“Sie wollen einfach nicht aufgeben”

Von: David Lorenz

Rick Adelman„Die letzten zwei Tage musste ich überall hören, dass wir niemals ein siebtes Spiel erzwingen können“, so Rick Adelman (Foto), Headcoach der Houston Rockets. „Das Problem an der Aussage ist nur, dass meine Mannschaft ihr keinen Glauben geschenkt hat“. Mit 95:80 besiegte das Team aus Texas die Los Angeles Lakers und gleicht somit die Zweitrunden-Serie zum 3:3 aus. (mehr…)

Dank einer bemerkenswerten Moral und einem außergewöhnlichen Team-Geist sorgten die Rockets bereits das zweite Mal für eine faustdicke Überraschung gegen die haushohen Favoriten aus Kalifornien. Nach einer 40-Punkte-Klatsche aus der vorangegangene Partie und ohne den besten Mann im Kader, Yao Ming, hatten wohl nicht einmal die kühnsten Optimisten unter den Houston-Fans damit gerechnet, ein siebtes Spiel gegen den amtierenden Vize-Meister erzwingen zu können.

„Die Aggressivität unseres Auftrittes heute war wirklich bemerkenswert“, so Shane Battier nach der Partie, der trotz einer Krankheit 42 Minuten auf dem Parkett stand. „Wir waren bis aufs Äußerste fokussiert, haben den Ball gut geschützt und bewegt und genau so gespielt, wie wir es am liebsten tun. Als Team.“

Darin unterschieden sich die Rockets vergangene Nacht von Los Angeles. Während das Spiel der Lakers wie in alten Tagen zur One-Man-Show des Kobe Bryant verkam (32 Punkte bei 27 Würfen aus dem Feld), verteilte sich die Scoring-Last der Texaner auf mehreren Schultern. Angeführt von Luis Scola mit 24 Zähler und 12 Rebounds, punkteten Aaron Brooks (26), Ron Artest (14) und Carl Landry (15) im zweistelligen Bereich.

„Sie haben alle die selbe Mentalität, jeder von ihnen ist ein Kämpfer“, zeigte sich Bryant anschließend beeindruckt von dem Underdog. „Darum konnten sie ein siebtes Spiel erzwingen, darum ist diese Serie so eng. Sie wollen einfach nicht aufgeben. Das letzte Spiel verspricht aufregend zu werden.“

Bereits in einer frühen Phase der Begegnung wussten die Rockets ihren Gegner zu demoralisierten. Der Ball lief wie am Schnürchen durch die Reihen der Houston-Akteure, bis ein freier Mann gefunden wurde. Beinahe jeder offene Wurf konnte im Anschluss verwandelt werden. Die Halbzeitführung fiel demnach mit 52:36 aus Sicht der Rockets mehr als deutlich aus. Die Partie erinnerte in ihrem Verlauf verblüffend stark an das vierte Aufeinandertreffen beider Teams, das Houston ähnlich dominant für sich entscheiden konnte.

Auf Seiten der Lakers wurde bemerkbar, dass sich bei einem deutlichen Rückstand schnell Frust in der Truppe breit macht. Die Körpersprache der Spieler ließ bereits im zweiten Viertel sehr zu wünschen übrig, bei Bryant wurden wieder Ungeduld und Unglaube am Können den Nebenleuten sichtbar. Neben dem Superstar vermochte kein Akteur in Reihen der Kalifornier mehr als 14 Punkte für sich zu verbuchen.

Phil Jackson, Headcoach L.A.’s, nahm die Niederlage seiner Mannschaft dennoch betont gelassen. „Ich mache mir keine Sorgen. Zuhause präsentieren wir uns als anderes Team, das ist momentan mehr als deutlich zu beobachten.“

Zu sicher sollte sich der Meistermacher dabei allerdings nicht sein. Bereits die erste Begegnung der Serie konnte Houston in Los Angeles gewinnen, damals allerdings noch mit einem gesunden Ming. Doch die Bilanz von 2:1 Siegen der Rockets gegen die Lakers ohne den Chinesen an Board sollte Jackson eine deutliche Warnung sein.

Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):

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1 Kommentar zu „“Sie wollen einfach nicht aufgeben”“

  1. Jascha sagt:

    Wie der Kobe Bryant mit seinem Team umspringt ist echt nicht mehr normal. Sobald es nicht rund läuft ist er nur noch am rumzicken. Er, als der selbsternannte Leader des Teams (eine Rolle, die Fish oder Odom sowieso viel besser erfüllen könnten) schwächt seine Mannschaft dadurch ungemein. Wenn man sich den Team Basketball der Rockets und deren Gruppenzusammenhalt ansieht, dann fällt auf, wie wenig von solch einem Teamspirit bei den Lakers auszumachen ist. Und bekanntlich stinkt der Fisch ja immer vom Kopf - selten besser demonstriert als vom größten Egoisten der NBA - Kobe Bryant. Die einzige Genugtuung: Kobe “verzickt” sich wieder seine Meisterschaft. Lebron, der guten Führungsstil Tag für Tag vorlebt, wird sich freuen!

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