Now, we’re talkin’

Von: Dmitrij Karle

Phoenix SunsDie Phoenix Suns sind endgültig in den Western-Conference-Finals angekommen. Das Team aus Arizona gewann das vierte Spiel der Serie gegen die Los Angeles Lakers mit 115:106 und gleicht somit das Duell mit dem amtierenden Meister aus (2:2). Ein Kobe Bryant in Bestform (38 Punkte, zehn Assists) konnte die drohende Pleite nicht abwenden. Spiel fünf findet am Donnerstag in L.A. statt. (mehr…)

Eigentlich wussten wir doch alle irgendwo ganz tief in unserem Inneren, dass Phoenix früher oder später in der Offensive einen Zahn zulegen würde und endlich auch die entsprechenden Würfe versenken sollte. Gestern war es dann soweit.

Und es war auch nur eine Frage der Zeit, bis Suns-Forward Channing Frye sein feines Händchen von der Dreierlinie wieder finden würde. Frye, der die meisten Dreier für seine Mannschaft während der regulären Saison verwandeln konnte, enttäuschte bisher sowohl gegen die Lakers als auch über weite Strecken des gesamten Playoff-Verlaufs.

Zwar lieferte der Arizona Wildcat gegen die San Antonio Spurs respektable Statistiken ab (9,5 Punkte bei einer Quote von 54 Prozent verwandelter Dreier), doch traf Frye in den ersten drei Partien gegen die Lakers nur einen einzigen Dreipunktewurf aus 14 Versuchen.

Gestern allerdings waren die Basketballgötter milder gestimmt. Zu Anfang des zweiten Viertels verwandelte Frye seinen ersten Treffer aus dem Feld: ein Dreier! Die Menge im US Airways Center zu Phoenix atmetet erleichtert auf. Es geht also doch noch.

Zwei weitere Treffer von “Downtown” folgten kurz darauf. Seinen letzten Distanzwurf versenkte der 2,11 Meter große Power-Forward mit Ablauf der 24-Sekunden-Wurfuhr während eines Suns-Angriffes im vierten Viertel. Eine Erlösung für die gesamte Mannschaft von Headcoach Alvin Gentry.

“Channing braucht nur ein gewisses Selbstvertrauen”, erklärte anschließend sein Mitspieler Jared Dudley, der gestern ebenfalls zu überzeugen wusste (11 Punkte, sechs Rebounds,  drei von sechs Dreiern). “Sobald er Selbstvertrauen erlangt, ist Channing zu großen Dingen fähig.”

Steve Nash

Steve Nash

Allgemein präsentierte sich die zweite Garde der Suns, angeführt von Frye und Leandro Barbosa (14 Punkte, sechs von acht aus dem Feld), von ihrer besten Seite. Frye, Barbosa und Dudley trafen jeweils allesamt die Hälfte ihrer Dreier.

Nur Aufbauspieler und Steve Nashs Rentenversicherung Goran Dragic verfehlte seine zwei Würfe von jenseits der Dreipunktelinie. Doch ist diese Tatsache nicht weiter tragisch, da der gebürtige Slowene starke acht Vorlagen (bei keinem einzigen Ballverlust) in nur 18 Minuten verbuchen konnte.

Die gesamte Starting-Five der Suns wies gestern ein negatives Plus/Minus-Verhältnis auf. Die Bank, auf der anderen Seite, landete im positiv-mehrstelligen Bereich!

Es war eine Demütigung für die Bank der Lakers, die kaum etwas entgegenzusetzen hatte. Außer Lamar Odom (15 Punkte, zehn Rebounds) war in Reihen der Gäste niemand in der Lage, der Mannschaft unter die Arme zu greifen.

Es sieht tatsächlich so aus, als fühle sich die Lakers-Bank nicht recht wohl außerhalb der eigenen vier Wände. Im Spiel eins verbuchte die Reserve noch stolze 44 Zähler. 36 waren es im zweiten Spiel im Staples-Center. In Spiel drei und vier war von dieser positiven Tendenz nichts mehr zu sehen, als die Lakers-Bank lediglich 18 bzw. 20 Punkte erzielen konnte.

Kobe Bryant, der gestern den Alleinunterhalter gab und versuchte, mit seiner Performance zu retten, was noch zu retten war, wies am Ende der Partie darauf hin, dass die Lakers in der Verteidigung mächtig nachgelassen haben.

“Wir müssen uns stärker auf unsere Arbeit in der Verteidigung konzentrieren - Schluss, Aus”, so Bryant.

Anscheinend sind die Los Angeles Lakers so stark mit der Zonenverteidigung der Suns beschäftigt, dass sie es vergessen haben, wie eine Meisterschaftsverteidigung auszusehen hat.

Das ständige Doppeln von Amare Stoudemire ließ die Suns-Schützen frei am Perimeter stehen. Weil die Lakers-Akteure zu langsam rotierten und in einigen Fällen schlicht und ergreifend passiv zugesehen haben. So gewinnt man keine Spiele gegen eine Suns-Mannschaft, die offenbar ihren Touch gefunden hat.

Und Phil Jackson, Headcoach der L.A. Lakers, kann solange verneinen wie er möchte, dass sein Team mit der Zonenverteidigung des Gegners gut zurecht komme. Es liegt auf der Hand, dass L.A. sich in den letzten beiden Spielen in Phoenix im Vergleich zu den Auftaktpartien komplett verändert präsentiert hat.

“Ich denke, wir haben uns zu sehr in den Kopf gesetzt, wie wir diese Zonenverteidigung knacken können”, so Bryant, “und haben unsere Defensive komplett vernachlässigt.”

Die Serie ist noch lange nicht gelaufen. Beide Teams gewannen jeweils zweimal in den eigenen vier Wänden. Viel wird davon abhängen, ob die Suns ihren Lauf und das Momentum nach L.A. mitnehmen können, und wie sich die Lakers im heimischen Staples Center im vorentscheidenden Spiel fünf präsentieren werden.

Es ist wieder eine spannende Serie. Now, we’re talkin’!

(Photos by Keith Allison | License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

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1 Kommentar zu „Now, we’re talkin’“

  1. Alex English sagt:

    Guter blog, also hier ist noch alles offen im Westen!
    Die Lakers könnten von Ihrem Heimvorteil profitieren und die Serie mit 4:3 gewinnen.
    Allerdings glaube ich das die Suns die serie mit 4:2 beenden.
    Game 5 in Los Angeles müsste also ne heiße partie werden.
    Denn wenn die Suns Game 5 gewinnen dann machen sie in Game 6 vor heimischer kulisse alles klar.
    Lassen wir uns überraschen und auf game 5 warten.

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