Von: David Lorenz
Letztes Jahr gewann Clevelands Headcoach Mike Brown die Auszeichnung zum besten Trainer der NBA und führte sein Team bis in die Eastern-Conference-Finals, wo die Cavs gegen ein perfekt funktionierendes Team aus Orlando sang- und klanglos ausschieden. Ob Brown den „Coach-of-the-Year“-Award verdient hatte, sei einmal dahingestellt.
Mit einer 0-2 Billanz starten die Cavaliers also in die neue Spielzeit. Gegen Celtics und Raptors konnte man klar erkennen, dass die Offensive in Cleveland momentan kaum präsent ist, um es schonend zu formulieren. Anstatt LeBron James zu entlasten, wie es letzte Saison über Weite Strecken der Fall war, muss der Superstar einmal mehr die gesamte Last im Angriff alleine schultern.
Der Kader Clevelands kann kaum das Problem darstellen. Es ist wohl eher das Coaching von Mike Brown, das vielen NBA-Experten schon jetzt Sorgen bereitet. Brown ist ein hervorragender Defensiv-Coach. Während seiner Zeit in Indiana war es sein Verdienst, dass die Pacers mit Hilfe der starken Verteidigung immer wieder tief in die Playoffs vordringen konnten. Doch seine Schwäche ist und bleibt der Angriff. Warum es in der vergangenen Saison trotzdem in der Offensive wie geschmiert lief, verdankte man alleine Assistant-Coach und Offensivguru John Kuester. Doch Kuester entschied sich, seinen eigenen Weg zu gehen und wurde neuer Headcoach der Detroit Pistons.
Im ersten Saisonspiel stand LeBron James satte 45 Minuten auf dem Parkett. Gegen die Raptors waren es nur fünf weniger. Auch Superhelden geht bei solch einer Belastung am Ende die Kraft aus. Wir errinnern uns, als James in der letzten Saison das vierte Viertel einer Begegnung meist entspannt auf der Bank verfolgen konnte, da sein Team den Gegner sowohl in der Defensive als auch in der Offensive immer wieder vorgeführt hatte. LeBron stand 2008/2009 im Schnitt 37 Minuten auf dem Feld. So wenig wie noch nie zuvor in seiner NBA-Karriere. In der aktuellen Spielzeit sind es schon über 42 Minuten pro Partie.

Der wertvollste Spieler der vergangenen Saison: LeBron James (links)
Was den Kader angeht, so braucht er sich kaum hinter der Konkurrenz aus Boston, Orlando und Los Angeles zu verstecken. Mit Neuzugängen wie Anthony Parker oder Jamario Moon konnte man sich in der Vertedigung verstärken. Parker ist zudem noch in der Lage, offensiv Akzente zu setzen. Der 1,98 Meter große Shooting-Guard traf in seiner NBA-Laufbahn fast 42 Prozent von jenseits der Dreipunktelinie. Darüber hinaus ist natürlich Shaquille O’Neal nicht zu vergessen, der in einer sehr guten körperlichen Verfassung zu sein scheint.
Doch die Stärken dieser Spieler werden im System von Brown kaum genutzt. Stattdessen vertraut man auf das „1-gegen-5“-Prinzip und lässt James agieren. Natürlich kann dies gegen viele Mannschaften auch funktionieren. Doch gegen die Lakers, Celtics oder Magic wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Hose gehen. Das konnte man während der vergangenen Playoffs beobachten, als Orlandos Hedcoach Stan Van Gundy Mike Brown demonstrierte, wer der bessere Stratege ist.
Die Saison ist noch sehr jung. Keine Panik Cleveland-Fans! Aber es muss sich etwas tun, sonst sieht es am Ende nicht allzu gut aus für die Cavaliers. Brown war bisher nicht in der Lage, die Offensive auf Vordermann zu bringen. Es muss jemand her, der ihm zeigt, wie ein perfekter Angriff gelaufen wird. James alleine kann es nicht richten.
(Photos by rwbakercom & Keith Allison | License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)
Schlagworte: Anthony Parker, Boston Celtics, Cleveland Cavaliers, Detroit Pistons, Indiana Pacers, Jamario Moon, John Kuester, Los Angeles Lakers, Mike Brown, Orlando Magic, Shaquille O'Neal, Toronto Raptors




Die NBA-Saison ist gerade mal drei Tage alt, da haben die Cleveland Cavaliers bereits zwei Begegnungen verloren (gegen Boston und Toronto). An LeBron James (Foto) dürfte das wohl kaum gelegen haben. Die Nummer 23 der Cavs spielt auch in dieser Saison einen fantastischen Basketball. Doch 38 Punkte gegen die Celtics, sowie ein Triple-Double bei den Raptors genügten nicht für einen Sieg. Wo liegen also die Probleme der Cavs?
hm, hab nur die erste halbzeit gegen boston gesehen…aber wie du das hier beschreibst, das macht mir echt n bisserl sogen. ;./
Wie gesagt, es ist noch recht früh in der Saison.
Gestern gegen die Wölfe hat es gereicht. War ja auch nur Minnesota.
Deren Spielplan sollte sich positiv auswirken. In den nächsten vier Spielen trifft man auf Charlotte, Washington, Chicago und NY.
Aber es ist ganz klar zu erkennen, dass die Offensive nicht mehr so flüssig läuft, wie es letzte Saison der Fall war.