Von: David Lorenz
Die Zuschauer der Boston Celtics wurden Samstag-Abend Zeugen einer faustdicken Überraschung zum Playoff-Auftakt.
Die Chicago Bulls konnten sich beim amtierenden Meister der NBA hauchdünn mit 105:103 nach Verlängerung durchsetzen. Derrick Rose machte das Spiel seines Lebens und beendete die Partie mit 36 Punkte und 11 Vorlagen - in seiner ersten Playoff-Begegnung überhaupt.
„Er braucht für so eine Vorstellung keine Erfahrung“, zeigte sich Team-Kollege Ben Gordon (acht Punkte) nach der Partie voll des Lobes über Rose. „Er hat heute ein phänomenales Spiel abgeliefert und ist mit seinen 20 Jahren bereits wie ein Veteran aufgetreten.“
Mit 36 Punkten stellte der Point-Guard den 39 Jahre alten NBA-Rekord von Kareem Abdul-Jabbar für die meisten Zähler eines Rookies in seiner ersten Playoff-Partie ein. Daneben gelang Rose ein Kunststück, welches sogar Bulls-Legende Michael Jordan in dessen beispielloser Karriere stets verwehrt geblieben war - ein Sieg während der Playoffs gegen die Celtics. Der letzte Erfolg einer Mannschaft aus Chicago gegen Boston datiert aus dem Jahre 1948.
Kurz vor Ende der regulären Spielzeit hatte Paul Pierce (23 Punkte, wofür er allerdings 21 Würfe benötigte) die Möglichkeit, den Sieg seiner Mannschaft unter Dach und Fach zu bringen. Doch zwei Sekunden vor Schlusspfiff beim Stand von 97:98 aus Sicht der Celtics verwandelte der Finals-MVP der vergangene Saison lediglich einen von zwei Freiwürfen.
Verlängerung.
In der Extra-Zeit drehte Tyrus Thomas (16 Zähler) mächtig auf und erzielte im Alleingang sechs der acht Bulls-Punkte. Darunter der entscheidende Wurf 51 Sekunden vor Ende der Partie zur 105:103-Führung Chicagos.
Auf der Gegenseite vergab Ray Allen (vier Punkte, lediglich ein verwandelter Wurf aus dem Feld von 12 Versuchen) den letzten Wurf der Kelten, bei denen neben Pierce Rajon Rondo mit 29 Punkten und neun Assists herausstach.
Vor allem beim Rebound machte sich das Fehlen von Kevin Garnett (anhaltende Knieprobleme) auf Seiten Bostons an allen Ecken und Enden bemerkbar. Das einstmals defensivstärkste Team der Liga musste sich in dieser Kategorie mit 45:53 Abprallern den Bulls geschlagen geben.
„Ich hoffe, dies war ein Weckruf“, appellierte Pierce derweil an seine Mannschaft. „Ich hoffe, wir merken endlich, dass es sich bei den Bulls nicht einfach um ein Team handelt, das froh ist in den Playoffs spielen zu dürfen.“
Gelegenheit zur Wiedergutmachung haben die Celtics am 23. April, wenn abermals im heimischen TD Banknorth Garden Spiel zwei der Serie steigt.
Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):
Schlagworte: Ben Gordon, Boston Celtics, Chicago Bulls, Derrick Rose, Kareem Abdul-Jabbar, Kevin Garnett, Michael Jordan, Rajon Rondo, Ray Allen, Tyrus Thomas




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