Von: David Lorenz
Kein Team in der Geschichte der NBA vermochte einen derartigen Rückstand noch zu drehen.
Die Niederlage gegen Denver kam dabei äußerst umstritten zustande, um es vorsichtig auszudrücken. Beim Stand von 105:103 aus Dallas’ Sicht waren die Nuggets in Ballbesitz, noch sechs Sekunden zu spielen. Um einen Dreierversuch zu verhindern, foulte Antoine Wright (acht Punkte) den ballführenden Anthony. Als der erwartete Pfiff ausblieb foulte er ihn ein zweites Mal noch deutlicher - wieder keine Reaktion der Referees. Durch die Attacken gegen Anthonys Körper hatte Wright seine Position zwischen Gegenspieler und Korb verloren, und der Superstar der Nuggets konnte mit freier Sicht zum Endstand versenken.
„Wie hart soll ich ihn denn noch foulen, damit die Referees pfeifen“, so ein frustrierter Wright anschließend. „Muss ich mir dafür ein unsportliches Foul abholen?“
Nach dem Schlusspfiff kam es zu turbulenten Szenen, als Teambesitzer Mark Cuban einen Kameramann aus dem Weg schubste, während Josh Howard (14 Punkte, sieben Rebounds) wild auf Kenyon Martin von der Gegenseite losging, und nur mit aller Macht von den Umstehenden Betreuern gebändigt werden konnte.
Zwei Stunden nach Abpfiff der Partie sah sich die Liga gezwungen, eine Stellungnahme zu dem Vorfall abzugeben. „Am Ende der Partie Dallas gegen Denver haben es die Schiedsrichter verpasst, ein taktisches Foul von Antoine Wright an Carmelo Anthony zu ahnden“, so ein offizieller Sprecher der NBA.
Den Mavericks hilft das allerdings nicht weiter, der Spielausgang bleibt bestehen und das Team um Headcoach Rick Carlisle hat nun vier Matchbälle abzuwehren.
Jason Kidd (13 Punkte, fünf Rebounds, fünf Vorlagen) war nach der Niederlage der Einzige, der die Schiedsrichter-Entscheidung nicht als Ausrede benutzen wollte: „Dieses Spiel darf für uns erst gar nicht mit dem letzten Spielzug entschieden werden“, so der Spielmacher. „Wir haben es verpasst, den Sack schon vorher zuzumachen.“
„Das ist eine der härtesten Niederlagen in meiner elfjährigen Karriere“, gab derweil Dirk Nowitzki zu Protokoll. „Dieses Spiel mussten wir gewinnen.“
Nowitzki zeigte sich von den Spekulationen um sein Privatleben völlig unbeeindruckt und beendete die Partie mit 33 Punkten (neun von 19 aus dem Feld, zwei von fünf jenseits der Dreierlinie, 13 von 15 Freiwürfen) neben 16 Rebounds und zwei Blocks als bester Spieler auf dem Platz.
Unterstützung bekam der achtfache All-Star in Form von Jason Terry (17 Punkte) und Brandon Bass (16 Zähler, fünf Rebounds). Auf Seiten der Nuggets lieferten Anthony mit 31 Punkten und acht Rebounds sowie Chauncey Billups mit 32 Zählern eine ganz starke Partie ab.
Für die Mavericks gilt es nun, das nächste Aufeinandertreffen beider Teams im American Airlines Center zu Dallas motiviert anzugehen und dem eigenen Publikum im wahrscheinlich letzten Heimspiel der Saison eine überzeugende Vorstellung zu bieten.
Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):
Schlagworte: Antoine Wright, Brandon Bass, Carmelo Anthony, Chauncey Billups, Dallas Mavericks, Denver Nuggets, Dirk Nowitzki, Jason Kidd, Jason Terry, Josh Howard, Kenyon Martin, Mark Cuban, Rick Carlisle




Die Dallas Mavericks stehen vor dem Playoff-Aus. Durch einen Dreier von
Zum Glück steht hier immer erst am morgen nach dem Spiel der Spielbericht. Gestern Nacht wäre mein Eintrag wohl deutlich unsachlicher und mit mehr Kraftausdrücken gepflastert gewesen. So unglaublich sauer war ich. Wo ich jetzt ne Nacht drüber geschlafen habe, kann ich sagen: Für mich ist das ganze nur noch lächerlich. Die Refs hatten beste Sicht auf die Situation und geben das Foul nicht. Es ist wieder ein Mosaikstein, der sich in das Gesamtbild der Benachteiligungen gegen die Mavs einfügt. Natürlich war es einfach nur dumm von dem Mavs, das Spiel nicht schon viel früher zu entscheiden. Die Konsequenz war dann diese knappe Schlussphase. Aber wirklich spielentscheidend war das Foul von Wright, welches die Schiedsrichter hätten ahnden müssen! Es gibt im Basketball keine Vorteilsbestimmung oder ähnliches und wenn ein Ref ein Foul sieht, dann -muss- es gepfiffen werden. Es gibt dort keinen Ermessensspielraum! Und die Stellungnahme der Liga ist doch der blanke Hohn!
Und auch nach diesem Spiel wird es wiedermal keine Schiedsrichterdiskussion in den USA geben. Dort wird ne riesen Glocke über die Schiedsrichter gestülpt. Kritische Berichterstattung in den Medien fehlt vollig und wenn ein Spieler, Trainer oder Offizieller mal Kritik äußert, kann er sich direkt auf Sperren und Geldstrafen einstellen. Aber wie gesagt, solange NBA-Zar Stern an der Spitze dieser Organisation steht, wird sich daran absolut nichts ändern.
Naja, es wurde schon offiziell zugegeben, dass man es versäumt hat das Foul zu geben.
Nichtsdestotrotz war Wright einfach nicht konsequent genug beim Foulen von Melo. Das war fast nichts. Und dann bleibt er noch stehen und hebt seine Arme, um bloß nicht Melo beim Dreierwerfen zu stören. Ganz klarer Fehler von dem unerfahrenen Wright. Aber aus solchen Situationen lernt man.
Und man darf das Spiel auch nicht nur auf diese eine Situation reduzieren. Es war ganz klar nicht der Tag der NUggets, deren Topspieler mit Foulporblemen zu kämpfen hatten. Und trotzdem hat Dallas versäumt einen Run zu starten und das Ding nach Hause zu fahren.
Wright hat sich natürlich nicht gerade geschickt angestellt, aber beim zweiten Foul hackt er ihm fast die Arme ab, also das war mehr als deutlich.
Was allerdings das komische Heben seiner Arme im Anschluss sollte, weiß er wahrscheinlich nicht mal selbst.