Hilfe gesucht

Von: Malte Arndt

Dwyane WadeMan wusste schon vorher, dass die Miami Heat nicht gerade als Favoriten in die Playoffs starten. Dass sie aber bereits nach drei Spielen mit dem Rücken zur Wand stehen, war so nicht zu erwarten. Auch von den Dallas Mavericks hat man sich einen besseren Start in die Endrunde versprochen. Was beide Teams verbindet: Die Stars enttäuschen nicht… (mehr…)

Gerade im Falle von Miami kann man Dwyane Wade keinen Vorwurf machen. Er spielt genau die grandiose Serie, die ich von ihm erwartet habe, da Boston mehr als offensichtlich zeigt, dass die Verteidigung gegen penetrierende Shooting Guards die vielleicht einzige Schwachstelle im Defensivsystem ist. Tony Allen hat zwar anscheinend seinen unmotivierten, lustlosen und teilweise unfähigen Zwillingsbruder gegen sein eigentliches selbst ausgetauscht, aber spielt (zum Glück) nur eine untergeordnete Rolle und übernimmt Wade vielleicht mal für zehn oder fünfzehn Minuten im Spiel. Den Rest der Zeit macht Wade, was er will, wie unter anderem ein Layup mit Foul nach dem Ausspielen von vier (!) Gegenspielern im dritten Spiel eindrucksvoll belegt.

Wofür man ihn höchstens angreifen könnte, ist seine etwas lasche Einstellung in der Defensive, was sogar die Kommentatoren von ESPN irgendwann gemerkt haben. Wenn er allerdings über 40 Minuten pro Spiel auf dem Parkett steht und die Offensive quasi alleine tragen muss, will ich ihm hier keinen großen Vorwurf machen. Und das war es dann auch schon mit seinen “Fehlern”. Er kann nicht dafür angegriffen werden, dass Carlos Arroyo einen offenen Jumper nach dem nächsten verweigert. Ebenso wenig ist bei Wade die Schuld dafür zu suchen, dass Michael Beasley unkonstant wie immer agiert, nicht kapiert, dass er der X-Faktor der Heat ist und sich mit unnötigen Fouls nur selber schadet. Und auch für die, gelinde gesagt, lethargischen und blamablen Auftritte von Jermaine O’Neal ist Wade nicht verantwortlich zu machen.

Miami holt vielmehr das ein, was man schon vorher wusste, aber durch den starken Lauf zum Saisonende nicht sagen wollte: das gesamte Team besteht aus einem einzigen Spieler. Einen derartigen Leistungsabfall von O’Neal konnte sicherlich niemand prognostizieren, aber wenn ich meine Playoff-Hoffnungen unter anderem auf Spieler wie Beasley, Haslem, Richardson oder Arroyo baue, habe ich als GM irgendwas falsch gemacht. Man kann in Miami eigentlich nur hoffen, dass Wade nach dem mutmaßlichen Erstrundenaus nicht endgültig die Schnauze voll hat und zu einem anderen Team wechselt. Ich könnte ihn verstehen, denn neben den lausigen Mitspielern (OK, Capspace ist für Verbesserungen da) haben auch die Zuschauer einmal mehr bewiesen, dass sie nicht unbedingt zu den lautesten gehören, sondern mit den Operettenfans der Lakers in einer Kategorie zu sehen sind.

Ein solches Verhalten wird man den Zuschauern in Dallas wahrlich nicht vorwerfen können, aber jeder in “The Big D” weiß, dass man sich die Playoffs anders vorgestellt hat. Nach dem überzeugenden Auftaktsieg hat man zweimal in Folge verloren und was mir dabei besonders aufgefallen ist, ist die Unterlegenheit der Mavericks in der Zone bzw. das Fehlen jeglicher Defense in dieser. Ich dachte eigentlich, dass man mit Dampier und Haywood gut aufgestellt ist, aber keiner der beiden hat Duncan bisher in irgendeiner Art und Weise verteidigen können (abgesehen von den ersten drei Vierteln des zweiten Spiels, wo man aber woanders gepennt hat). Er mag zwar nicht mehr auf dem Niveau von 2005 bis 2007 sein, aber Tim Duncan zeigt gerade wieder, dass er immer noch Spiele entscheiden kann, wenn man ihm so viele Freiheiten gewährt. Darüber, wie DeJuan Blair regelmäßig die Bretter putzt, wenn er auf dem Parkett steht, will ich erst gar nicht reden…

Mir ist natürlich auch bewusst, dass Dirk Nowitzki ein eher bescheidenes zweites Spiel hatte, aber insgesamt zeigt er eine bislang doch sehr starke Serie. Was mir aber immer noch bei den Mavericks auffällt, ist diese extreme Abhängigkeit vom Jumper. Im dritten Spiel konnte man hervorragend beobachten, wie die Offensive ins Rollen kam, wenn Marion, Nowitzki oder Terry in die Zone zogen und am Brett abschlossen und wie sie ins Stocken kam, wenn man wieder vermehrt Mitteldistanzwürfe gesucht hat, nachdem vorher die Shotclock bis auf wenige Sekunden runtergedribbelt wurde (und ja, ich meine hiermit vor allem Caron Butler!). Das führt insgesamt dazu, dass San Antonio die Zone an beiden Enden des Courts dominieren kann und eröffnet somit Tony Parker ungeahnte Freiheiten, die ich so nicht erwartet habe.

Offensiv muss Dallas dennoch nicht grundlegend etwas ändern, da das eben ihr Spielstil ist und er während der Saison sehr erfolgreich war. Solange man nicht nur aus 15 oder mehr Fuß Entfernung Würfe abfeuert, sondern auch ab und an den Weg zum Korb sucht, soll es mir recht sein. Das Hauptaugenmerk sollte meiner Meinung nach eher auf einer verbesserten Defense bestehen, da Dallas seit zwei Spielen keinen Stop hinkriegt, wenn sie ihn händeringend bräuchten. Und wenn Duncan und Parker machen können, was sie wollen, wird auch der extreme Vorteil egalisiert, den Nowitzki für Dallas offensiv darstellt. Kurz gesagt: Dallas muss wieder zu Spiel Eins zurück, wo Manu Ginobili wichtigster Spieler der Spurs war. Jedes mal, wenn Tony Parker gut spielt, weiß man, dass die Verteidigung gegen das Pick and Roll sowie die Hilfsverteidigung in der Zone gnadenlos versagt haben. Und das sollten sich die Mavericks gegen San Antonio nicht mehr zu oft leisten. Die Serie ist zwar weiterhin offen, aber mittlerweile ist es für Dallas fünf vor zwölf.

(Photo by Keith Allison | License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

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8 Kommentare zu „Hilfe gesucht“

  1. Fabou sagt:

    Was steht es jetzt um D-Wade?? Sah ziemlich schlimm aus, als er sich vor Schmerzen am Boden gerollt hat. Hab mich schon ein wenig erschrocken als ich es gesehen hab.

    ps. Es tut einem schon Leid wenn man mitansieht, dass ein Spieler eine ganze Mannschaft tragen muss. Die Verletzung von Wade kam nicht erst als er auf Rayray’s Fuß gelandet ist, sondern vorher, als er zum Korb zog. Ich hätte mir als C’s Fan ein spannenderes Matchup gewünscht, wie bereits gesagt, ist es nicht Wade’s Fehler.

  2. Malte Arndt sagt:

    Waren wohl “nur” Krämpfe, wurde zumindest hinterher auf ESPN gemeldet. Bei dem Einsatz und dem Pensum, das Wade absolvieren muss, auch kein großes Wunder…

  3. Sputnik sagt:

    Das kennen wir doch von Dirk. Der muss auch immer die Mavs tragen. Am besten die schließen sich zusammen, dann haben die Mavs auch mal jemden der ordentlich zum Korb zieht.

    Am besten noch Carlisle weg. Mir fällt nur gerade kein anderer Trainer ein den man dann holen könnte.

    Kidd / Beaubois
    Wade / Terry
    Butler / Marion
    Nowitzki / Marion / Najera
    Haywood / Dampier (nachdem die Heat ihn entlassen)

    Na ja, Träume sind Schäume. :/ Zumal fraglich wäre ob Marion sich als reiner Backup auf der 3 und 4 gefallen würde. Ansonsten könnte man versuchen Joe Johnson zu bekommen.

  4. nbachef sagt:

    wer bezahlt das team, sputnik ?
    Du ?

  5. Dominik sagt:

    Deine Kreativität in Ehren, Sputnik, aber solche Überlegungen sind eher etwas für ein Computerspiel :)

    Ich kenne mich zwar nicht wahnsinnig gut mit den sportlichen und finaziellen Hintergründen der Teams aus, aber ich denke das eine Team Fusion in der jetzigen NBA nicht möglich wäre. Teams ziehen um, ändern ihren Namen - aber eine Zusammenlegung halte ich für nicht realierbar. Man muss sich nur mal überlegen was für Interessen, Sponsoren und auch Fans hinter diesen Teams stehen. Sowohl sportlich als auch finanziell ließe sich das sicherlich nicht realisieren.

    Zumal der Kader, den du entworfen hast, arbeitsrechtliche Faktoren völlig außer Acht lässt: Ob oder wie werden die Verträge weitergeführt? Wären die Spieler dazu verpflichtet sich einem, faktisch, neuen Team anzuschließen? Das “Totschlag” Argument ist aber sicherlich das Salary Cap. Diese Spieler in einem Team könnte sich niemand leisten ;)

  6. Dominik sagt:

    /edit

    Zu spät gemerkt, dass du mit “zusammenschließen” nur Wade und die Mavs meinst, nicht die Teams ;)
    In diesem Fall zählt nur der letzte Satz :D

  7. Sputnik sagt:

    Ich gebe zu das ich einfach nur gerne die NBA verfolge, und mit meinen Freunden Basketball spiele, weshalb ich mich mit den ganzen Regularien nicht auskenne, aber wäre es nicht Möglich Dampier per S&T gegen Wade zu tauschen, wenn der unbedingt nach Dallas wollen würde? Immerhin suchen sich die Spieler (also Wade, LeBron, Bosh etc.) diesen Sommeer den Verein aus, nicht der Club.

    Für Dallas würde - aus sich der Heat - dann ja auch sprechen das sie in einer anderen Conference spielen, und Wade hätte aufgrund der Steuern noch den Vorteil mit einem Max-Vertrag mehr zu verdienen als anderswo.

    Na ja, letztendlich gehe ich am ehesten davon aus das Dallas Joe Johnson das Geld in den Hintern schiebt. ;)

  8. Sputnik sagt:

    /edit - und Cuban guckt bekanntlich nicht so sehr auf Geld. *g*

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