Von: David Lorenz
Nach der deutlichen 91:102 Heimpleite zum Saisonauftakt gegen die Washington Wizards werden in Dallas bereits Erinnerungen an den verpatzten Start aus der vergangenen Spielzeit wach, als das Team sieben der ersten neun Partien verloren geben musste.
Die Parallelen zwischen Vergangenheit und Gegenwart sind dabei nicht von der Hand zu weisen. Mussten sich die Mavs 2008/2009 noch an die Systeme des neuen Headcoaches Rick Carlisle gewöhnen, so stehen sie jetzt vor der Aufgabe, viele neue Spieler in die Mannschaft zu integrieren.
Doch das kann nur bedingt als Entschuldigung für die Pleite gegen Washington herangezogen werden. Hauptverantwortlich für das schwache Auftreten der Mavericks waren nämlich zwei Faktoren, die Dallas schon in der Vergangenheit böse zu schaffen machten.
Erstes Problem: Die unausgeglichene Offensivabteilung. Als hätte man mit den Neuverpflichtungen von Shawn Marion (16 Punkte, jedoch über weite Strecken der Partie unauffällig) und Drew Gooden (mit lediglich zwei Punkten kein Faktor) nicht neue Stützen für den Angriff gewonnen, hing die ganze Scoring-Last einmal mehr an Dirk Nowitzki (Foto). Nowitzki, der sich zum großen Bedauern vieler Fans die blonde Löwenmähne vor der Partie stutzen lies (und daher ohne Stirnband auflief), zeigte mit 34 Punkten zwar eine starke Leistung. Doch alleine vermag er das Angriffsspiel seiner Mannschaft nicht zu tragen. Jason Kidd, offensiv mit vier Punkten und sechs Vorlagen ebenfalls blass, meinte nach der Partie treffend, dass Nowitzki bis Weihnachten tot wäre, müsse er derartig weiterspielen.
Zweites Problem: Die Verteidigung gegnerischer Pick-and-Rolls. Gilbert Arenas (mit einem überragenden Comeback, 29 Punkte, neun Assists) und Center Brendan Haywood (sieben Zähler, zehn Rebounds) narrten die Dallas-Defensive ein ums andere mal durch kluges Blockstellen und Abrollen. Verteidiger wie Kidd waren deutlich zu langsam, um an Arenas kleben zu bleiben. Wenn dann Erick Dampier aufrückte um auszuhelfen, übernahm niemand seinen Gegenspieler (Haywood). Das Resultat: mehrere einfache Punkte für die Wizards.
Dennoch bleibt festzuhalten, dass es wohl eine Ausnahme bleiben wird, wenn derartig viele Dallas-Akteure gleichzeitig einen schlechten Tag erwischen wie gegen Washington. Von Spielern wie Jason Terry (12 Punkte, nur vier Treffer bei 15 Versuchen aus dem Feld) ist im Normalfall einiges mehr an offensiver Unterstützung zu erwarten. Gleiches gilt für Gooden.
Ein Lichtblick gegen die Wizards war neben der Leistung Nowitzkis die Vorstellung von J.J. Barea (Foto). Der kleine Guard hielt seine Mannschaft im zweiten Viertel phasenweise alleine im Spiel und lieferte mit 13 Punkten und sechs Vorlagen ordentliche Statistiken ab. Auch das Publikum im American Airlines Center zu Dallas gab einmal mehr eine hervorragende Figur ab. Bereits zum 318. Mal in Folge war die Mavs-Arena ausverkauft - aktueller NBA-Rekord.
Auf Coach Carlisle wartet nun ein Berg an Arbeit. Am kommenden Freitag steigt das Duell beim amtierenden Meister, den Los Angeles Lakers. Bis dahin sollte die Mannschaft offensiv wie defensiv eine konkurrenzfähige Rotation finden, damit sich die Dallas-Fans nicht zwangsweise an den verpatzten Saisonstart aus der vergangenen Saison erinnert fühlen.
Schlagworte: Brendan Haywood, Dallas Mavericks, Dirk Nowitzki, Drew Gooden, Erick Dampier, Gilbert Arenas, J.J. Barea, Jason Kidd, Jason Terry, Los Angeles Lakers, Rick Carlisle, Shawn Marion, Washington Wizards




schade, hätte Dirk gern mit Stirnband gesehen
Tjo Dallas, dass de überhaupt wos reißn.