Fliegt Orlando unter dem Radar?

Von: Dmitrij Karle

Dwight HowardIm Osten der NBA spricht momentan alles und jeder von den Cleveland Cavaliers und ihrem Superstar LeBron James. Dabei wird gerne vergessen, welche Mannschaft den aktuellen Ligaprimus in den vergangenen Playoffs mehr als deutlich aus der Postseason schoss: die Orlando Magic. Das Team um Center Dwight Howard (Foto) ist nach wie vor brandgefährlich. Ein Kommentar. (mehr…)

Vor einem Jahr, genau zu dieser Zeit, dominierten die Orlando Magic ihren Auswärtstrip durch die Western-Conference. Mit Siegen über die Nuggets, Blazers, Spurs, Jazz und die Lakers katapultierte sich die Mannschaft von Headcoach Stan Van Gundy an die Ligaspitze. Da verwunderte es keinen, dass gleich drei Magic-Akteure (Dwight Howard, Rashard Lewis, Jameer Nelson) zum Allstar-Game nach Phoenix eingeladen wurden.

Doch dann passiert das Unerwartete. Kurz vor dem Allstar-Break, im Spiel gegen die Dallas Mavericks, verletzte sich Aufbauspieler Nelson und fiel in der Folge für den Rest der Saison aus (bis auf einige Kurzauftritte in den NBA-Finals). Da der nur 1,83-Meter kleine Nelson ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft war, prophezeiten damals viele Experten, Orlando hätte ohne ihn nicht den Hauch einer Chance auf den Titel. Ein erfolgreiches Abschneiden der Mannschaft in den Playoffs hielten nur wenige für möglich.

Doch wir alle wissen, wie die Geschichte endete. Die Orlando Magic reagierten schnell und sicherten sich die Dienste von Point-Guard Rafer Alston. In der Postseason zerquetschte man die Boston Celtics und überpowerte die One-Man-Show aus Cleveland.

Rashard Lewis

Rashard Lewis

Momentan sieht die Zukunft der Magic auf dem Papier abermals nicht besonders rosig aus. Allgemein wird davon ausgegangen, dass sie, wieder einmal, ohne Chance gegen LeBron James und seine Cavaliers sind. Orlando belegt momentan den zweiten Platz im Osten, Cleveland residiert stolz auf dem ersten Rang (auch ligaweit) und hat über sechs Spiele Vorsprung auf die Magic. Trotz zuletzt guter Leistungen von Vince Carter (48 Punkte gegen New Orleans) zweifeln nicht wenige daran, dass Orlando in den Playoffs die Cavaliers schlagen kann.

Nun, wo steht die Mannschaft zum jetzigen Zeitpunkt? Genau da, wo sie stehen möchte. Im Windschatten der Konkurrenz.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird man entweder vom zweiten oder dritten Rang in die NBA-Playoffs einziehen. Orlando wird ähnlich stark auftreten wie es letztes Jahr der Fall war. Ein großes Plus der Mannschaft liegt darin, dass die Magic-Akteure am besten auf dem Feld agieren, wenn man ihnen keinen gebührenden Respekt entgegenbringt oder sie zu sehr unterschätzt.

Rashard Lewis wird immer wieder nachgesagt, dass er nicht das Zeug zu einem Superstar in dieser Liga hätte. Seitdem Jameer Nelson das College verließ, hängen die Zweifler an ihm wie die Motten an einer Glühbirne. J.J. Redick spielt seine beste NBA-Saison und wird nicht einmal zum Dreier-Wettbewerb des Allstar-Games eingeladen. Sogar Dwight Howard, der beste Center in der NBA, kriegt hin und wieder sein Fett weg.

Fakt ist: Die Magic sind durchaus in der Lage, jede Mannschaft dieser Liga zu schlagen. Sie sind eines der besten Verteidigungsteams (Platz zwei im Defensive Efficiency Rating). Auch im Angriff ist das Team ganz weit vorn mit dabei. Mehr als die Hälfte der Spieler in Reihen Orlandos können auf einen soliden Dreipunktewurf zzurückgreifen. Viele behaupten noch immer, dass der Dreier gleichzeitig auch das Verderben der Mannschaft sei. Doch damit hat man es letztes Jahr immerhin bis in die NBA-Finals geschafft. No Comment!

Wir werden sehen, wie sich das Team aus Orlando weiter schlagen wird. Am kommenden Donnerstag steht eines der besten Spiele der regulären Saison auf dem Programm. Die Orlando Magic reisen nach Cleveland, um sich mit dem “König” und seinen Cavaliers zu messen. Und eines ist dabei sicher: es ist nicht besonders klug, die Magic bereits jetzt abzuschreiben. Man erinnere sich nur an die vergangene Saison.

(Photos by Keith Allison | License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

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6 Kommentare zu „Fliegt Orlando unter dem Radar?“

  1. Malte Arndt sagt:

    Ich würde nicht davon reden wollen, dass sie wirklich unterm Radar fliegen. Vor Saisonbeginn hatte sie jeder auf der Rechnung als Titelanwärter und es zeigt sich ja auch, dass das nicht ganz unbegründet ist. Weshalb nur jeder von Cleveland spricht, ist auch klar: Zum einen spielt Cleveland einfach den besten Basketball der NBA und das in letzter Zeit auch, obwohl Mo Williams außer Gefecht ist. Das kann einem ähnlich Angst machen wie die Siegesserie der Nuggets ohne Anthony. Zum anderen hat Cleveland ja mehr als offensichtlich die Probleme in der Offseason adressiert, die sich während der Serie gegen die Magic aufgetan haben: Sie haben jetzt einen Center, der körperlich mit Howard mithalten kann bzw. von ihm nicht durch die Zone geschubst wird. Mit Parker und Moon hat man zwei Defensivspezialisten für den Perimeter geholt, um nicht noch einmal von einem Forward-Duo auseinandergenommen zu werden. Das sind nur mal zwei Faktoren, weshalb ich es verstehen kann, dass viele Experten in diesem Jahr wirklich keinen Weg mehr vorbei an Cleveland sehen. Orlando ist ohne Frage ein super Team, aber ich sehe eben noch nicht, wie sie eine Serie gegen die Cavs gewinnen wollen.

  2. Chris sagt:

    Naja, Carter funktioniert nicht. Sie werden es dieses Jahr deutlich schwerer haben gegen die Cavs. Ich glaube auch nicht an sie.

  3. Arndt sagt:

    guter Artikel, dimitrij! :-)
    Mich beschäftigt in diesem Zusammenhang dier Person Vince Carter. Da läuft es ja bisher alles andere als rund, vielleicht kommt mit seinen 48 punkten der breakout für ihn im team (und was das zusammenspiel betrifft)

  4. David Lorenz sagt:

    Leider hat Carter gestern enttäuscht. Nur 5 Treffer bei 16 Würfen aus dem Feld. Da muss echt mehr kommen, sonst wird er Turkoglu nicht ersetzen (was er meiner Meinung nach sowieso nicht schaffen wird, da Turkoglu ein Allrounder war und Carter “nur” scoren kann).

  5. Dmitrij Karle sagt:

    Ach, come on people. Carter ist nicht Turkoglu. Das kann man drehen wie man will.
    Verstehe auch nicht, warum Vince immer wieder in dessen Rolle gedrängt wird?!
    Er hat gerade seinen schlimmsten Monat hinter sich (Januar: 8.7ppg, 28 FG%) und kämpft sich im Ferbuar wieder zurück. Seine Stats sehen im Moment auch ordentlich aus (22.5ppg, 50 FG%, 56 3PT%!!!).
    Was wichtig ist, weder Carter noch Howard müssen ein Top-Spiel absolvieren, um als Sieger den Platz zu verlassen. Dafür, wie ich schon im Artikel beschrieben habe, haben die Magic zu viele weitere Akteure, die punkten können. In der gestrigen Partie waren es zB ein JJ Redick (8 Punkte, 3-3 FGs) oder J. Williams (10 Punkte, 4-4 FGs), die Orlando eine zeit lang über Wasser hielten.
    Dass man müde ein Back 2 Back Spiel gegen die beste Mannschaft der NBA durchaus knapp verliert, ist mMn weniger schlimm! Es war das vierte Spiel für Orlando in fünf Tagen!! Cleveland hatte NUR 2 Spiele in dieser Woche (Orlando mit eingeschlossen). Das erste Spiel gegen die Nets. Dass ich nicht lache.!!!
    Die Magic bezwangen am Sonntag die Celtics, um am nächsten Tag gegen die HOrnets zu gewinnen. Und dann gings nach Chicago. Und dieses junge Team ist mehr als unangenehm zu spielen.
    Aber unterschätzt ruhig weiter die Magic ;)

  6. David Lorenz sagt:

    Jo, ich geb Dir Recht Dimi, Orlando hat gestern lange mehr als ordentlich mitgehalten und ist erst in den letzten Minuten der Partie eingebrochen.

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