Von: David Lorenz
Die Kelten führen durch den Erfolg die Serie „Best of Seven“ nun mit 3:2 Siegen zum ersten Mal an und würden bei einem weiteren Triumph in die Conference-Finals gegen die Cleveland Cavaliers einziehen.
„Es geht darum, niemals aufzugeben“, so Paul Pierce nach der knappen Angelegenheit gegen Orlando. „Wir haben heute das Herz eines wahren Champions bewiesen“. Pierce schrammte mit 19 Punkten, neun Rebounds und acht Vorlagen äußerst knapp an einem Triple-Double vorbei.
Doch lange war vom beschworenen Geist der Meisterschaft nichts zu spüren. Über drei Viertel der Partie präsentierte sich Boston lustlos, teilweise ausgelaugt. Die Konsequenz: ein 14-Punkte-Rückstand neun Minuten vor Ende der Partie. Doch dann fassten sich Stephon Marbury (Foto) und Glen „Big Baby“ Davis ein Herz. Das Duo erzielte im finalen Spielabschnitt 22 der 33 Zähler Bostons. Davon gingen alleine 12 auf das Konto Marburys, der das erste Mal seit seiner Verpflichtung durch die Celtics wirklich einen signifikanten Anteil am Sieg seiner Mannschaft gehabt haben dürfte.
„Ich will einfach nur Basketball spielen“, so das ehemalige Enfant terrible nach der Partie. „Das ist alles, was ich mir wünsche. Nach einem Jahr ohne meinen Sport weiß ich zu schätzen, was ich an meiner Arbeit habe. Ich bin einfach nur glücklich, die Möglichkeit zu besitzen, Boston im Kampf um eine weitere Meisterschaft zu unterstützen.“
Die Kelten zeigten in den letzten acht Sekunden der Partie keine Schwächen von der Freiwurflinie und wussten sechs Würfe bei sechs Versuchen zum Endstand zu verwandeln.
Auf der Gegenseite wurde abermals deutlich, dass Dwight Howard trotz seines unbestrittenen Status als Superstar noch eine Menge Arbeit vor sich hat. Wie so oft im Laufe der vergangenen Saison tauchte der Center im Schlussabschnitt der Partie völlig ab, nahm nur einen Wurf aus dem Feld und beendete das letzte Viertel mit mageren vier Zählern. Insgesamt verbuchte das Kraftpaket 12 Punkte und 17 Rebounds für sich, offensiv in einer derart wichtigen Partie deutlich zu wenig für einen selbsternannten „Superman“.
Stärkste Faktor auf Seiten Orlandos, die jetzt zwei Matchbälle der Celtics abzuwehren haben, war einmal mehr die Flügelzange um Hedo Turkoglu (Foto, 18 Punkte, sieben Rebounds) und Rashard Lewis (19 Zähler, fünf Abpraller). Auf Seiten Bostons beendete Davis die Begegnung mit 22 Punkten (neben sieben Rebounds) als Topscorer der Partie, Ray Allen wusste 13 Zähler für sich zu verbuchen.
„Wir lagen den ganzen Abend durchgehend in Führung“, so ein geschockter Turkoglu nach der Niederlage seiner Mannschaft. „Während der letzten beiden Minuten haben wir einfach aufgehört zu spielen. Wir hätten niemals in diese Situation kommen dürfen. Diese Partie hätten wir deutlich früher ohne große Schwierigkeiten für uns entscheiden müssen.“
Fehlender Killerinstinkt? Fehlende Playoff-Erfahrung? Orlando hat während der laufenden Serie schon mehrmals den Fehler begangen, aufgrund einer starken eigenen Leistung den amtierenden Champion zu unterschätzen. Vergangene Nacht sollte sich dies auf brutale Art und Weise rächen.
In der Nacht auf Freitag steigt Partie Nummer sechs der Serie in Florida, wenn Orlando die vorerst letzte Chance bekommt, durch konzentrierten Basketball über 48 Minuten Spielzeit zu überzeugen.
Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):
Schlagworte: Boston Celtics, Cleveland Cavaliers, Doc Rivers, Dwight Howard, Glen Davis, Hedo Turkoglu, Orlando Magic, Paul Pierce, Ray Allen, Stephon Marbury



