Von: Malte Arndt
Ich hätte jedenfalls kaum damit gerechnet, dass sich die Suns im ersten Spiel dermaßen schlecht verkaufen. Klar, das erste Viertel war noch gut und ausgeglichen, aber danach wurden sie von den Lakers einfach dominiert und man hatte zu keinem Zeitpunkt der Partie das Gefühl, als würde sich da noch etwas ändern. Mit der langen Pause von mehr als einer Woche und dem Heimvorteil für Los Angeles lasse ich die Partie noch als Ausrutscher durchgehen, aber spätestens die zweite Begegnung offenbarte einiges, was mich an Stelle von Alvin Gentry nachdenklich stimmen würde.
Da wäre zum einen die absolute Chancenlosigkeit in der Zone. Dass es aus Sicht der Suns nicht darum gehen würde, sich hier einen Vorteil zu erspielen, war von Anfang an klar - es gibt wohl nur ein Team, das mit den Big Men der Lakers mithalten kann und das spielt in der anderen Conference mit einer 3:0-Führung. Aber es kann nicht sein, dass man die Lakers hier derart stark macht. Lamar Odom hat im ersten Spiel hier einfach nur dominiert (noch einmal - Lamar Odom!!!), Andrew Bynum im zweiten (und das nach drei grauenhaften Spielen in Folge) und es spricht wenig dafür, dass die Suns hier noch etwas ändern können. Was auch kein Wunder ist, wenn Channing Frye so spielt, wie er es bisher getan hat - uninspiriert, ausrechenbar und mit Torrero-Verhalten in der Defense. Die Szene, die seinen bisherigen Auftritt eigentlich am besten beschreibt: Frye kommt zum ersten Mal in Spiel Zwei aufs Parkett, produziert einen fürchterlichen Ballverlust, der zum Lakers Fastbreak führt. Fisher legt den Ball auf den Ring und Frye als Defense-Trailer vor Gasol müsste den Ball locker kriegen, springt aber aus unerfindlichen Gründen nicht hoch, was zum einfachen Tip und zwei Punkten führt. Autsch.
Das Problem an einem solchen Verhalten: Phoenix hat mit Amare Stoudemire schon eine defensive Schwachstelle auf den großen Positionen (was er gerade in Spiel Zwei eindrucksvoll demonstriert hat) und kann es sich nicht leisten, hier komplett den Löffel abzugeben. Frye spielt zwar mit der Rückkehr von Robin Lopez (der bis dato überraschend stark auftritt) weniger, aber da er auch offensiv nichts trifft (1-13 aus dem Feld), ist er momentan - so hart das auch klingen mag - völlig wertlos für die Suns. Nehme ich dann noch denn Umstand dazu, dass Phoenix - das haben die ersten beiden Spiele gezeigt - etwas am Gameplan ändern muss, frage ich mich, ob Gentry nicht mit einer Big Men Rotation aus Stoudemire, Lopez, Amundson (der mir ausgesprochen gut gefällt) und Jarron Collins besser beraten wäre. Und alleine der Umstand, dass ich hier Partei für Jarron Collins in einem Conference Finale ergreife, zeigt, wie düster es für Phoenix an den Brettern aussieht.
Aber es liegt nicht nur alleine an Frye bzw. dem Verhalten Phoenix’ in der Zone, sondern auch daran, dass die wenigen Mismatches nicht ausgenutzt werden. Steve Nash hat wahrlich nicht schlecht gespielt in den beiden Partien, aber als größte Stärke der Suns muss er mehr Würfe nehmen. Ein paar Screens hier, etwas öfter Pick and Roll mit Penetration zum Korb da und schon würde Los Angeles ein echtes Problem kriegen. Gerade der Zug zum Korb hat bei Phoenix beinahe völlig gefehlt - die positiven Ausnahmen sind hier Jason Richardson mit einigen schönen Cuts nach Screens und Robin Lopez nach Pick and Rolls - und die Offensive ausrechenbar gemacht. Würden die Suns hier eine höhere Aggressivität an den Tag legen, würden sich vermutlich auch wieder Räume für die Distanzschützen öffnen und somit der Nachteil an der Dreierlinie ausgeglichen werden. Dass Phoenix hier nicht besser als LA ist, stellt bislang eine absolute Katastrophe dar.

Jason Richardson spielt gut, Phoenix verliert - in dieser Saison ein ungewohntes Bild
Ein weiteres Sorgenkind ist bisher Amar’e Stoudemire. Ich habe ihn eigentlich nie wirklich gemocht, aber gestand ihm gerne zu, dass er seit dem All Star-Break eine Bombensaison gespielt hat und phasenweise offensiv wirklich so dominierte, wie man sich es immer gewünscht hat. In der bisherigen Serie ist davon wenig bis nichts übrig geblieben - kaum einmal sucht er den Abschluss nah am Korb, sondern nimmt Würfe aus der Mitteldistanz, die er sogar regelmäßig versenkt. Wieso er diese Stärke aber nicht ausnutzt, um die Verteidigung der Lakers dafür zu sensibilisieren und anschließend gegen Gasol oder Odom aus dem Dribbling heraus zu leichten Punkten zu kommen, verstehe ich nicht. Sein Verhalten defensiv wurde schon kurz angerissen - gewohnt katastrophal wie immer und von einem Kollegen hier eindrucksvoll dargestellt (man scrolle bitte zum drittletzten Update) - aber auch das Rebounding hat stark nachgelassen. Sein größter Fortschritt (meiner Meinung nach) im angesprochenen Zeitraum war die Tatsache, dass er sich plötzlich an den Brettern richtig ins Zeug legte, bis dahin bei ihm selten gesehene Leidenschaft für Rebounds entwickelte und so den Suns immer wieder zusätzliche Ballbesitze gab. Bislang wurde er hier von Gasol, Odom und Bynum komplett überschattet und so führt das alles in allem dazu, dass Stoudemire momentan so auftritt, wie man es in den ersten Saisonmonaten von ihm sah. Und da war Phoenix ein leicht überdurchschnittliches Team, aber kein Titelanwärter.
Bei aller Kritik ist mir bewusst, dass Phoenix nicht gegen eine Kirmestruppe spielt, sondern die Lakers irgendwann während der Serie gegen Oklahoma City den Schalter umgelegt haben und extrem fokussiert spielen. Aber es ist frustrierend, weil Phoenix eine Menge hat, um es den Lakers wirklich schwer zu machen - sie haben einen extrem starken Point Guard, der die einzige offensichtliche Schwachstelle der Lakers ausnutzen kann. Sie haben mit Grant Hill jemanden, der Kobe Bryant im Eins gegen Eins verteidigen kann (und das sogar gut, wie er in Spiel Eins zeigte, ehe er immer wieder Foulprobleme bekam). Sie hatten bis zum Serienbeginn jemanden, der die Big Men der Lakers beschäftigen konnte und tödlich aus dem Pick and Roll mit Nash war. Sie hatten Spieler, die den Weg zum Korb suchten und somit offene Würfe für Frye, Jason Richardson oder Jared Dudley kreieren konnten. Und von alledem ist plötzlich kaum mehr etwas zu sehen.
Stattdessen werden sie von Los Angeles, wie angesprochen, in der Zone völlig überrollt, durch unnötiges Doppeln von Bryant (wozu hat man Grant Hill) wurden den Lakers völlig freie Dreier aus der Ecke ermöglicht (eigentlich der Distanzwurf, den man immer verteidigen sollte) und Ron Artest erfreut sich so großer defensiver Nichtbeachtung, dass er plötzlich aus seinem Playoff-Tiefschlaf erwacht scheint. Alles in allem verliert Phoenix also den Kampf an den Brettern, der Perimeter gehört auch den Lakers, Spieler wie Artest, Farmar oder Brown können Selbstvertrauen tanken und man hat nie das Gefühl, dass Phoenix einen defensiven Stopp hinkriegt, wenn sie ihn mal wirklich bräuchten. Die Serie ist bei einem 0:2 noch nicht verloren. Aber mir fehlt der Glaube, dass Phoenix die angesprochenen Dinge plötzlich ändern kann, nur weil sie zu Hause spielen.
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Schlagworte: Alvin Gentry, Amare Stoudemire, Andrew Bynum, Channing Frye, Derek Fisher, Grant Hill, Jared Dudley, Jarron Collins, Jason Richardson, Jordan Farmar, Kobe Bryant, Lamar Odom, Los Angeles Lakers, Louis Amundson, Pau Gasol, Phoenix Suns, Robin Lopez, Ron Artest, Shannon Brown, Steve Nash




Es drohen die langweiligsten Conference Finals der jüngeren Geschichte - eine Serie ist so gut wie beendet und im Westen stehen die Phoenix Suns mit dem Rücken zur Wand. Ein Blowout im ersten Spiel, ein umkämpftes, aber letztlich doch klar entschiedenes zweite Spiel und der Rückfall einiger Akteure in alte Muster lassen kaum Hoffnung zu. Aber die stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Hm… Die Suns haben sich echt schlecht verkauft
Nicht den Kopf hängen lassen, die Suns schaffen es schon irgendwie
Wie du selbst sagtest, die Hoffnung stirbt zuletzt!
Na Gott sei dank, Suns gewinnen das erste Spiel!
Wenn Phoenix eine Chance haben will, muss vor allem Amare so stark in der Offensive präsent sein, wie es gestern Nacht der Fall war.
Das hat einmal geklappt…Lakers werden die nötigen Dinge verändern und das 4 spiel für sich entscheiden… nach dem 3-1 is es dann uach gelaufen…go lakers!
Wird in dieser Woche noch ein Artikel erscheinen. Es steht bereits 2:2 und 3:1 ???
Ich freu mich speziell für Channing Frye, der leider in den ersten 3 Spielen 1/20 war und dann im 2. Viertel aufgeblüht ist und endlich das gezeigt hat was er auch kann: 3er schießen en masse. Allgemein war das 2. Viertel für die Suns spektakulär, was die alles getroffen haben. Aber man hat gemerkt, dass Kobe nicht vorhatte sie vorbeiziehen zu lassen. Mit seinen 3ern hat er die Zuschauer ein wenig verstummen lassen. Ein sehr spannendes Matchup zwischen beiden Teams.
@ Sarah
Jap, heute kommt etwas von mir zu der Suns/Lakers-Serie.