Teil 3: Die Topverdiener der NBA

Von: David Lorenz

erick-dampierIm dritten Teil der NBA-Blog-Serie zu den finanziellen und wirtschaftlichen Hintergründen der National Basketball Association werden die Topverdiener der Liga von Rang 61 bis 90 unter die Lupe genommen. Dabei setzt sich ein Trend der vorangegangenen Platzierungen fort: Die großen Jungs auf der Center-Position, egal ob talentiert oder nicht, sind teilweise hoffnungslos überbezahlt. Eine Analyse. (mehr…)

Während sich auf den Rängen 31 bis 60 der NBA-Topverdiener die überbezahlten Akteure mit den Spielern, die ihr Gehalt rechtfertigen können, noch grob die Waage halten, sieht es auf den Plätzen 61 bis 90 schon ganz anders aus. Athleten, bei denen nicht ganz klar ist, wofür sie ihren Gehaltsscheck überhaupt bekommen, sind deutlich in der Überzahl.

61. Erick Dampier, Dallas Mavericks: 10.112.500 US-Dollar
62. Al Harrington, New York Knicks: 10.026.875 US-Dollar
63. Ben Gordon, Detroit Pistons: 10.000.000 US-Dollar
63. Andrew Bogut, Milwaukee Bucks: 10.000.000 US-Dollar
65. Danny Granger, Indiana Pacers: 9.930.500 US-Dollar
66. Jason Terry, Dallas Mavericks: 9.862.500 US-Dollar
67. Mike Dunleavy, Indiana Pacers: 9.780.992 US-Dollar
68. Caron Butler, Dallas Mavericks: 9.780.970 US-Dollar
69. Mike Miller, Washington Wizard: 9.750.000 US-Dollar
70. Kirk Hinrich, Chicago Bulls: 9.500.000 US-Dollar
71. Jamal Crawford, Atlanta Hawks: 9.360.000 US-Dollar
72. Quentin Richardson, Miami Heat: 9.352.500 US-Dollar
73. Gerald Wallace: Charlotte Bobcats: 9.075.000 US-Dollar
73. David West, New Orleans Hornets: 9.075.000 US-Dollar
75. Andris Biedrins, Golden State Warriors: 9.000.000 US-Dollar
75. Boris Diaw, Charlotte Bobcats: 9.000.000 US-Dollar
75. Hedo Turkoglu, Toronto Raptors: 9.000.000 US-Dollar
75. Mehmet Okur, Utah Jazz: 9.000.000 US-Dollar
79. Corey Maggette, Golden State Warriors: 8.937.931 US-Dollar
80. Mo Williams, Cleveland Cavaliers: 8.860.000 US-Dollar
81. Kenny Thomas, Sacramento Kings: 8.553.125 US-Dollar (mittlerweile ausbezahlt)
82. T.J. Ford, Indiana Pacers: 8.500.000 US-Dollar
83. Devin Harris, New Jersey Nets: 8.400.000 US-Dollar
84. Jose Calderon, Toronto Raptors: 8.219.009 US-Dollar
85. Jason Kidd, Dallas Mavericks: 8.000.000 US-Dollar
86.
Mark Blount, Minnesota Timberwolves: 7.962.500 US-Dollar (mittlerweile ausbezahlt)
87. Stephen Jackson, Charlotte Bobcats: 7.650.000 US-Dollar
87. Marcus Camby, Portland Trail Blazers: 7.650.000 US-Dollar
89. Marvin Williams, Atlanta Hawks: 7.500.000 US-Dollar
89. Darko Milicic, Minnesota Timberwolves: 7.500.000 US-Dollar
89. Lamar Odom, Los Angeles Lakers: 7.500.000 US-Dollar
89. Andres Nocioni, Sacramento Kings: 7.500.000 US-Dollar

Abermals springt sofort die Masse an zum Teil deutlich überbezahlten Center-Spielern ins Auge. Erick Dampier, Andris Biedrins, Mehmet Okur, Kenny Thomas, Mark Blount oder Darko Milicic liefern aktuell allesamt nicht die Leistungen ab, die sich ihre Teams bei Vertragsunterschrift von ihnen erwünscht und erhofft hatten.

Schaut man sich die Gehälter von zwei Spielern an, die in etwa über das gleiche Maß an Talent verfügen, der eine jedoch auf der Guard-Position und der andere auf der Fünf spielt, so verdient der Center im Schnitt deutlich mehr als sein kleinerer Kollege. Davon haben die Big Men der Liga jahrelang profitiert und tun es auch heute noch.

Unter den oben aufgeführten Center-Spielern rechtfertigen lediglich Andrew Bogut und Marcus Camby ihr fürstliches Gehalt mit angemessenen Leistungen.

Dass die finanziellen Vorteile der Center auch für Scharfschützen gelten können, zeigen die Beispiele Quentin Richardson und Mike Miller. Beide verfügen über genau ein herausragendes Talent: den Wurf von außen. Ansonsten dienen sie ihrer Mannschaft höchstens als Passstation. Sicher: jedes Team braucht Spezialisten, doch Richardson und Miller verdienen wie All-Stars.

Zwei überbezahlte Spieler unter sich: Torontos Jose Calderon (links) und Washingtons Mike Miller

Zwei überbezahlte Spieler unter sich: Torontos Jose Calderon (links) und Mike Miller von den Wizards

In Toronto hat man derweil ganz andere Probleme. Zwar treten die Raptors mittlerweile sehr erfolgreich auf, doch haben zwei der großen Hoffnungsträger im Team daran einen relativ geringen Anteil. Jose Calderon und Hedo Turkoglu wurden in der Hoffnung auf besondere Leistungen mit hoch dotierten Verträgen ausgestattet. Doch Calderon ist aufgrund starker Formschwankungen und grober Defizite in der Defensive mittlerweile nur noch der Backup-Guard von Jarrett Jack, während Turkoglu (der übrigens genauso viel verdient wie sein Landsmann Mehmet Okur) bislang noch nicht an seine starke Saison 2008/2009 mit den Orlando Magic anknüpfen konnte.

Ben Gordon ist noch so ein Beispiel. Als zukünftiger Hoffnungsträger der Detroit Pistons verpflichtet und mit zehn Millionen US-Dollar pro Saison ausgestattet, erzielt Gordon in der laufenden Saison lediglich 15,1 Punkte und 2,5 Assists pro Partie - nachdem er in Chicago jahrelang der Topscorer der Bulls war.

Die Topverdiener der laufenden Saison auf den Rängen 61 bis 90 lassen sich in vier grobe Gruppierungen einteilen, streng nach ihrem aktuellen Leistungsvermögen beurteilt.

Überbezahlt

Erick Dampier, Al Harrington, Ben Gordon, Mike Dunleavy, Mike Miller, Quentin Richardson, Andris Biedrins, Boris Diaw, Mehmet Okur, Corey Maggette, Kenny Thomas, T.J. Ford, Jose Calderon, Mark Blount, Darko Milicic, Andres Nocioni

Fragwürdig

Jason Terry, Caron Butler, Kirk Hinrich, David West, Hedo Turkoglu, Marvin Williams

Gerechtfertigt

Andrew Bogut, Danny Granger, Jamal Crawford, Gerald Wallace, Mo Williams, Devin Harris, Jason Kidd, Stephen Jackson, Marcus Camby, Lamar Odom

Unterbezahlt

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Hier geht es zu den Rängen 1 bis 30
Hier geht es zu den Rängen 31 bis 60

(Photos by Keith Allison & fi_chince | License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

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3 Kommentare zu „Teil 3: Die Topverdiener der NBA“

  1. Arndt sagt:

    bei calderon habe ich letzte saison echt gedacht, dass er bald durch die decke geht und nba all top 5 pg wird. was hat der damals ne zeit krasse stats aufgelegt… ich verfolge die raps nicht so dieses jahr, aber er muss defensiv wirklich schlecht sein bzw. insgesamt sehr abgebaut haben, denn jack ist ja nun auch nicht gerade “premium”, bis auf seine schnürschuhaktion mit dem eingequetschten ball ;)

  2. frank sagt:

    “Big Ben” ist der Spitzname von Ben Wallace und nicht von Ben Gordon?!

  3. David Lorenz sagt:

    Richtig, mein Fehler.

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