Von: Malte Arndt
Man darf jedenfalls nicht davon ausgehen, dass die Boston Celtics die Serie im Vorbeigehen gewinnen - dafür war die Form seit dem Jahreswechsel einfach zu schwach. Beteuerungen, dass alles seine Zeit brauche und sich das Team schon einspielen würde, Klagen über das Verletzungspech, Motivationsverlust, weil der Divisionstitel eh schon fest stand - um Entschuldigungen war man in Beantown selten verlegen. Das alles gilt jetzt aber nicht mehr, nur weiß ich nicht, wieso plötzlich in den Playoffs alles anders laufen sollte. Rasheed Wallace wird zum Beispiel nicht urplötzlich wieder der Spieler werden, der er bis zum Saisonende 2008 war und der ein Albtraum für jedes gegnerische Defensivschema ist. Ebensowenig werden Kevin Garnetts Knie wieder so gut funktionieren wie bis zum Jahrsewechsel 2009.
Was für Boston spricht, ist in meinen Augen die in den Playoffs in aller Regel verkürzte Rotation sowie die längeren Einsatzzeiten für die Starter. Das Hauptproblem während der Regular Season war die Bank, die allzu oft große Vorsprünge verspielte und einen mehr als signifikanten Leistungsabfall im Vergleich zur Starting Five zeigte. Zwar wird Doc Rivers sich hoffentlich nicht so sklavisch an den Minutenbogen halten, wie er es während der bisherigen Saison tat, aber Pierce, Allen und Co. dürften auch kaum mehr als 40 Minuten im Schnitt spielen. Realistisch betrachtet würde ich allen Startern zwischen 36 und 38 Minuten geben, Rondo vielleicht sogar mehr. In den zehn Minuten, die die Bank hat, hilft dann eigentlich nur noch, ein paar Stoßgebete mit aufs Parkett zu schicken. Und um das Elend mit dem Namen Celtics-Bank in Zahlen zu nennen: Alle Starter der Celtics haben ein positives Simple Rating, alle Bankspieler ein negatives. Mehr muss man wohl kaum sagen.
Ein weiteres Problem, das die Celtics beschäftigen dürfte, trägt das Heat-Trikot mit der Nummer Drei und hört auf den Namen Dwyane Wade. Verteidigen kann ihn Boston nicht, weil er zu wendig für Pierce und zu physisch überlegen für Rondo ist, während Ray Allen ohnehin kein klassischer Lockdown-Verteidiger ist. Was also tun gegen Wade? An Stelle von Doc Rivers würde ich wahrscheinlich versuchen, eine Art Zonenverteidigung zu spielen (auch wenn das natürlich nie passieren wird), die Miami zwingt, viele Distanzwürfe zu nehmen, weil der Weg in die Zone versperrt ist. Die Alternative wäre, Wade konstant zu doppeln und zu hoffen, dass die hervorragenden Defensivrotationen der Celtics schnell genug sind, um völlig offene Würfe zu verhindern. Gestoppt werden kann Wade eigentlich nicht, insofern ist hier nur Schadensbegrenzung angesagt.

Auf Dwyane Wade als Dreh- und Angelpunkt ruhen die Hoffnungen der Heat
Ein weiterer wichtiger Vorteil für Miami könnte Michael Beasley werden. Kevin Garnett ist aufgrund seiner Knieverletzung kein überragender Verteidiger mehr, wenn er sich weiter vom Korb entfernt aufhält und schon gar nicht gegen athletischere Spieler vom Schlage eines Beasley. Der zweite Pick des 2008er-Drafts sollte wenig Probleme haben, gegen Garnett aus dem Dribbling heraus zu punkten und verfügt auch über den Distanzwurf, der ein Absinken des Verteidigers verhindert. Klingt also alles in allem nach einem schönen Offensiv-Matchup, wenn Beasley denn nicht so furchtbar unkonstant wäre…
Es ist aber nicht so, dass Boston keine Vorteile hätte. Rajon Rondo dürfte wohl von Dwyane Wade verteidigt werden, weshalb Ray Allen in den Startlöchern für eine weitere beeindruckende Erstrundenserie steht (2009 gegen Chicago 23,4 Punkte im Schnitt). Ebenso kann von Paul Pierce einiges erwartet werden, da Miami keinen Spieler hat, der ihn wirklich verteidigen könnte (der einzige, dem ich das zutraue, ist James Jones und der spielt völlig berechtigt keine Rolle in der Rotation) bzw. sich Miami selber ein gutes Matchup nimmt, wenn sie Michael Beasley gegen Pierce stellen, was als Konsequenz Garnett gegen Haslem oder Richardson nach sich zieht.
Nun ist es aber nicht so, dass ich hier ein kleines “Matchup-tausche-dich” spielen will, sondern Basketball glücklicherweise noch von anderen Faktoren abhängt. Für Miami spricht der Trend der letzten Wochen (zwölf der letzten 13 Spiele gewonnen) und der Fakt, dass sie den unbestritten besten Spieler der Serie auf ihrer Seite haben. Für Boston spricht der Heimvorteil, die Auswärtsstärke und der Fakt, dass das Team in der Breite über mehr Qualität verfügt bzw. Miami nicht fähig sein wird, alle vier Stars gleichzeitig zu verteidigen. Bleibt eben die Frage, wieviel Schaden Wade und die eigene Bank den Celtics antun können. Ich ringe mich zu einem 4:2 für Boston durch, aber die Serie kann genauso über die volle Distanz und schlussendlich nach Miami gehen. Dafür muss aber auch bei den Heat alles passen, was mir dann doch etwas zu viel ist.
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Schlagworte: Boston Celtics, Chicago Bulls, Doc Rivers, Dwyane Wade, James Jones, Kevin Garnett, Miami Heat, Michael Beasley, Paul Pierce, Quentin Richardson, Rajon Rondo, Rasheed Wallace, Ray Allen, Udonis Haslem




Meister 2008, Zweitrundenaus 2009 und eine, an den hohen Erwartungen gemessen, enttäuschende Saison zeugen vom stetigen Leistungsabfall der Boston Celtics. Ein ähnliches Schicksal ereilte die Miami Heat nach ihrem Titelgewinn 2006, mittlerweile befindet sich die Franchise aus Florida aber wieder im Höhenflug. Lauert hier möglicherweise ein Upset?
geil, die previews! seh auch die alten herren der celts knapp vorne!
Ich bin auch der Ansicht, dass Boston immer noch eine Nummer zu groß für Miami ist.
Klar, Wade ist kaum zu stoppen (34ppg, 9rpg, 5apg/ 3 Saison Spiele). Doch die Celtics konnten sich immer wieder gegen die Heat durchsetzen.
Rondo spielte gegen Miami in der RS eine große Rolle, was u.A. auch seine Statistiken unterstreichen (22ppg, 11apg).
Wade wird viel Verantwortung in der Offense tragen müssen, deshalb denke ich, dass er kaum oder wenig in der Defense gegen Rondo glänzen kann und wird.
Kann durchaus ‘ne Enge Kiste werden, aber wie Malte schon richtig sagte, da müsste bei den Heat alles 100% laufen.
Denke auch, dass es hier eine enge Kiste gibt. Es hängt eben verdammt viel von Wade ab und wie er das Team hochziehen kann. Wade vs Celtics
In Topform und leicht schwächelnden Celtics (was man in der RS häufiger gesehen hat) kann er ihnen 1-2 Games abnehmen. Auch mein Tipp: 4-2 Celtics
Ich hoffe mal, dass Wade sich den Arsch aufreißt und die Celtics abschießt, damit in der zweiten Runde, wenn alles nach Plan läuft LeBron gegen Dwayne spielt. Das ist immer ein Spektakel :)!
Wäre es zu weit aus dem Fenster gelehnt, wenn man behauptet, dass die Celtics die Heat sweepen? Immerhin haben sie in der Regular Season eben das geschafft, auch wenn eine OT benötigt wurde, die erst dank Rondos buzzer-beater erreicht wurde, um sie dann schließlich zu besiegen.
Ja, ich glaub ich lehn mich so weit aus dem Fenster und sag 4-0.
Go C’s!!
Garnett sollte aufgrund seines Ellenbogenchecks gegen Q-Rich auf jeden Fall für mindestens ein Spiel gesperrt werden…zwar sind es nun mal playoffs, aber die C’s müssen und dürfen es nicht so auf die Spitze treiben!
Diese Aktion war für mich auch völlig unverständlich. Ein Spieler seiner Klasse muss sich einfach unter Kontrolle haben. In der Pressekonferenz konnte er sich jedenfalls an keinen Ellenbogen Check “erinnern”, die Bilder sprechen da natürlich eine andere Sprache.
Aber leider wird in den Playoffs nicht immer so durchgegriffen wie das sportlich und fair wäre.
Im letzten Jahr hat Rajon Rondo Kirk Hinrich während der Celtics-Bulls Serie auch im laufenden Spiel in die Schiedsrichter Tische geschleudert und wurde dafür nicht gesperrt - wahrscheinlich um die Spannung der Serie zu halten.
Damit muss man anscheinend (leider) leben müssen.
ooomaann
KG 5 just sucks !
ein grund mehr in nicht zu mögen !
lg