Von: Malte Arndt
Gut, es ist jetzt nicht die bahnbrechendste Erkenntnis, dass David Kahn in Minnesota bestenfalls unterdurchschnittliche Arbeit leistet und eher zur Witzfigur denn zu einem ernsthaften GM taugt. Nicht zuletzt mit seinem legendären Draft 2009 - drei Point Guards mit den ersten drei Picks, wovon einer gar nicht kam und der andere sofort für einen Pick 2010 nach Denver getradet wurde (weil man immer einen extrem talentierten Point Guard traden muss, wenn man auch einen Erstrundenpick eines Jahrgangs haben kann, der in etwa so tief wie die Pfütze vor meiner Haustür ist) - hat sich Kahn zum Gespött der Liga gemacht und heimlich, still und leise Chris Wallace in Memphis Konkurrenz gemacht, wenn es um den schlechtesten GM der Liga geht. Und da Wallace seine Franchise herumgerissen zu haben scheint, ist klar, wer der neue Titelträger ist…

Gomes
Wie dem auch sei, in diesem Sommer soll ja alles besser werden. Da hat es Fans auch nicht weiter gestört, dass mit Forward Ryan Gomes einer der besten Akteure das Team verlies (was ohnehin schon ein Armutszeugnis für die Wolves ist), schließlich hat es David Kahn ja in seiner unendlichen Weisheit geschafft, mit Wesley Johnson bereits einen Small Forward zu picken. Dass er vielleicht - gerade angesichts der später folgenden Trades - mit DeMarcus Cousins besser den etwas risikoreicheren Draft gemacht hätte, steht auf einem anderen Blatt. So darf sich jetzt Sacramento freuen, zweimal nacheinander riesige Talente im Draft gepickt zu haben. Es soll nicht bedeuten, dass Johnson ein schlechter Spieler ist, aber er hat vielleicht das Potential zu einem leicht überdurchschnittlichen Spieler, aber Star wohl eher nicht. DeMarcus Cousins kann aufgrund seines Charakters ein Reinfall werden, aber ebenso auch aufgrund seines Talents der Hauptgewinn. Und wie oft hat man schon die Chance auf einen Big Man-Hauptgewinn? Eben.

Jefferson
So weit, so (un?)gut, der Sommer ist ja schließlich noch lang und mit Al Jefferson sowie Kevin Love hat man eines der besseren Big Men-Duos, wenn man an die Zukunft denkt. Würde zumindest jeder durchschnittlich interessierte Fan denken, aber nicht GM Kahn, der - Gott weiß wieso - scheinbar eher in Darko Milicic die Zukunft des Teams auf der Fünf sieht. Und was braucht Milicic dann? Spielzeit. Und wer muss dann weg? Jefferson. Willkommen in der Kahn’schen Gedankenwelt. Nutznießer dieses Brainfarts, wie es die Amerikaner so schön sagen, sind die Utah Jazz, die einen potentiellen All Star Center (zwar ohne jegliche Defensive, aber damit kennt man sich in Utah auf den großen Positionen ja aus) für Kosta Koufos und zwei Draftpicks bekommen. Der Deal steht von der Unverhältnismäßigkeit her nur eine Stufe unter jenem Gasol-Trade, der Chris Wallace den Hass von 28 GMs einbrachte und als der einseitigste Trade in die NBA-Geschichte einging. Was Kahn mit Koufos will - keine Ahnung. Vielleicht mag er irgendwo talentiert sein, vielleicht mag Al Jefferson nicht der Franchise-Spieler sein, den man sich in Minnesota erhofft hatte, aber ein sehr guter Spieler (und, wie schon gesagt, potentieller All Star) ist er allemal.Wie man ihn dennoch so verschenken kann, ist mir unbegreiflich.

Flynn
Allerdings geht es noch schlimmer: Kahn nahm den Miami Heat Michael Beasley ab. Jenen Beasley, der bislang so gnadenlos hinter den Erwartungen zurück blieb, der in den Playoffs völlig versagte, der mehr Problemkind als alles andere ist. In einem Team ohne Veteranen wird er es noch schwerer haben, seine Probleme in den Griff zu bekommen. Da Beasley aber gleichzeitig einer der talentierteren Akteure der Wolves ist, sind diese auf ihn angewiesen. Der letzte Satz war übrigens gleichbedeutend mit einer erneuten 15 Siege-Saison. Und weil man ja Veteranen braucht, holt man sich jetzt mit Luke Ridnour einen - Point-Guard. Obwohl man noch hofft, Ricky Rubio im nächsten Jahr zu bekommen. Obwohl Jonny Flynn auch noch da ist. Obwohl man Ramon Sessions hat (der jetzt getradet werden dürfte). Was natürlich alles wunderbare Gründe sind, Ridnour einen Vierjahresvertrag zu geben … arme Fans der Timberwolves. Es wird wohl noch einige Zeit vergehen, ehe ihr Vertrauen mal gerechtfertigt wird.
(Photo by Keith Allison | License: Attribution-Share Alike 2.0 Generic)
Schlagworte: Al Jefferson, Chris Wallace, Darko Milicic, David Kahn, DeMarcus Cousins, Jonny Flynn, Kevin Love, Kosta Koufos, Luke Ridnour, Memphis Grizzlies, Michael Beasley, Minnesota Timberwolves, Pau Gasol, Ramon Sessions, Ricky Rubio, Ryan Gomes, Sacramento Kings, Utah Jazz, Wesley Johnson




Es gibt Teams, die jeden Sommer aufs Neue hoffen, endlich einmal Glück zu haben, endlich die Spieler verpflichten zu können, die aus einem Kellerkind ein Playoff-Team machen. Fans bleibt nichts anderes übrig, als auf ihren GM zu vertrauen, der bitte die richtigen Entscheidungen treffen soll. Und nicht selten wird dieses Vertrauen missbraucht - fragt mal in Minnesota nach.
stimme dir schon zu, aber Jefferson und Love können beide nicht Center spielen, deswegen musste einer weg. Jefferson hat nach seiner Knie OP nicht wirklich wieder überzeugt. Und Beasley für Lau zu holen ist ja ein No-Brainer. Ansonsten stimmt es, dass Kahn nicht wirklich gute Arbeit geleistet hat, aber der Rubio Pick könnte sich z.B. noch als Gold wert erweisen.
Es steht immer noch in den Sternen, ob Rubio jemals das T-Wolves Trikot überstreifen wird. Und schon allein die Tatsache, dass er nicht direkt zu den Wolves gegangen ist, als er gedraftet wurde, ist eine Niederlage für Kahn. Dazu denke ich, dass Jefferson durchaus Center spielen kann. Was soll er denn sonst machen? Für alles andere ist er nicht wirklich agil genug.
Jefferson, wenn fit, ist ein wirklich sehr passabler Center. Da muss ich Malte Recht geben, Big Al ist als Power-Forward nur begrenzt einsetzbar. Das beweisen auch seine Statistiken. Während der Saison 08/09 (Stats: 23 Punkte, 11 Rebounds/Spiel) war Jeffersons PER deutlich höher, als auf der Power-Forward Position.
Aufgrund von gesundheitlichen Problemen konnte AJ in der letzten Saison nicht an seine alte Stärke anknüpfen.
Aber ich bin mir sicher, dass er in Utah wieder aufblühen kann. Und im Ernst, 17 Punkte und 9 Rebounds während der letzten Spielzeit ist wirklich nicht schlecht.
Was Koufos angeht, so sagt man, wird der Center noch in diesem Sommer weiter getradet.
Aber Glückwunsch an Utah. Den Boozer-Abgang hat man sehr gut abgedämpft.
Jetzt stellt sich nur die Frage, wo Jefferson eingesetzt wird?
Als Center? Dann wird Millsap auf der vier starten. Als Power-Forward, dann wird Okur als Center auflaufen. Sloan hat nun einige Monate Zeit, um das beste und effektivste Line-Up zu finden.
Millsap hat durchaus das Zeug dazu, als Starter auf der 4 aufzulaufen. 17 Punkte und 10 Rebounds gegen Denver, und 19/7 gegen die Lakers in den Playoffs sind kaum zu überlesen!
Die Jazz haben zwei ähnliche Spielertypen, wobei mMn Jefferson über das ausgereifte Offensivarsenal verfügt. Millsap hat in der Defense die Nase vorn.
Evtl. könnte man sogar Okur von der Bank bringen, als Scoring Option. Und Big Al und Millsap als Duo starten lassen. Wäre auch eine recht interessante Sache.
jefferson ist nun mal absolut nicht der franchise player, zudem kann er nicht mit love zusammen spielen und kassiert 42 mio $ in den kommenden 3 Jahren. es ist sinnlos mit jefferson weiter zu planen. kahn hat keinen adäquaten tradepartner gefunden, also macht er ordentlich platz unter’m salary cap. für mich völlig nachvollziehbar, im gegensatz zum draft von wes johnson anstatt cousins.
die kombination love-milicic im frontcourt hingegen macht auf jeden fall sinn, da dem kleinen love ein hüne zur seite gestellt wird. jaa ok, es ist darko milicic aber er hat mehr als passabel für die wolves gespielt und als starter definitiv überzeugt. zudem befindet man sich auf einem small market, die verpflichtung find ich gut. dass love-jefferson absolut nicht klappt, wurde ja bereits angemerkt.
leider werden die wolves wieder einmal eine katastrophale saison haben, es ist so gut wie besiegelt.
der verbleib von jefferson hätte daran aber auch nix geändert, es will auch kein vernünftigeer FA nach minnesota. man kann nur auf der entwicklung von flynn - brewer - johnson - love - beasly etc. bauen und im kommenden draft einen franchise player (dann den richtigen ;)) holen, dazu 1-2 richtig gute FA’s, die dann vielleicht an das aufstrebende team glauben.
Guter Artikel!
Wenn Jefferson fit bleibt ist er ein Hauptgewinn für die Jazz. Keine Frage!
Bei Beasley is 50:50. Das Talent hat er ja, und er wird gewiss mehr Bälle und Verantwortung bekommen als in Miami. Minnesota hat ja keinen wie Wade
Mike Miller hat heute seinen 5 jahresvertrag bei den Heat unterschrieben! Das ist ein wirklicher Hammer. Dank Pat Riley nimmt das Team jetzt schon sehr gute Formen an! Fehlt eigentlich nur mehr ein starker PG.. Oder wird Wade wieder als PG spielen??
@mucky: wird er nicht aber mit ihm und lebron hat man ja so oder so schon 2 playmaker auf dem court
der neue pg oder besser die neuen pg’s sollten “nur” gut verteidigen können (stichwort: rondo in den playoffs) und ordentlich 3er einstreuen können. ansonsten sollten sie nur den ball nach vorne bringen und die sytsme laufen können, aber ich denke das versteht sich für einen nba-pg von selbst
auswahl ist nich luxuriös aber immerhin sind noch flip murray, jay williams, rafer alston und earl watson zu haben. keiner der genannten entspricht allen kriterien aber man muss wohl mit 3 pg’s planen und ihre jeweiligen stärken richtig einsetzen.
viel wichtiger wird der center-position sein. mir wird schlecht wenn ich dran denke wer dort dwight howard verteidigen soll.
sorry für off-topic
Mal wieder sehr schöner Eintrag!
Aber….Jefferson und Love harmonierten letztes Jahr so gut wie Buttercremetorte mit Essiggurken. Von daher finde ich es gut, dass der kniekranke und hirnlose Big Al abgestoßen werden konnte. Allerdings hätte man schon mehr rausholen können. In Utah wird man jedenfalls nie mehr als die 2nd Round erreichen können. Nicht mit einer derartigen Defense auf den großen Positionen.
Übrigens ist der Gasol-Trade seit der Explosion des Gasol junior ja mittlerweile deutlich, deutlich fairer zu beurteilen.