Dallas Mavericks @ San Antonio Spurs 106:93

Von: David Lorenz

Es ist vollbracht.

Die Dallas Mavericks stehen in der zweiten Runde der NBA-Playoffs 2008/2009.

Angeführt von einem starken Dirk Nowitzki, der mit 31 Punkten und neun Rebounds sein bestes Spiel der diesjährigen Endrunde ablieferte, besiegte das Team aus „Big D“ die Spurs mit 106:93 im AT&T Center zu San Antonio.

Die Serie „Best-of-Seven“ geht dadurch mit 4:1 an die Mavericks, die zum ersten Mal seit drei Jahren wieder in die Conference-Semi-Finals einziehen können. Dort trifft Dallas auf die Denver Nuggets oder die New Orleans Hornets (Stand der Serie: 3:1).

„Ich freue mich riesig für meine Jungs“, so Rick Carlisle, Headcoach der Mavericks, nach der Begegnung. „Es war ein turbulentes Jahr, aber uns sind einfach viele gute Dinge zum richtigen Zeitpunkt widerfahren. Die Mannschaft ist in den vergangenen Wochen zu einer verschworenen Einheit zusammengeschmolzen.“ 

Dallas zeigte im Duell mit dem großen Rivalen aus Texas von Beginn an eine überzeugende, teils souveräne Vorstellung. San Antonio entschied sich zu Spielbeginn, Nowitzki nicht zu doppeln, sondern im Eins gegen Eins zu verteidigen. Der Deutsche nutzte in der Folge seine neu gewonnenen Freiräume äußerst effektiv. Mit 11 Zählern im ersten Spielabschnitt erzielte er lediglich einen Punkt weniger als im vorhergegangenen Aufeinandertreffen beider Teams über die ganze Partie. Viertel Nummer eins ging dank Nowitzki mit 31:20 an Dallas.

Im folgenden Spielverlauf wussten die Mavericks ihren Vorsprung geschickt zu verteidigen, bevor die Spurs kurz vor Halbzeitpfiff noch einmal auf 48:52 verkürzen konnten. Bis dahin hatte die Dallas-Defense Tony Parker gut unter Kontrolle, der im Gegensatz zu seinen 31 Punkten in Hälfte eins der vierten Partie humane 12 Zähler für sich verbuchte.

Wer im dritten Viertel ein Aufbäumen San Antonios erwartet hatte, sollte sich gründlich täuschen. Mit 30:19 ging der Spielabschnitt an Dallas, den die Mavericks mit zwei Dreiern von Geburtstagskind Josh Howard (17 Punkte, acht Rebounds, 29 Jahre) und Jason Kidd (12 Zähler, fünf Vorlagen) zum 82:67 beenden sollten.

„Ich denke, Howard ist der MVP dieser Serie“, gab es nach dem Schlusspfiff ein dickes Lob von Carlilse. „Er hat großartig gespielt. Er war immer für uns zur Stelle und hat sich vor allem durch Aktionen ausgezeichnet, die nicht zwingend zu Punkten führten, aber dennoch äußerst wichtig für unser Spiel waren.“

In den letzten 12 Minuten der Partie waren es dann Nowitzki mit seinen typischen Würfen aus der Mitteldistanz und Jason Terry (19 Zähler, sieben von 14 aus dem Feld) mit zwei erfolgreichen Dreiern, die den Vorsprung der Mavericks konstant im zweistelligen Bereich hielten.

Beim Stand von 96:86 und einer restlichen Spieldauer von zweieinhalb Minuten waren die San Antonio Spurs geschlagen.

„Es ist eine Befreiung“, diktierte Kidd der versammelten Reporter-Riege nach dem Sieg seiner Mannschaft in die Notizbücher.

Dallas überzeugte vor allem durch eine gute Defensiv- und Reboundarbeit und konnte daneben mit 51,4 Prozent aus dem Feld (38 Treffer bei 74 Versuchen) und 50 Prozent von jenseits der Dreierlinie (zehn von 20 Würfen) eine starke Trefferquote aufweisen. Die Punktelast im Angriff wurde zudem äußerst gleichmäßig verteilt. Neben Nowitzki, Kidd, Terry und Howard beendeten J.J. Barea (zehn Punkte) und Erick Dampier (11 Zähler, 12 Rebounds) die Partie mit einer zweistelligen Punkteausbeute.

Ganz im Gegensatz zu den Spurs. Die Abhängigkeit der Mannschaft von Parker (erzielte letzten Endes 26 Punkten und 12 Vorlagen) und Tim Duncan (30 Zähler, acht Rebounds) war auch im fünften Aufeinandertreffen beider Teams nicht zu übersehen und zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Serie. Neben den beiden Stars der Truppe von Headcoach Gregg Popovich konnte abermals kein anderer Akteur im zweistelligen Bereich punkten.

Für San Antonio war es während der Ära Duncan erst das zweite Ausscheiden in Runde eins der Playoffs (zuvor gegen die Phoenix Suns im Jahr 2000, Duncan war damals verletzt). Daneben kann sich Dallas auf die Fahnen schreiben, die einzige Mannschaft der Liga zu sein, die den großen Rivalen in dessen eigener Halle aus der Endrunde kegelte. Nach 2006 gelang den Mavericks dieses Kunststück bereits zum zweiten Mal. Waren zu Beginn des Jahrtausends stets die Spurs der große Angstgegner der Mavericks, hat sich die Rollenverteilung inzwischen wohl endgültig umgekehrt.

„Sie waren das bessere Team, ganz einfach“, zeigte sich Popovich nach der Niederlage als fairer Verlierer.

Die Mannschaft von Besitzer Mark Cuban kann jetzt erst einmal in Ruhe den Geburtstag von Josh Howard feiern, dessen Party im Vergleich zum vergangenen Jahr nach dem Ausscheiden in Runde eins gegen die New Orleans Hornets deutlich fröhlicher ausfallen dürfte.

Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):

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3 Kommentare zu „Dallas Mavericks @ San Antonio Spurs 106:93“

  1. FloMVP sagt:

    Toller Bericht, wie fast immer über die Mavs!
    Hoffentlich kannst du noch länger über Dirk und Co. schreiben ;-)

  2. turkleton sagt:

    Gott sei dank haben es Dirk und die Mavs endlich wieder in die Semifinals geschafft! Ich sitze zwar jetzt völlig übermüdet in der FH, aber das Wachbleiben hat sich gelohnt. Dirk konnte auch endlich in dieser Serie zeigen, was er drauf hat! Die Spurs haben das Doppeln aufgegeben und Dirk hat ihnen mit seinem 30 Punkten direkt zu Quittung zugestellt. Aber auch eine Klasse Leistung des gesamten Teams. Alle Rollenspieler haben einen perfekten Job gemacht. Gegen die Ausgewogenheit der Mavs können auch ein Duncan + Parker nicht alleine ankommen!

  3. David sagt:

    Das ist echt ein kleines Wunder, vor ein paar Wochen haben die Mavs selbst nicht mal gewusst, über was für eine gute Bank sie verfügen.

    Das Wachbleiben hat sich definitiv gelohnt für die Partie vergangene Nacht. Besser kann man seine Zeit nicht investieren. :D

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