Orlando weiter auf dem Vormarsch

Von: David Lorenz

Dwight HowardEs bahnt sich eine faustdicke Überraschung an. Vergangene Nacht besiegten die Orlando Magic um Dwight Howard (Foto) in einer phasenweise überhart geführten Begegnung die Cleveland Cavaliers bereits zum zweiten Mal binnen drei Partien. Der große Favorit auf die diesjährige Meisterschaft sieht sich nun mit einem 1-2 Rückstand in den Conference-Finals konfrontiert. (mehr…)


 

Die Fans in der Amway Arena zu Orlando bekamen letzte Nacht physischen Playoff-Basketball vom Feinsten geboten - mit dem besseren Ende für die Heimmannschaft. Das Team aus Florida besiegte in einer spannenden Partie die Gäste aus Cleveland mit 99:89 und erobert durch den Triumph eine 2-1 Führung in der Serie „Best of Seven“.

Dem Erfolg der Magic war ein hartes Stück Arbeit vorangegangen, denn beide Mannschaften gingen nicht gerade zimperlich zu Werke. Neben 58 Fouls mussten die Schiedsrichter drei technische sowie ein unsportliches Vergehen ahnden. Aufgrund von sechs persönlichen Fouls wurden zudem drei Akteure vorzeitig des Feldes verwiesen. Mo Williams von den Cavaliers musste wegen eines Ellbogen-Checks von Gegenspieler Anthony Johnson mit vier Stichen am linken Auge genäht werden.

LeBron James„Wenn Du immer wieder gegen die gleiche Mannschaft spielst, fängst du irgendwann automatisch an, sie zu hassen“, hatte LeBron James (Foto) schon vor der Partie zu Protokoll gegeben. „Man reizt sich gegenseitig bis aufs Blut.“

Vom sportlichen Gesichtspunkt aus gesehen ist der Verlauf der Begegnung schnell erzählt: ein Mann alleine hat gegen fünf Gegenspieler schlechte Karten. James beendete die Partie mit 41 Punkten, sieben Rebounds, neun Vorlagen und zwei Steals. Doch wurde dem amtierenden MVP der Liga, wie in den vorangegangenen Duellen mit Orlando, deutlich zuwenig Unterstützung von seinen Nebenleuten zuteil. Außer dem „King“ konnte kein Akteur der Cavaliers mehr als 15 Zähler für sich verbuchen, Williams (15) und Delonte West (12) waren zudem die einzigen Spieler Clevelands, die zweistellig zu punkten vermochten. Von der Bank kamen lediglich acht magere Zähler.

Ganz im Gegensatz zu Orlando. Angeführt von Dwight Howard (24 Zähler, neun Rebounds) erzielten fünf Akteure in Reihen der Magic eine zweistellige Punkteausbeute. Das Team von Headcoach Stan Van Gundy wusste zudem von den vielen Foulpfiffen in der Partie zu profitieren und verwandelte 39 Würfe bei 51 Versuchen von der Linie. Größtes Plus im Spiel Orlandos war jedoch die knüppelharte Verteidigung. Cleveland konnte gegen die Mannschaft aus Florida lediglich 37,2 Prozent seiner Würfe aus dem Feld verwandeln, von der Dreierlinie fanden unterirdische fünf von 26 Versuchen ihr Ziel - eine schlechtere Quote hatten die Cavaliers im bisherigen Playoff-Verlauf noch nicht zu verantworten.

„Wir haben heute den Kampf angenommen“, so ein sichtlich zufriedener Howard nach der Begegnung, der für seine Verhältnisse überragende 14 von 19 Freuwürfen verwandelte, bevor er 36 Sekunden vor Schlusspfiff das Spielfeld aufgrund seines sechsten persönlichen Fouls verlassen musste. „Wir kämpfen immer bis zum Ende. Wir können uns keine Gedanken über die Schiedsrichter, deren Pfiffe oder sonst jemanden machen. Wir müssen einfach rausgehen und unser Spiel aufziehen.“

Hedo TurkogluUnd das gelang Orlando über Strecken der Partie eindrucksvoll. Die Magic entwickeln sich immer mehr zum Angstgegner Clevelands. Mittlerweile weist das Team aus dem Sonnenstaat gegen den Ligaprimus eine Bilanz von 4-2 Siegen während der regulären Saison und den Playoffs auf. Bisher fanden die Cavaliers kein Mittel gegen das raffinierte Inside-Outside-Spiel Orlandos, dass unter dem Korb über einen dominanten Center in Howard und von außen über die vielleicht gefährlichsten Schützen der Liga verfügt (unter anderem Rashard Lewis und Hedo Turkoglu). Turkoglu (Foto) lieferte im gestrigen Aufeinandertreffen beider Teams eine bizarre Statistik ab. Der Türke vermochte aus dem Feld lediglich einen seiner 11 Versuche zu verwandeln. Da er von der Foullinie mit 11 Treffern bei 12 Würfen jedoch eine starke Quote vorzuweisen hatte, beendete Turkoglu die Partie mit 13 Zählern (neben sehenswerten zehn Rebounds und sieben Vorlagen).

Die Mannschaft von „Coach of the Year“ Mike Brown muss sich auf der Gegenseite schleunigst etwas einfallen lassen, sonst endet der bis dahin so lockere Spaziergang durch die ersten beiden Playoff-Runden im Halbfinale mit einem Total-Absturz.

Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):

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