L.A. erobert drei Matchbälle auf die Meisterschaft

Von: David Lorenz

Derek FisherDie Los Angeles Lakers sind nur noch einen Sieg vor der ersehnten Meisterschaft entfernt. In einer an Spannung kaum zu überbietenden Partie setzte sich der Favorit aus Kalifornien gegen am Ende äußerst unglücklich agierende Orlando Magic nach Verlängerung durch. Zum Matchwinner avancierte dabei Derek Fisher (Foto), der seine Mannschaft erst in die Overtime rettete. (mehr…)

Am Ende sollten sich Erfahrung und Cleverness durchsetzten. Beim 99:91-Sieg nach Verlängerung der Los Angeles Lakers über die Orlando Magic im vierten Aufeinandertreffen beider Mannschaften während der NBA-Finals 2008/2009 sah das Team aus Florida kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit schon wie der sichere Sieger aus. Bei noch 32 verbleibenden Sekunden auf der Uhr lag Orlando mit 87:82 in Front, bevor zunächst Pau Gasol per Dunking verkürzen konnte. Im Gegenzug vergab Dwight Howard zwei spielentscheidende Freiwürfe und die Lakers fanden sich rund zehn Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit in Ballbesitz wieder. Nach schönem Passspiel über drei Stationen bekam Derek Fisher, in der Vergangenheit für derartige Situationen berühmt geworden, einen offenen Wurf an der Dreierlinie, da Jameer Nelson von den Magic viel zu weit entfernt von seinem Gegenspieler stand. Fisher wusste eiskalt von „Downtown“ zum 87:87 zu versenken. Der letzte Angriff Orlandos sollte nichts mehr einbringen. Verlängerung.

Kobe Bryant

„Er befand sich schon häufig in einer ähnlichen Lage und konnte diese Würfe bereits mehrfach versenken”, so Kobe Bryant (Foto) im Anschluss an die Partie über seinen Mitspieler. „Ich denke, die entscheidenden Dreier sind für ihn sogar einfacher zu verwandeln als die ganz normalen. Er hat einfach ein ausgeprägtes Selbstvertrauen.“

In der Overtime war es abermals der Point-Guard der Lakers, der dem Spiel seine entscheidende Wendung geben sollte. Nach einer fragwürdigen Schiedsrichterentscheidung, die ein vermeintliches Offensivfoul von Bryant an Nelson nicht ahndete, kam Fisher 31 Sekunden vor Ende der Verlängerung beim Stand von 91:91 abermals zu einem offenen Dreier. Wieder konnte der Veteran, der bis dato lediglich einen von sechs Versuchen von außen verwandelt hatte, blitzsauber versenken. 94:91 aus Sicht L.A.’s. In der Folge griff nun die Verteidigungsarbeit der Lakers, die Orlando keine offenen Würfe mehr gestattete. Gasol brachte letztendlich den Sieg seiner Mannschaft mit zwei Dunkings nach schnellen Gegenangriffen unter Dach und Fach.

Los Angeles hält nun eine 3:1 Führung in der Serie „Best of Seven“ inne und kann bereits in der Nacht auf Sonntag durch einen Erfolg in Orlando die erste Meisterschaft seit 2002 perfekt machen.

Dwight HowardDabei sah es im vierten Aufeinandertreffen beider Mannschaften lange Zeit nicht nach einem Sieg der Lakers aus. Zur Halbzeit lag Orlando dank eines bis dato bärenstarken Dwight Howard (Foto), der neben 16 Punkten und 21 Rebounds mit neun Blocks einen neuen Rekord für die Finals aufstellte, mit 49:37 in Front. Als schier unüberwindbares Hindernis erwies sich die Defensive der Magic für Los Angeles. Im dritten Spielabschnitt blies die Truppe um Headcoach Phil Jackson dann jedoch zur Aufholjagd. Angeführt von Bryant, der die Partie mit 32 Punkten (11 von 31 aus dem Feld), sieben Rebounds und acht Vorlagen beendete, vermochte L.A. die Begegnung zu kippen und mit einer 67:63-Führung in den letzten Spielabschnitt zu gehen.

In der Folge entwickelte sich ein verbissen geführter Schlagabtausch, mit leichten Vorteilen auf Seiten Orlandos. Doch dann hatte Fisher seinen großen Auftritt. „Es lag an mir, die Kontrolle über das Spielgeschehen zu übernehmen. Als ich sah, wie viel Platz mir Nelson gab, brauchte ich nicht lange zu fackeln“, so der Matchwinner der Lakers im Anschluss an die Partie. „Ich liebe diese Würfe aus dem Lauf heraus. Es fühlt sich gut an, meinem Team geholfen zu haben.“

Fisher konnte insgesamt 12 Punkte und vier Vorlagen für sich verbuchen. Neben Bryant und Gasol (16 Zähler, zehn Rebounds) zeigte Trevor Ariza auf Seiten L.A.’s mit 16 Punkten (darunter drei von vier erfolgreich verwandelten Dreiern) und neun Abprallern eine starke Partie.

Auf der Gegenseite avancierte Dwight Howard zum tragischen Helden der Begegnung. Lediglich sechs von 14 Freiwürfen konnte der Center Orlandos im Korb unterbringen. Erst die zwei Fehlwürfe Howards von der Linie wenige Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit hatten Fishers Dreier zum Ausgleich ermöglicht. „Ich konnte sie einfach nicht verwandeln“, so Howard anschließend. „Ich arbeite sehr hart an meinen Freiwürfen, aber heute Nacht wollten sie einfach nicht sitzen“. Zudem war der 23-Jährige für sieben Ballverluste verantwortlich.

Hedo Turkoglu

Einen rabenschwarzen Abend erwischte Rashard Lewis, der die Partie mit mageren sechs Punkten und einer Quote von zwei Treffern bei zehn Versuchen aus dem Feld beendete. Hedo Turkoglu (Foto) war mit 25 Punkten Topscorer auf Seiten der Magic. Der Türke vergab jedoch im vierten Viertel der Partie vier ganz wichtige Freiwürfe. Michael Pietrus mit 15 und Rafer Alston mit 11 Zählern vermochten ebenfalls zweistellig zu punkten. Insgesamt lag Orlandos Bilanz aus dem Feld mit 41,9 Prozent deutlich unter der historischen Trefferquote aus der vorangegangenen Partie (62,5 Prozent).

Das Team von Headcoach Stan Van Gundy steht nun nach vier absolvierten Begegnungen in den Finals mit dem Rücken zur Wand. Verlieren die Magic in der Nacht auf Samstag auch die fünfte Begegnung der Serie, ist der Traum von der ersten Meisterschaft in der Vereinsgeschichte bereits ausgeträumt. An fehlenden Sieges-Chancen hätte es dann mit Sicherheit nicht gelegen.

Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):

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3 Kommentare zu „L.A. erobert drei Matchbälle auf die Meisterschaft“

  1. David Lorenz sagt:

    Wann verstehen die Teams in der NBA endlich, dass man kurz vor Ende einer Partie foulen muss, wenn man mit drei Punkten in Führung liegt …

  2. Stefan Stahl sagt:

    Da Orlando im 4. Viertel nur 2 mal gefoult hat, hätte ihnen so ein Foul nicht sooo viel gebracht, da L.A. weiterhin im Ballbesitz geblieben wäre…

  3. Dmitrj Karle sagt:

    Dann foulen die halt nochmal. Aber bitte nicht den Dreier zulassen.
    Aber ich habe mich schon zu oft über das Spiel geärgert und in einem Blogeintrag Luft rausgelassen.
    Die Magic haben es sich selbst zuzuschreiben.
    Ich hoffe sie lernen nächstes Jahr aus ihren Fehlern.

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