Von: David Lorenz
Die Fans der Dallas Mavericks wurden Samstagnacht Zeugen eines klassischen Pyrrhussieges.
Beim 115:114-Overtime-Sieg der Mavs über die Chicago Bull brach sich Jason Terry einen Knochen in der linken Hand und wird dem Team von Coach Rick Carlisle längere Zeit nicht zur Verfügung stehen.
Zur Halbzeitpause klagte Terry (bis dahin acht Punkte) über Schmerzen in der Hand. Eine Röntgenuntersuchung diagnostizierte den Bruch. Wie es im Spiel zu der Verletzung kam, konnte der Guard nicht erklären.
„Er hatte fast Tränen in den Augen“, zeigte sich Dirk Nowitzki nach der Partie gerührt. „Wir haben ihm versprochen, die Partie für ihn zu gewinnen.“
Und sie sollten ihr Versprechen halten.
Da Dallas über weite Strecken der Partie neben Terry auch Josh Howard (13 Punkte in nur 27 Minuten) ersetzen musste, der früh mit Foul-Problemen zu kämpfen hatte, lag es ein mal mehr an Nowitzki, die Mavs zum Sieg zu führen. Und „ze German“ sollte seine Mannschaft nicht enttäuschen.
44 Punkte, neun Rebounds und drei Blocks erzielte Nowitzki in 44 Minuten auf dem Feld. Dabei lief bei dem Forward zu Beginn nicht viel zusammen. Von den ersten zehn Würfen konnte Dirk lediglich einen verwandeln.
Doch Nowitzki tat, was große Shooter auszeichnet – einfach weiter werfen und sich nicht verunsichern lassen. Gegen Ende des zweiten Viertels fing er an heiß zu laufen. Die letzten sechs Mavericks-Punkte aus Halbzeit eins gingen auf sein Konto. Von da an war Nowitzki nicht mehr zu stoppen.
Die Bulls versuchten mit allen möglichen Varianten den Deutschen in den Griff zu bekommen – ohne Erfolg.
„Es war verrückt“, zeigte sich Joakim Noah (acht Punkte, zehn Rebounds) nach der Partie frustriert. „Bei einigen seiner Würfe war ich mir sicher, dass er sie unmöglich verwandeln würde. Aber sie fanden ihr Ziel.“
Den Höhepunkt seiner Darbietung sparte sich Nowitzki für die Overtime auf. 14 Punkte (fünf von sieben aus dem Feld, vier von vier von der Freiwurflinie) erzielte er und sicherte Dallas mit zwei verwandelten Freiwürfen 2,9 Sekunden vor Schluss (zum 115:111) den Sieg. Der anschließende Dreier mit der Schlusssirene von Thyrus Thomas war lediglich Ergebniskosmetik.
„Deswegen ist er ein Superstar“, lobte Bulls Coach Vinnie Del Negro Nowitzki. „Wir haben alles versucht um ihn zu bremsen – ohne Erfolg.“
Unterstützung bekam Nowitzki von J.J. Barea, der 20 Punkte erzielte. Die Bulls hatten in Ben Gordon (28 Zähler), Derick Rose (22, neun Assists) und Thomas (23, 12 Rebounds) ihre stärksten Akteure.
Für Dallas werden die kommenden Wochen ganz schwer. Das größte Problem der Mavericks in der laufenden Saison war die berechenbare Offensive. Neben Nowitzki und Terry hat Dallas praktisch keine konstanten Punktelieferanten. Jetzt sind Akteure wie Howard oder Barea noch mehr gefragt, in die Bresche zu springen.
Randnotizen: Für Dallas war es der 19. Sieg in den letzten 22 Begegnungen mit den Bulls. +++ Die Mavericks absolvieren die nächsten drei Partien in der heimischen America Airlines Arena gegen die Sacramento Kings, die Boston Celtics und die New Jersey Nets.
Zusammenfassung der Partie:




[...] Chicago @ Dallas 114:115 Geplänkel in der Wüste [...]