Von: David Lorenz
Aufatmen in der Amway Arena zu Orlando. Den heimischen Magic gelang beim knappen 108:104-Erfolg über die Los Angeles Lakers der erste Sieg einer Final-Partie in der Geschichte des Vereins. Noch wichtiger: Orlando feiert durch das lang ersehnte Erfolgserlebnis den überlebenswichtigen Anschlusssieg in der Serie gegen Los Angeles.
Ausschlaggebend für den Ausgang der Partie zu Gunsten der Truppe von Headcoach Stan Van Gundy waren zwei Faktoren. Erstens eine fast schon surreale Trefferquote von 62,5 Prozent aus dem Feld - neuer NBA-Rekord für eine Begegnung in den Finals (ebenso wie 75 Prozent in Spielhälfte eins). Zweitens präsentierte sich Orlando im Angriff äußerst ausgeglichen. Fünf Akteure im Magic-Trikot gelangen 18 oder mehr Zähler.
Rafer Alston (Foto) mit 20 Zählern sowie Dwight Howard mit 21 Punkten (neben 14 Rebounds und zwei Blocks, abermals durch eine solide Freiwurfquote von 11 Treffern bei 16 Versuchen auffällig) zeigten dabei ihre stärksten Vorstellungen im bisherigen Verlauf der Serie. Offensiv gewohnt überzeugend agierten daneben Hedo Turkoglu (18 Punkte, sechs Rebounds, sieben Vorlagen) sowie Rashard Lewis (21 Zähler, fünf Rebounds, fünf Assists). Außerdem machte Mickael Pietrus mit 18 Punkten ein ganz starkes Spiel. Der Franzose war es auch, der knapp 30 Sekunden vor Ende der Partie durch einen Steal an Pau Gasol und mit zwei verwandelten Freiwürfen zum 106:102 den Sieg seiner Mannschaft unter Dach und Fach brachte.
„Genau so müssen wir spielen“, gab ein sichtlich zufriedener Howard nach der Partie zu Protokoll. „Wenn unsere Jungs einmal im Angriffs-Modus sind, kann uns kaum jemand verteidigen. Wir haben den Ball gut bewegt, offene Würfe genommen und nichts erzwungen.“
Begünstigt wurde der Triumph Orlandos durch eine ungewohnt schwache Freiwurfquote von Kobe Bryant (Foto), der lediglich fünf seiner zehn Versuche von der Linie verwandeln konnte. Zwar war L.A.’s Superstar mit 31 Punkten Topscorer der Partie, doch benötigte er für seine Ausbeute 25 Würfe aus dem Feld. In Halbzeit zwei gelangen dem 30 jährigen All-Star nur noch zehn Punkte.
„Auch Kobe ist manchmal nur ein Mensch“, äußerte sich Phil Jackson, Los Angeles’ Headcoach, zu der Leistung seines besten Spielers. „Er schien mir heute am Ende der Partie etwas müde zu sein.“
Insgesamt vermochten die Lakers an diesem Abend nur 16 ihrer 26 Freiwürfe zu versenken. Gasol zeigte daneben mit 23 Punkten offensiv zwar eine ansprechende Leistung, doch defensiv gelang es dem Spanier, lediglich drei Rebounds einzusammeln. Auch der Rest vom zuletzt so starken Frontcourt der Kalifornier musste vergangene Nacht das Privat-Duell mit Howard im Verlauf der Finals zum ersten Mal verloren geben. Andrew Bynum beendete die Partie mit vier Zählern und vier Rebounds, Lamar Odom verbuchte derweil 11 Punkte und zwei Abpraller auf seinem Statistik-Bogen.
Dennoch konnte Los Angeles die Partie knapp drei Minuten vor ihrem Ende durch zwei Freiwürfe Gasols zum 99:99 ausgleichen. Im Gegenzug gelang es jedoch Pietrus, einen Fehlwurf Turkoglus per Dunking abzustauben, bevor Lewis mit dem Fuß auf der Dreierlinie zum 104:101 verwandeln konnte. Auf der anderen Seite misslang es Los Angeles mehrfach, den Spielstand per Dreier zu verkürzen. Alleine Bryant vergab in den letzten zwei Minuten der Partie dreimal von „Downtown“.
„Die Magic verfügen über ein starkes Team“, so die Nummer 24 der Lakers im Anschluss an die Niederlage seiner Mannschaft. „Sie werden extrem gut gecoached und sind im Korbabschluss einfach schwer zu verteidigen. Es liegt eine Menge Arbeit vor uns.“
In der Nacht auf Freitag hat Orlando nun die Möglichkeit, mit einem Sieg in der heimischen Amway Arena die Serie zum 2-2 auszugleichen.
Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):
Schlagworte: Andrew Bynum, Dwight Howard, Hedo Turkoglu, Kobe Bryant, Lamar Odom, Los Angeles Lakers, Mickael Pietrus, Orlando Magic, Pau Gasol, Rafer Alston, Rashard Lewis, Stan Van Gundy





Wenn man so schlecht verteidigt bzw. der Gegner einfach so einen Sahnetag hat, man aber das Spiel trotzdem fast gewinnt, dann hat man viele andere Dinge richtig gemacht. Und genau deswegen werden die Lakers auch das nächste Spiel gewinnen.