Totgesagte leben länger

Von: David Lorenz

Faustdicke Überraschung in Texas. Ohne den verletzten Yao Ming (gebrochener Fuß), der den Houston Rockets während der Playoffs nicht mehr zur Verfügung stehen wird, demontierte das Team von Rick Adelman die gastierenden Los Angeles Lakers mit 99:87 und gleicht somit die Serie „Best of Seven“ zum 2:2 nach Siegen aus. (mehr…)


 

Aaron BrooksIn Abwesenheit des 2,29-Meter-Chinesen zeigte Aaron Brooks (Foto) für die Rockets das beste Spiel seiner Karriere. Der pfeilschnelle Spielmacher beendete die Partie gegen L.A. mit 34 Punkten - neue persönliche NBA-Bestmarke. Ihm zur Seite sprang Shane Battier, der fünf von zehn Dreiern verwandeln konnte und insgesamt 23 Punkte erzielte. Houston fand immer wieder durch geschickte Extra-Pässe ungedeckte Dreierschützen, woraus durch die fehlende oder nicht funktionierende Rotation in der Verteidigung L.A.’s unzählige offene Wurfchancen entstanden.

Die Partie war teilweise eine Demütigung für die in allen Belangen unterlegenen Lakers. Zeitweise betrugt der Vorsprung Houstons 29 Punkte. Lediglich Spielabschnitt Nummer vier, den Los Angeles mit 33:16 zu seinen Gunsten entscheiden konnte, lies die Niederlage auf dem Papier nicht ganz so deutlich aussehen.

„Irgendwie war sich jeder sicher, wir könnten die Lakers ohne Yao nicht besiegen“, so Battier nach der Partie. „Dumm nur, dass wir Spieler davon nichts wussten.“

Yao hatte sich Ende des dritten Aufeinandertreffens beider Mannschaften den Fuß gebrochen und wird die Rockets, ebenso wie Dikembe Mutombo (Karriereende durch eine Knieverletzung), im weiteren Serien-Verlauf von der Bank aus anfeuern. Ohne die etatmäßigen Center der Truppe muss Adelman die gelernten Power Forwards Chuck Hayes und Carl Landry auf der großen Position unter den Körben auflaufen lassen. In der Theorie ein klarer Größen-Nachteil gegen die langen Lakers, in der Praxis war davon jedoch nichts zu sehen. Houston entschied die Rebound-Statistik mit 43:37 zu seinen Gunsten.

Vor der Begegnung hatte Meistermacher Phil Jackson sein Team noch gewarnt, Houston nach dem Ausfall von Yao keinesfalls zu unterschätzen. Doch seine Worte trafen kein Gehör. Teils lethargisch, teil unkonzentriert zeigte L.A. mit Abstand die schwächste Darbietung der laufenden Endrunde. Kobe Bryant beendete die Partie mit 15 Punkten, so wenigen wie seit zwei Jahren in keiner Playoff-Begegnung mehr. Daneben erzielten lediglich Pau Gasol mit 30 und Shannon Brown mit 14 Zählern eine zweistellige Punkteausbeute für die Mannschaft aus Kalifornien.

„Mein Team konnte heute mit der unglaublichen Energie der Rockets nichts anfangen“, so Jackson anschließend. „Als Coach kann ich vor einen Spiel reden und warnen soviel ich will, am Ende liegt es an der Mannschaft, die Leistung auf dem Parkett zu erbringen.“

„Wir sind heute ohne den nötigen Einsatz in die Begegnung gegangen“, sprang Bryant seinem Chef zur Seite. „Ohne Leidenschaft und Zielstrebigkeit kannst du in den Playoffs nicht gewinnen.“

Spiel Nummer fünf der Serie findet in der Nacht auf Mittwoch im Staples Center von Los Angeles statt, wo Houston neben Yao auch auf das eigene Publikum verzichten muss, das gestern die Mannschaft frenetisch unterstützte. Doch mit dem Sieg haben sich die Rockets ein weiteres Heimspiel erarbeitet, womit vor der Partie niemand wirklich gerechnet hatte - außer die Mannschaft selbst.

Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):

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1 Kommentar zu „Totgesagte leben länger“

  1. Fabi sagt:

    @Jascha die Wette hast wohl verloren!!!

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