Von: David Lorenz
Der Vizemeister schlägt zurück. Nachdem Denver im Anschluss an die vorangegangene Partie gegen Los Angeles von der US-amerikanischen Expertenriege schon in die Favoritenrolle aufs Erreichen der NBA-Finals 2009 gedrängt wurde, setzte es vergangene Nacht eine knappe 97:103-Pleite gegen die Mannschaft aus Kaliforniern.
Die spieltentscheidende Szene zu Gunsten der Lakers erinnerte stark an die Schlüsselsequenz aus dem ersten Aufeinandertreffen beider Teams. Los Angeles ist bei 36 verbleibenden Sekunden auf der Uhr mit zwei Zählern in Front, Denver muss den Ball einwerfen. Trevor Ariza, der in Spiel eins der Serie bereits einen Pass von Anthony Carter abfing, wiederholt sein Kunststück und schnappt Carmlo Anthony den Einwurf durch Kenyon Martin vor der Nase weg. Anthony foult Ariza umgehend, der verwandelt beide Freiwürfe sicher - das Spiel ist entschieden.
„Trevor ist ein ausgebuffter Hund“, so Team-Kollege Kobe Bryant nach der Partie. „Er ist lang, schnell und wendig und stets auf einen Steal aus. Er liest solche Situationen im Voraus. Es war defensiv eine ganz starke Aktion.“
Bryant selbst trug ein nicht unerhebliches Scherflein zum Sieg seiner Mannschaft bei. 1:09 Minuten vor Abpfiff brachte er die Lakers durch einen Dreier zunächst mit 96:95 in Front, ehe er in den letzten 22 Sekunden der Partie eiskalt vier von vier Freiwürfen zu verwandeln wusste. Der elffache All-Star beendete die Begegnung mit 41 Punkten, sechs Rebounds, fünf Vorlagen und zwei Steals als bester Mann auf dem Parkett.
„Kobe ist einfach Kobe“, hatte Lamar Odom von den Lakers anschließend eine einfache Erklärung für die Leistung seines Mitspielers parat. „Er versenkt diese Würfe wieder und immer wieder. Für ihn ist es eine einfache Routine.“
Neben dem 30-Jährigen Superstar zeigte Pau Gasol (Foto) eine starke Partie im Trikot L.A.’s. Der Spanier verbuchte 20 Punkte und 11 Rebounds gegen das Team vom Fuße der Rocky Mountains. „Gasol war heute der Schlüssel zum Erfolg der Lakers“, konsternierte Anthony von der Gegenseite nach der Begegnung. „Wenn er heiß läuft, musst du ihn doppeln. Und dann wird es unmöglich, auch noch Kobe zu verteidigen.“
Anthony selbst zeigte seine vielleicht schwächste Leistung im laufenden Playoff-Geschehen. Zwar war der Forward mit 21 Zählern eifrigster Punktesammler seines Teams, doch benötigte er für seine Ausbeute 13 Würfe aus dem Feld, von denen er lediglich vier verwandeln konnte. In Halbzeit zwei gelangen dem Topscorer der Nuggets nur noch drei Zähler. Zudem musste der 24-Jährige für die „Notbremse“ an Ariza das Parkett aufgrund seines sechsten persönlichen Fouls verlassen und fehlte Denver dadurch in der so wichtigen „Crunchtime“ der Partie.
Außer Anthony punkteten fünf Akteure der Nuggets im zweistelligen Bereich, angeführt von Chauncey Billups mit 18 Zählern (neben sechs Rebounds und sieben Vorlagen) und Chris Andersen mit deren 15.
Neben dem durchwachsenen Abend Anthonys waren eine schwache Dreierquote (fünf Treffer bei 27 Würfen) sowie einige Undiszipliniertheiten (drei technische Fouls) mit verantwortlich für die Niederlage Denvers.
Auf der Gegenseite zeigte sich Bryant mit dem Erfolg seiner Mannschaft mehr als zufrieden. „Dieser Auswärtssieg ist vielleicht der wichtigste in meiner Playoff-Laufbahn. Als es wirklich wichtig wurde ist uns im vergangenen Jahr kein ähnliches Ergebnis in fremder Halle geglückt. Für unsere Jungs ist das eine ganz neue Erfahrung.“
In der Nacht auf Dienstag bekommt L.A. bereits die nächste Möglichkeit, zusätzliche Erkenntnisse auf dem Weg zum großen Ziel, der Meisterschaft, zu gewinnen.
Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):
Schlagworte: Anthony Carter, Carmelo Anthony, Chauncey Billups, Chris Andersen, Denver Nuggets, Kenyon Martin, Kobe Bryant, Lamar Odom, Los Angeles Lakers, Pau Gasol, Trevor Ariza




Der Heimnimbus ist gebrochen. Nach 16 Siegen in Folge im Pepsi Center zu Denver verlieren die Nuggets das dritte Spiel der Western-Conference-Finals gegen die Los Angeles Lakers. Dank eines überragenden Kobe Bryant (Foto) sichert sich L.A. den Heimvorteil und die 2-1 Führung in der Serie „Best of Seven“.