Von: David Lorenz
Das war mehr als deutlich. Mit 100:75 setzten sich die Los Angeles Lakers im ersten Spiel der NBA-Finals 2008/2009 gegen die gastierenden Orlando Magic durch. Nachdem das Team um Headcoach Stan Van Gundy das erste Viertel mit 24:22 noch zu seinen Gunsten entscheiden konnte, waren die Lakers im anschließenden Spielverlauf nicht mehr zu halten. Angeführt von einem überragenden Kobe Bryant, der mit 40 Punkten (neben acht Rebounds, acht Vorlagen, zwei Steals und zwei Blocks) eine neue persönliche Bestmarke für die Finals aufstellte, dominierte L.A. die Spielabschnitte zwei und drei mit 31:19 und 29:15 Zählern überdeutlich. Alleine im dritten Viertel waren es 18 Punkte, die Bryant einer 26 Zähler umfassenden Führung der Lakers beizusteuern wusste.
„Es lag heute in meinem Verantwortungsbereich, unsere Intensität hochzuhalten und für die richtige Dosis an Energie zu sorgen“, gab Bryant anschließend zu Protokoll. „Ich will diesen Titel einfach unbedingt haben.“
Auf der Gegenseite vermochte kein Akteur in Reihen der Magic an diesem Abend seine Normalform zu erreichen. Mit einer unterirdischen Trefferquote von 29,9 Prozent aus dem Feld blamierte sich die Mannschaft aus Florida vor den gegnerischen Fans. Sogar weit offene Würfe konnten nicht verwandelt werden. Orlandos zuletzt so hoch gelobter Superstar Dwight Howard (Foto) zeigte vielleicht das schwächstes Playoff-Spiel seiner Karriere. Lediglich einen (!) Treffer bei sechs Versuchen aus dem Feld konnte der selbsternannte Superman vergangene Nacht im gegnerischen Korb unterbringen. Einer ordentlichen Freiwurfquote (zehn von 16) sowie gewohnt zahlreich eingesammelten Rebounds (15) hatte es der 23-Jährige zu verdanken, dass er sich nicht komplett blamierte.
„Wir haben ihn exzellent verteidigt“, so Bryant im Anschluss an das Spielgeschehen. Howard hatte es bei jedem Ballkontakt mit zwei bis drei gegnerischen Verteidigern zu tun.
Im bisherigen Playoff-Verlauf wusste Orlando gegnerische Double- und Triple-Teams an ihrem Center stets gnadenlos durch erfolgreiche Würfe offener Schützen auszunutzen. Nicht so vergangene Nacht. Hedo Turkoglu (drei von 11 erfolgreich verwandelten Würfen aus dem Feld, 13 Zähler), Rashard Lewis (zwei von zehn, acht Punkte) und Rafer Alston (zwei von neun, sechs Zähler) hatten ihr Zielwasser anscheinend in Florida vergessen und agierten weit unter ihren Möglichkeiten. Auch der wieder genesene Jameer Nelson vermochte in knapp 24 Minuten auf dem Parkett durch sechs Punkte und vier Vorlagen kaum Akzente zu setzten und schien seine Mannschaft eher zu verunsichern als anzutreiben.
„Ich kann mich an kein Spiel von uns erinnern, in dem wir so schlecht geworfen haben“ äußerste sich Howard zur dürftigen Vorstellung seines Teams. „Wir müssen in der nächsten Partie viel härter und konzentrierter auftreten.“
Lediglich Mickael Pietrus ließ im Trikot der Magic ansatzweise so etwas wie Einsatz und Biss erahnen und beendete die Partie mit 14 Zählern als Topscorer seiner Mannschaft. Alle anderen Akteure Orlandos ließen ob der totalen Dominanz L.A.’s und dem eigenen Versagen bereits früh im Spielverlauf die Köpfe hängen. Ein Aufbäumen wie nach hohen Rückständen in der Serie gegen Cleveland ließen die Magic komplett vermissen.
Ganz anders die Lakers, die angetrieben von einem schon fast besessen aufspielenden Bryant aggressiv und zielstrebig zu Werke gingen. Neben dem 30-Jährigen Superstar lieferten Pau Gasol (Foto, 16 Punkte, acht Rebounds, zwei Blocks), Lamar Odom (11 Zählern, 14 Abpraller) und Andrew Bynum (neun Punkte, neun Rebounds) eine ansprechende Leistung ab und entschieden das Duell mit dem Frontcourt Orlandos deutlich zu ihren Gunsten. Am Ende standen 56 L.A.-Punkte aus unmittelbarer Korbdistanz mageren 22 Zählern der Magic unter den Brettern gegenüber.
Für Bryant und seine Lakers war es der erste Schritt zur Wiedergutmachung der deutlichen Final-Niederlage gegen die Boston Celtics aus dem vergangenen Jahr. Kommenden Sonntag erhält Los Angeles die nächste Möglichkeit, dem großen Ziel, der Meisterschaft, ein weiteres Stück näher zu kommen. Auf eine abermals derartig dürftige Trefferquote Orlandos kann L.A. dabei jedoch nicht vertrauen. Van Gundy muss derweil seinem Team deutlich machen, dass es sich in den Finals um die höchste Auszeichnung im Basketball-Sport befindet und demnach auch so aufzutreten hat.
Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):
Schlagworte: Andrew Bynum, Boston Celtics, Hedo Turkoglu, Jameer Nelson, Kobe Bryant, Lamar Odom, Los Angeles Lakers, Mickael Pietrus, Orlando Magic, Pau Gasol, Rafer Alston, Rashard Lewis, Stan Van Gundy




Herbe Klatsche für Orlando. Zur Auftaktbegegnung der NBA-Finals setzte es für die Magic eine deutliche Niederlage bei den Los Angeles Lakers. Angeführt von Kobe Bryant (Foto) dominierte die Mannschaft aus Kalifornien das Spielgeschehen streckenweise fast nach Belieben, während Orlando mit einer unterirdischen Trefferquote aus dem Feld zu kämpfen hatte.
Hauptsache es geht nicht so weiter. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass Howard, Hedo und Lewis gleichzeitig wieder so ein mieses Game abliefern, aber auf ein Finale ala 2007 hab ich keine Lust und würde den bisherigen PO’s nicht gerecht werden.