000 US-Dollar
51. Manu Ginobili, San Antonio Spurs: 10.725.000 US-Dollar
52. Bobby Simmons, New Jersey Nets: 10.560.000 US-Dollar
53. Emeka Okafor, New Orleans Hornets: 10.538.937 US-Dollar
54. Nene, Denver Nuggets: 10.520.000 US-Dollar
55. Eddy Curry, New York Knicks: 10.500.423 US-Dollar
56. Chris Kaman, Los Angeles Clippers: 10.400.000 US-Dollar
57. Luol Deng, Chicago Bulls: 10.370.425 US-Dollar
58. Tayshaun Prince, Detroit Pistons: 10.324.380 US-Dollar
59. Paul Millsap, Utah Jazz: 10.300.000 US-Dollar
60. Kevin Martin, Houston Rockets: 10.180.170 US-Dollar

Fairerweise muss man direkt zu Beginn anmerken, dass viele der oben genannten Akteure in ihrem letzten Vertragsjahr sind, was heißt, dass man ihren Kontrakt als langjähriges Ganzes sehen muss. Sprich: Ein Zydrunas Ilgauskas beispielsweise war sein Gehalt vor ein paar Jahren mit Sicherheit noch wert. Da man „Big Z“ längerfristig an den Verein binden wollte, standen die Cavaliers ihm auch gewisse Sicherheiten zu. Somit wurde in Kauf genommen, dass Ilgauskas noch vor Ende des Vertrages seinen sportlichen Zenit überschreiten könnte (wie es jetzt auch der Fall ist).

Auf der anderen Seite ist ein Andrew Bynum zum jetzigen Zeitpunkt wohl noch keine 12,5 Millionen US-Dollar für die Saison wert. Allerdings muss man den Center der Los Angeles Lakers als langfristige Investition betrachten. Bynum verfügt über ein schier unermessliches Potenzial und die Lakers wollten ihn frühzeitig an die Franchise binden. Um ihn nicht an die Konkurrenz zu verlieren, bezahlt L.A. ihm schon jetzt eine stattliche Summe Geld.

In der laufenden Saison mit 15,2 Punkten und 8,2 Rebounds pro Partie: Andrew Bynum

In der laufenden Saison mit 15,2 Punkten und 8,2 Rebounds pro Partie: Andrew Bynum

Auffällig bei den nachweislichen Fehlinvestitionen ist, dass vor allem Spieler auf der Centerposition betroffen sind. Das bestätigt die aktuelle Lage der NBA, in der talentierte oder hoffnungsvolle Big-Men eine Mangelware darstellen. Also schüttet man Akteure, die halbwegs rebounden und punkten können und dazu mindestens 2,08 Meter messen, frühzeitig mit Geld zu, um sie langfristig unter Vertrag zu nehmen. Als da wären Tyson Chandler, Brad Miller, Eddy Curry oder Samuel Dalembert.

Das mit Abstand krasseste Beispiel verschwendeten Geldes neben Eddy Curry stellt dabei der Vertrag von Bobby Simmons dar. Bobby wer? Simmons verdient bei den New Jersey Nets in der laufenden Saison rund 10,5 Millionen US-Dollar. Für sein fürstliches Gehalt erzielt der 28-jährige Shooting-Guard 2009/2010 pro Partie 5,3 Punkte und 2,7 Rebounds.

Die Topverdiener der laufenden Saison auf den Rängen 31 bis 60 lassen sich in vier grobe Gruppierungen einteilen, streng nach ihrem aktuellen Leistungsvermögen beurteilt.

Überbezahlt

Jason Richardson, Brad Miller, Andre Iguodala, Baron Davis, Tyson Chandler, Zydrunas Ilgauskas, Samuel Dalembert, Josh Howard, Bobby Simmons, Eddy Curry, Kevin Martin

Fragwürdig

Andrew Bynum, Troy Murphy, Manu Ginobili, Emeka Okafor, Tayshaun Prince

Gerechtfertigt

Carlos Boozer, Tony Parker, Al Jefferson, Antawn Jamison, Richard Hamilton, Monta Ellis, Josh Smith, Nene, Chris Kaman, Luol Deng, Paul Milsap

Unterbezahlt

Deron Williams, Steve Nash, Chauncey Billups

Hier geht es zu den Rängen 1 bis 30
Hier geht es zu den Rängen 61 bis 90

(Photos by Keith Allison | License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

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11 Kommentare zu „Teil 2: Die Topverdiener der NBA“

  1. Mike sagt:

    Sehr cool die news zu den Gehältern!
    Allgemein dickes lob für die seite!!!

  2. Sören sagt:

    Klar ist z.B. Curry absolut überbezahlt, aber es irgendwie auch geil, dass er so nen Vertag hat. Die Dummen sind die, die den Spielern die Verträge geben.
    Den Vogel meiner Meinung nach schieß aber Brian Cardinal ab. Der ist hier nicht in der Liste. Aber der macht ja für seine Kohle auch recht wenig.
    Auch Jefferson und Bynum sind schon etwas überbezahlt. Vorallem Jefferson hat einen Schritt zurückgemacht (da gefällt mit Kevin Love besser)

  3. David Lorenz sagt:

    @ Mike: Vielen Dank!

    @Sören: Werde auch noch einen dritten Teil zusammenstellen, da tauchen noch so einige Leichen aus dem Keller auf.

  4. Sören sagt:

    Das mit dem dritten Teil finde ich echt klasse. Bin mal gespannt wer da noch so auftaucht.
    Ist schon der Wahnsinn wie die mit dem Geld um sich werfen für nichts..

  5. Malte Arndt sagt:

    Ist eben schon traurig, wie ein gutes Jahr ausreicht, damit Spieler völlig überbezahlt werden (siehe Simmons). Ein Vertrag, der bislang noch nicht aufgetaucht ist, aber auch zu den schlechtesten überhaupt gehört: Anderson Varejao. Der gute Mann wird 2015 knappe 10 Millionen Dollar verdienen und bis dahin eine kontinuierliche Gehaltssteigerung haben. Für einen Rollenspieler ist das völlig über Wert bezahlt. Da kann man für die GMs eigentlich nur hoffen, dass sie das neue CBA 2011 vor sich selbst rettet. Fände den GEdanken eines Hard Cap wie in der NHL eigentlich ganz reizvoll, dann hört das grandiose Überbezahlen von bestenfalls mittelmäßigen Spielern endlich auf.

  6. David Lorenz sagt:

    Im Falle Varejaos muss man jedoch erwähnen, dass der Bursche mittlerweile einer der besten Verteidiger der Liga ist. Sein Gehalt staffelt sich für die nächsten Jahre wie folgt:

    $6,300,000
    $7,000,000
    $7,700,000
    $8,400,000
    $9,100,000
    $9,800,000

    Wobei die 9,8 Millionen im letzten Jahr eine Team-Option sind, sprich, er kann vorher aus seinem Vertrag entlassen werden.

  7. Sören sagt:

    Anderson Varejao verdient schon ein bisschen zu viel, ist jedoch ein guter bodyguard für Lebron. Das passt dann auch irgendwie. Insgesamt muss man aber sagen, dass die meisten durschnittlichen Spieler viel zu viel verdienen. Lass die Bryant, James, Wade und die paar “richtigen” Superstars ruhig ihre 20 Mio. oder mehr verdienen. Sie sind auch die Zuschauermagnete und die Fans wollen sie sehen. Nur es muss aufhören, dass Leute wie Curry, Chandler oder Richardson wie Superstars bezahlt werden. Das macht vieles kaputt. Da muss man anfangen. Mein Herz blutet wenn ich Brian Cardinal z.B. “spielen” sehe und er dafür Unmengen von Geld bekommt. Das ist der Wahnsinn.

  8. Arndt sagt:

    *DaumenHoch*, bin mal gespannt was nich im 3. Teil ans Tageslicht kommt.

  9. Dmitrij Karle sagt:

    Meiner Meinung nach sind schon 6,3 Mio. zu viel für einen eindimensionalen Spieler wie Varejao! Gut, jeweils 8 Punkte und Rebounds im Schnitt sind nicht schlecht für einen Bankspieler. Aber wie gesagt, er ist ein Bankspieler, nicht mehr und weniger. Von Upside möchte ich hier erst gar nicht anfangen! Sein Potential ist längst ausgeschöpft. Doch sein Gehalt wächst und wächst und wächst…

  10. David Lorenz sagt:

    @ Dimi: Da ist sicher was dran, allerdings lassen sich die Leistungen von Varejao nicht so gut in Statistiken erfassen. Er kann mehrere Positionen sehr effektiv verteidigen, auch schnellere Forwards oder sogar Guards, da er sehr beweglich ist und gute Reflexe besitzt. Das macht ihn wertvoll für Cleveland, da er neben dem statischen Shaq gegnerische Spieler die zum Korb ziehen oft übernehmen und abfangen muss, was ihm häufig sehr gut gelingt.

    Finde das Geld bei Varejao noch einigermaßen gut investiert, da gibt es weitaus schlimmere Beispiele.

  11. Magnus sagt:

    Ein ganz wichtiger Aspekt, den ihr bei Varejao vergesst ist, dass er durch seine Hustleplays einen unschätzbaren Wert für die Cavs hat… Auch zugute kommt sein Plopping, was zwar ein bischen ätzend für alle anderen ist, aber für die Cavs absolut gold wert..
    Aber natürlich habt ihr recht … einige Spieler sind total überbezahlt, wenn diese jedoch soviel Geld bekommen warum dann nicht auch Andy ..

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