Von: David Lorenz
Durch den Erfolg über den amtierenden Meister führen die Magic das Zweitrunden-Duell gegen Boston mit 2:1 Siegen an und können sich in der Nacht auf Montag bereits den ersten Matchball für das Weiterkommen in die Conference-Finals erarbeiten.
In Abwesenheit Rafer Alstons (wegen einer Unsportlichkeit aus dem vorangegangenen Spiel gesperrt) überzeugte Orlando durch eine geschlossene Mannschafts-Leistung. Offensiv waren Rashard Lewis mit 28 und Hedo Turkoglu mit 24 Punkten nicht zu bremsen, während Howard in der Defensive fünf Schüsse blockte und Boston somit zu vielen Würfen aus der Mitteldistanz zwang - untypisch für das Spiel der Kelten. Daneben pflückte sich der „Defensive Player of the Year“ 14 Rebounds und erzielte 17 Punkte - in limitierten 27,5 Minuten auf dem Parkett, bedingt durch frühe Foulprobleme.
„Das ganze Team hat heute in der Verteidigung einen großartigen Job gezeigt“, so der Center nach der Begegnung. „Und das beginnt mit meinem Einsatz. Wenn wir erfolgreich spielen wollen, muss ich jede Nacht so auftreten.“
Die Magic wussten zudem 59,1 Prozent ihrer Würfe aus dem Feld gegen die einst so gefürchtete Defensive Bostons zu verwandeln - die beste Trefferquote in der Vereinsgeschichte während einer Playoff-Partie.
„Wenn du Orlando von außen nicht erfolgreich verteidigen kannst, und gleichzeitig unterm Korb ebenfalls keine Mittel gegen sie findest, hast du keine Chance“, so ein frustrierter Paul Pierce anschließend. Pierce zeigte nach der schlechtesten Playoff-Leistung seiner Karriere (drei Punkte in Spiel zwei der Serie) mit 27 Zählern und sechs Rebounds zwar eine ansprechende Vorstellung, doch war er alleine auf verlorenem Posten. Lediglich Rajon Rondo mit 15, Eddie House ebenfalls mit 15 und Kendrick Perkins mit zehn Punkten beendeten die Partie im zweistelligen Scoring-Bereich.
Unterdessen wollte sich auf der Gegenseite Magic-Headcoach Stan Van Gundy zu keinen Jubel-Arien hinreißen lassen. „Das ist nicht der richtige Zeitpunkt, einen Playoff-Sieg ausgelassen zu feiern“, so der temperamentvolle Stratege. „Vor allem nicht, wenn der Gegner Boston heißt. Wir dürfen uns gerade einmal so fühlen, als ob wir zur Halbzeit einer Partie mit einem Punkt in Führung liegen.“
Nach zwei Spielen Verletzungspause wegen einer gebrochenen Nase konnte Van Gundy derweil wieder auf Rookie Courtney Lee zurückgreifen, der mit einer Maske agierend 11 Punkte, vier Rebounds und drei Vorlagen in 32 Minuten auf dem Parkett für sich verbuchen konnte.
Auf der anderen Seite sorgte Perkins für den unschönen Höhepunkt der Partie, als er im finalen Viertel Michael Pietrus einen Ellbogen-Check ans Kinn verpasste. Nach unverzüglicher Sichtung der Szene durch die Schiedsrichter wurde der 24-Jährige für die Aktion mit einem unsportlichen Foul der Klasse 1 belegt, dass nicht automatisch zum Spielausschluss führt. Dennoch könnte Perkins, wie in den letzten Tagen häufig geschehen, nachträglich für eine Partie gesperrt werden, sollte Stu Jackson, Vize-Präsident des Ligaverbandes, die Aktion nachträglich in ein unsportliches Foul der Klasse 2 umwandeln.
Für Boston wäre ein Ausfall des Centers im Duell mit Dwight Howard unter den Brettern kaum zu verkraften, vor allem in Anbetracht der Tatsachen, dass mit Kevin Garnett (Knie) und Leon Powe (Kreuzband) bereits zwei große Spieler der Celtics verletzungsbedingt fehlen.
Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):
Schlagworte: Boston Celtics, Courtney Lee, Dwight Howard, Eddie House, Hedo Turkoglu, Kendrick Perkins, Kevin Garnett, Leon Powe, Michael Pietrus, Orlando Magic, Paul Pierce, Rafer Alston, Rajon Rondo, Rashard Lewis, Stan Van Gundy, Stu Jackson




Im Angriff trafen die Schützen der Orlando Magic fast nach Belieben, in der Verteidigung erwies sich 