Davis entscheidet Playoff-Thriller

Von: David Lorenz

Glen DavisSpielstand: 94:93 für Orlando, Boston im Ballbesitz, die Uhr tickt runter. Glen „Big Baby“ Davis (Foto) stellt Paul Pierce einen Block, rollt sich ab, bekommt das Leder, wirft aus etwa sieben Meter Korbentfernung - swish! Die Celtics besiegen die Magic mit 95:94 und erobern sich den Heimvorteil der Zweitrunden-Serie zurück. (mehr…)


 

Es war der wichtigste Wurf in der noch jungen Karriere von Davis. Mit einer Niederlage wäre Orlando in den Besitz dreier Mätchbälle gewesen. Dank des massigen Power-Forwards haben jetzt die Celtics beim Stand von 2:2 nach Siegen im Duell beider Teams wieder die besseren Karten auf ein Weiterkommen, da die Partien fünf und sieben (falls nötig) beim amtierenden Meister stattfinden.

„Das ist wirklich klasse“, so Davis anschließend mit einem breiten Grinsen im Gesicht. „Das war der erste Buzzer-Beater meiner Karriere, also müsst ihr meine Freude jetzt einfach ertragen.“

Der 23-Jährige war es auch, der Boston mit sieben seiner insgesamt 21 Punkte während des vierten Viertels im Spiel hielt. „Big Shot Baby Davis“ schüttelte Orlandos Dwight Howard noch nach der Begegnung fassungslos den Kopf. „Jetzt müssen wir das nächste Spiel in Boston unbedingt gewinnen.“

Howard war mit 23 Punkten, 17 Rebounds und zwei Blocks bester Spieler seiner Mannschaft, in einer stets eng und hart geführten Partie. Allein während der ersten Halbzeit wurde das Publikum in Orlando Zeuge von 29 Fouls und 13 Führungswechseln.

Ende des dritten Viertels konnte sich Boston dank des starken Pierce (27 Zähler) bis auf neun Punkte von den Magic absetzten. Doch in der Folge musste Celtics-Headcoach Doc Rivers die Einsatzzeit seines All-Stars drastisch beschneiden, da dieser mit Foul-Problemen zu kämpfen hatte. Orlando wusste die Abwesenheit von Pierce zu nutzen und kämpfe sich Stück für Stück zurück in die Partie, bis Rashard Lewis (22 Punkte) 11 Sekunden vor Schluss seine Mannschaft durch zwei erfolgreich verwandelte Freiwürfe mit 94:93 in Front brachte.

Dann schlug die große Stunde von Davis.

„Ich habe seinen Jubel nach dem Wurf gar nicht mitbekommen“, so Rivers anschließend. „Ich war selbst emotional völlig aufgelöst.“

Die Szene könnte im Nachhinein als großer Wendepunkt der Serie in die Geschichte der NBA-Playoffs 2008/2009 eingehen. War bis dato Orlando das stärkere Team, ist die Gunst der Stunde nun auf Seiten der Kelten aus „Beantown“.

„Das ist einfach großartig“, so ein völlig aufgelöster Pierce nach dem Schlusspfiff. „Für uns glich bereits die letzte Endrunde einer Achterbahnfahrt, und wir wurden schließlich dennoch Meister. Mich erinnert das alles sehr stark an vergangenes Jahr.“

Spiel Nummer fünf des Zweitrunden-Duells beider Mannschaften steigt in der Nacht auf Mittwoch im TD Banknorth Garden von Boston, wenn die Celtics während der laufenden Serie das erste Mal nach Siegen in Führung gehen können.

Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):

Schlagworte: , , , , , ,

Kommentieren