Vorschau: Dallas Mavericks gegen Denver Nuggets

Von: David Lorenz

Rick CarlisleFür die Dallas Mavericks geht es heute Nacht um nichts Geringeres als die Ehre. Das Team von Rick Carlisle (Foto) liegt nach drei Partien gegen die Denver Nuggets in den Conference-Semi-Finals mit 0:3 im Hintertreffen. Bislang vermochte keine Mannschaft in der Geschichte der Playoffs einen derartigen Rückstand noch zu drehen. (mehr…)


 

Aus diesem Grund ist im Vorfeld der Partie vor allem Coach Carlisle gefragt, die Motivation der Truppe hochzuhalten. Schließlich gilt es, im wahrscheinlich letzten Auftritt vor heimischer Kulisse den Fans noch einmal vollen Einsatz zu demonstrieren. Außerdem wäre es für die Mavericks äußerst schmerzhaft, dem Rivalen aus Denver bei den Feierlichkeiten zum ersten Conference-Finals-Einzug seit 1985 zuschauen zu müssen.

Es liegt also an Dallas, Charakter zu beweisen.

„Ich denke, wir haben von Spiel zu Spiel besser gegen die Nuggets agiert“, so Dirk Nowitzki vor dem Showdown. „Aber nur gut zu spielen bringt dich in dieser Liga nicht voran. Wir müssen einen Weg finden, Denver zu schlagen, was uns bisher noch nicht gelingen wollte. Wir haben während der kompletten Saison und den Playoffs jetzt sieben Mal in Folge gegen diese Jungs verloren.“

Nowitzki trifft mit der Aussage den wunden Punkt der Mavericks. Gegen die extrem gut spielenden Nuggets, die bisher neben Cleveland den besten Eindruck aller Teams in der Endrunde hinterließen, lag es selten am fehlenden Einsatz der Texaner. Denver war bisher einfach die bessere Mannschaft.

Obwohl Dallas im dritten Aufeinandertreffen beider Mannschaften 49 Mal an die Freiwurflinie durfte, nur zehn Ballverluste produzierte und das erste Mal während der laufenden Serie die bessere Bank stellte, sollte es am Ende nicht reichen. Zwar ging ein Teil der Niederlage auch auf die Rechnung der Schiedsrichter. Doch die Mavericks würden es sich deutlich zu einfach machen, die Entscheidung der Referees als Entschuldigung für die Pleite heranzuziehen. Während den letzten 2:12 Minuten der Partie vergaben Josh Howard und Jason Terry jeweils einen Freiwurf. Daneben konnte Carmelo Anthony vor seinem spielentscheidenden Dreier locker per Dunk über die halbe Dallas-Defensive auf 103:105 aus Sicht der Nuggets verkürzen - zu diesem Zeitpunkt der Partie ein absolutes Unding.

„Sie haben in diesem Jahr Dinge vollbracht, die ihnen zuvor noch nie gelangen“, so Carlisle über den Rivalen. „Denver hat sich in so vielen Bereichen verbessert. Es ist schwer, sie zu schlagen. Nicht umsonst haben die Nuggets die reguläre Saison mit dem zweitbesten Ergebnis aller Teams der Western-Conference abgeschlossen. Das geschah nicht aus Zufall.“

Dennoch wollte der stoische Stratege das Duell keineswegs bereits im Vorfeld der Partie aufgeben. „Wir wurden während der laufenden Saison schon so oft abgeschrieben, und immer fanden wir darauf die passende Antwort. Wenn es hart auf hart kommt, müssen wir als Team einfach noch enger zusammenrücken und weiter kämpfen. Das haben wir das ganze Jahr über gezeigt. Meine Jungs sind extrem belastungsfähig und ich werde nicht zulassen, dass sich auch nur einer von ihnen hängen lässt.“

Dallas bekommt heute Nacht ab 3:30 Uhr deutscher Zeit die letzte Gelegenheit, die schwarze Niederlagen-Serie von sieben Pleiten am Stück gegen die Nuggets zu durchbrechen.

Eine Frage der Ehre.

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