It’s on!

Von: Malte Arndt

Larry O'Brien TrophyHeute Nacht fällt die Entscheidung über den neuen (und alten?) Meister in der NBA. Ehe wir aber in gut neun Stunden wissen, wer das nächste Championship-Banner unter seine Hallendecke ziehen kann, ein kurzer Leitfaden, wer für wen wie spielen muss, damit Grün-Weiß respektive Lila-gelb jubeln kann. Rivers oder Jackson? Bryant oder Rondo? Vorhang auf für den siebten und letzten Akt! (mehr…)

Vorweg eine kurze Einschätzung meinerseits zu den bisherigen NBA-Finals 2010: Sie waren spannend, ausgeglichen und gut. Lediglich ein Blowout (Spiel sechs) und ein relativ deutliches Spiel (Spiel eins), ansonsten immer umkämpfte Partien mit verschiedenen Akteuren in den Hauptrollen. Dass bei den Lakers Kobe Bryant der überragende Akteur war, war weniger überraschend. Dass es auf Seiten der Celtics insgesamt Paul Pierce werden sollte, dagegen schon. Keine Frage, Rajon Rondo lieferte einige Highlights ab, aber insgesamt war es wie vor zwei Jahren “The Truth”, der in meinen Augen die Celtics trug. Was ihn so ganz nebenbei - unabhängig vom Serienausgang - zu einem der besten Flügelspieler der abgelaufenen Dekade werden lässt. Dennoch hoffe ich natürlich, dass er auch ähnlich wie vor zwei Jahren zum Finals MVP gekürt wird, was gleichbedeutend mit einem Sieg der Celtics wäre (die Laker-Fans hier mögen mir verzeihen). Was dafür passieren muss? Ziemlich genau folgendes:

Boston gewinnt, wenn…

- Paul Pierce so auftritt wie in Spiel fünf. Entschlossen, starker Zug zum Korb, immer wieder seinen Stepback-Jumper einstreuend. Er hat insgesamt das geschafft, was ich schon von Kevin Durant in der ersten Runde erwartet habe - er hat den Verteidigungsstil Artests verinnerlicht und sein Spiel entsprechend angepasst. Nach sechs Spielen wird niemand mehr bestreiten können, dass Ron Artest in dieser Serie nicht die defensive Bulldogge war, die sich die Lakers erhofft haben. Respekt für Pierce, dass er diesen Sprung geschafft hat und erneut bester Celtics-Akteur wurde.

- Kevin Garnett eine ähnliche Leistung bringt wie zuletzt. An ihm lag es kaum, dass Boston in Spiel Nummer sechs der Serie aus der Halle geschossen wurde. Einsatz an den Brettern, gute Würfe in der Offensive, viel Kommunikation mit den Mitspielern - mehr konnte man von ihm nicht erwarten. Immerhin hat er sich mit einer fulminanten Leistungssteigerung seit Spiel drei mittlerweile vom Rashard Lewis-Award meilenweit entfernt, während sein bis dato größter Konkurrent Lamar Odom nur bedingt die Favoritenrolle ablegen konnte.

- Rajon Rondo dominiert. Wenn Rondo heiß läuft, sind die Siegchancen der Celtics ungleich höher. Als Beispiel aus den mit Highlights bestückten Playoffs dient hier Spiel zwei der Finals, als er im Schlussviertel komplett übernahm und den Sieg der Celtics sicherte. Wenn er heute Nacht groß auftrumpft, haben die Celtics ihr wichtigstes Matchup durchgebracht. Wichtig dafür ist, dass er immer wieder attackiert, Bryant zum Verteidigen zwingt und ihn so müde macht.

- Ray Allen mal wieder Dreier trifft. Das hat er zwar in Spiel sechs getan, davor aber gar nicht. Istt er wieder der gefährliche Schütze von Downtown, macht er das Spielfeld breiter und gibt so gerade Rondo und Pierce mehr Freiheiten, den Weg zum Korb zu suchen.

- Rasheed Wallace keinen Unsinn macht. Kendrick Perkins fällt heute aus, also muss Sheed ihn ersetzen - es werden seine bislang wichtigsten Minuten dieser Playoffs. Wenn er die Bigs der Lakers gut verteidigt, wird Los Angeles eine wichtige Waffe genommen und die Chancen stehen hoch, dass Kobe Bryant mehr (schlechte) Würfe nehmen muss.

Los Angeles gewinnt, wenn…

- Pau Gasol und Andrew Bynum die Zone beherrschen. Wenn Bryant und Gasol zusammen gute Spiele abliefern, ist es um den Gegner meist schon geschehen. Wenn Bynum - der seit Spiel zwei nicht mehr recht zu überzeugen vermochte - auch noch machen kann, was er will, wird Boston keine Chance haben. Gasol hat in dieser Serie schon beide Gesichter gezeigt: Das einer legitimen ersten Option im Angriff, der mit seinen Postmoves Garnett lächerlich macht und ein wandelndes Double-Double mit weit über 20 Punkten ist. Er kann aber auch passiv, teilweise lethargisch agieren (wie im Schlussviertel von Spiel zwei oder in Spiel fünf), was die Sache für Bryant enorm erschwert. Heute sollte er besser das erste Gesicht zeigen, wenn er zum zweiten Mal Champion werden will.

- Ron Artest seine Wurfauswahl verbessert. Selbst in Spiel sechs - statistisch gesehen ein gutes - hat er grauenhafte Würfe genommen, diese zur Abwechslung aber getroffen. Dennoch hat er sich mittlerweile den Spitznamen “Roulette” redlich verdient, denn man weiß nie, ob er einen guten Tag erwischt und den Unterschied für sein Team ausmachen kann, oder ob er die eigene Offensive mit schlechten Würfen und unnötigen Kleinkriegen mit den Gegenspielern kollabieren lässt.

- die Bank so spielt wie bislang im Staples Center. Die Gründe für die Niederlagen in Boston wurden vielfach erörtert, aber das erschreckende Auftreten der Lakers-Bank war einer der Hauptgründe. Odom spielt schwache Finals (Rashard Lewis-Award ;) ), hat aber zuletzt überzeugt. Jordan Farmar und Shannon Brown müssen starke Leistungen abliefern, um den beinahe schon obligatorisch mit Foulproblemen belasteten Derek Fisher ersetzen zu können. Sollte die Bank dafür sorgen, dass sich die Starter kaum erholen können, könnte wichtige Energie verloren gehen.

- Kobe Bryant einen Sahnetag erwischt. Mir als Boston-Fan graut es ehrlich gesagt davor, denn Bryant hat die Fähigkeit wie kein Zweiter in der Liga, ein einziges Spiel entscheiden zu können. Rondo hat das zwar auch schon getan, aber von Bryant erwartet man es beinahe. Er ist der beste Spieler der bisherigen Serie und wenn er jeden Wurf trifft, muss schon einiges schief laufen (Spiel fünf), damit seine Lakers keinen Sieg holen. Er ist der größte Vorteil, den LA heute haben wird.

Wer mehr der genannten Vorteile durchbringen wird, dürfte am Ende gewinnen. Bryant hat zwar den Bonus des besten Spielers und ein Sieg der Lakers mag angesichts der Heimbilanz als wahrscheinlich erscheinen, aber ich glaube an die Auswärtsstärke der Celtics, an den Geist von Garnett, Alllen und Pierce, die wissen, dass sie heute wohl zum letzten Mal den Titel holen können. Wie dem auch sei, ich wünsche mir ein enges, spannendes Spiel, das diesen Finals einen würdigen Abschluss liefert. Sie werden zwar nicht als die besten in die Geschichte eingehen, aber ein dramatisches siebtes Spiel kann sie zu einer der besseren Serien werden lassen. It’s on!

(Photo by Scott Abelman | License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

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12 Kommentare zu „It’s on!“

  1. Sundi sagt:

    Lakers!!!!! GO Be( //at//) LA!

  2. Gast sagt:

    Ich denke, dass die Lakers es am Ende machen. Bei Boston hat eigentlich schon jeder Spieler einen wirklichen Grottenabend gehabt, bei LA waren selbst die schlechtesten Spieler noch ordentlich. Und ohne richtigen Center spielt Beantown eigentlich nur noch Smallball…

    Und es gibt den Heimvorteil…

    Und es gibt Kobe Bryant…

  3. JBBL Spieler sagt:

    Let´s go LA…
    + Heimvorteil
    + Kobe
    werden den Ausschlag geben!

  4. Michael sagt:

    REPEAT LA!!!

  5. Gast sagt:

    Kobe spielt ziemlich schwach, aber die Lakers beweisen, dass sie wirklich ein Team sind und keine Kobe&Co.-Show.

    Und wer hätte gedacht, dass eher Artest Kobe die Meisterschaft bringt und nicht umgekehrt.

  6. Mike sagt:

    shiiit!

  7. Dmitrij Karle sagt:

    Glückwunsch an L.A!

  8. Fabou sagt:

    Mich regen ehrlich gesagt 2 Sachen auf:
    1. Das Boston verloren hat. Man sieht das wohl Perkins wirklich ausschlaggebend war. Man könnte jetzt auch munkeln, wie es vor 2 Jahren gewesen wäre, als den Lakers ihr Center fehlte, aber ich bin nicht der Typ für Spekulationen.
    2. Das die NBA Saison vorüber ist. Was mich ein wenig glücklich macht ist, dass BBall Fans nicht lange warten müssen, denn die WM in der Türkei fängt im August an, d.h. sicherlich ein wenig Action und Showspektakel seitens des USA Team. Zudem ist dieses Jahr der berühmte Free Agent Sommer, auf den vermutlich alle so gespannt sind, wie auf die Finals.
    Zuletzt möchte ich den Lakers zu ihrem Sieg in einer umkämpften Finals Serie gratulieren. Ob es ein weiterer Three Peat für Jackson wird, bleibt abzuwarten, denn ihr wisst ja - Free Agent Sommer. Natürlich hoffe ich, dass beide Coaches noch in der NBA und bei ihrem jeweiligen Team bleiben. Denn wie beide in den Playoffs gecoacht haben, war einfach phänomenal, obwohl ich finde, dass Rivers ein wenig besser gecoacht hat.

  9. Dominik sagt:

    Glückwunsch an die Lakers.

    Wenigstens die Finals haben noch eine spannende 4-3 Serie geboten, nachdem die diesjährigen Playoffs alles in allem (für mich persönlich) nicht so berrauschend waren.
    Ich muss jedoch zugeben, dass ich aufgrund der Fussball WM nicht sehr viel von den Finals mitbekommen habe ;)

    Ich freue mich auf den Free Agent Sommer und hoffe, dass dort ein wenig Bewegung in die Liga kommt.
    Was die Coaching Frage angeht denke ich, dass beide Coaches bleiben. Ob die Celtics mit ihrem doch sehr alten Kader nochmal in die Finals vorstoßen können wage ich jedoch zu bezweifeln, da nicht zuletzt das defensive Gehirn, Assistent Coach Tom Thibodeau, Richtung Chicago abwandern wird.

  10. Malte Arndt sagt:

    Schade, aber schönes Spiel und Glückwunsch an die Lakers. Abgesehen davon, dass ich keine Fingernägel mehr besitze, wäre es wohl kaum auszudenken, was bei einem Sieg der Celtics über Bryant geschrieben worden wäre: Schwache Vorstellung offensiv von ihm, die bei einer Niederlage wohl ewig haften geblieben wäre. So wird man sich in wenigen Monaten an eine gute Serie von ihm erinnern und daran, dass Ron Artest die Finals entschieden hat. Und ja, ich könnte mir sonst wohin beißen, während ich das schreibe. Ron Artest!!!

  11. Dmitrij Karle sagt:

    Ach ja. Der gute Ron-Ron.
    Genauso wie Bynum, von fast allen abgeschrieben. Und dann zeigt er Klasse im entscheidenden Spiel der Saison, der Playoffs, seiner Karriere…

  12. Martin sagt:

    Nun, ist noch die Frage zu beantworten warum die Lakers denn dieses Spiel nun gewonnen haben! Selbst Kobe wusste das ja nicht wirklich und die Stats sprechen auch nicht für LA, oder seh ich das falsch?? Würde mich über eine Analyse des Finalspiels freuen.
    Ist Odom eurer Meinung nach in diesen Finals eigentlich mal so richtig aufgetaucht?

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