Von: David Lorenz
Ausrufezeichen beim Erzrivalen.
Die Dallas Mavericks nehmen den Schwung aus der regulären Saison mit in die Playoffs und besiegen zum Erstrunden-Auftakt die San Antonio Spurs mit 105:97 im gegnerischen AT&T-Center.
Somit steht es 1:0 in der „Best-of-Seven“-Serie zwischen beiden Mannschaften. Dallas entreißt durch den Auswärtssieg direkt im ersten Spiel des Texas-Showdowns San Antonio den Heimvorteil.
Für das Team von Headcoach Rick Carlisle war es der erste Erfolg in fremder Halle während einer Endrunden-Serie seit dem Western-Conference-Finale von 2006. Zuletzt mussten sich die Mavericks in den Playoffs neun mal in Folge auswärts geschlagen geben.
„Wir sind ein geduldiges, aber sehr hungriges Team“, äußerte sich Carlisle nach der Begegnung über seine Mannschaft. „Wir wussten, wie stark San Antonio hier spielt und haben nicht aufgegeben zu kämpfen, auch wenn es in der ersten Halbzeit lange nicht gut aussah.“
Und das tat es wirklich nicht.
Das erste Viertel verschlief Dallas direkt mit 18:29, bevor sich die Mannschaft, angeführt von einem ganz starken Brandon Bass (Foto), der im zweiten Spielabschnitt zehn seiner 14 Punkte erzielte, zur Halbzeitpause auf 45:49 herankämpfte. Viertel Nummer drei entwickelte sich ausgeglichen, mit Vorteilen auf Seiten der Mavericks. Nach einem Zwischenspurt der Spurs ging Dallas durch Jason Terry (12 Punkte) kurz vor Ende des Abschnittes mit 74:72 in Führung, bevor Tim Duncan (27 Punkte, neun Rebounds) noch auszugleichen wusste.
Beim Stande von 74:77 aus Sicht der Mavs machte Dallas ernst und zog durch einen 21:6-Lauf auf und davon. Erick Dampier (zehn Punkte, 11 Rebounds) zeigte während des finalen Viertels in der Verteidigung einen hervorragenden Job gegen Duncan, während J.J. Barea (13 Zähler) im Angriff der Mavs heiß lief und durch seine Schnelligkeit die Spurs ein ums andere Mal vor unlösbare Probleme stellte.
Als es San Antonio knapp vier Minuten vor Ende der Begegnung durch einen Dreier von Roger Mason (13 Punkte) noch mal gelang, auf 88:95 zu verkürzen, lag es an Dirk Nowitzki (19 Zähler, acht Rebounds), durch vier schnelle Punkte den Abstand wieder zu vergrößern und letzten Endes durch zwei erfolgreiche Freiwürfe den Endstand herzustellen.
Mit dem Schlusspfiff ließ sich Carlisle zu einer Geste der Genugtuung hinreißen, als er mit verbissener Miene die „Becker-Faust“ ballte. Ein emotionaler Ausbruch, den man während der laufenden Spielzeit das erste Mal beim stoischen Coach der Mavericks beobachten durfte.
Neben einer effektiven Verteidigung des alten Dallas-Schreckgespenstes Tony Parker (24 Punkte, acht Vorlagen), der ständig mit frischen Verteidigern traktiert wurde, war die Geschlossenheit der Mavs-Mannschaft der Schlüssel zum Sieg. In einer Begegnung, in der Nowitzki und Terry nicht ihren besten Abend erwischten, und Jason Kidd mit nur fünf Vorlagen (neben vier Punkten und acht Rebounds) erstaunlich uneffektiv auftrat, waren es Bass, Dampier, Barea und vor allem Josh Howard (25 Zähler), die die Scoring-Last auf mehreren Schultern verteilten. So beendeten sechs Dallas-Akteure die Partie mit einer zweistelligen Punkteausbeute.
Das schlug sich auch im direkten Bank-Vergleich beider Mannschaften nieder. Die Einwechselspieler der Mavs entschieden das Duell gegen die Spurs-Reserve mit 39:14 Zählern für sich.
Barea war es, der Parker von der Bank kommend in der Verteidigung die größten Probleme bereitete. Nachdem Antoine Wright (acht Zähler) dem Franzosen in Halbzeit eins noch 13 Punkte und sieben Vorlagen gestattete und früh mit Foulproblemen belastet war, machte es Barea nach der Pause besser. „Ich habe alles gegeben, ihm das Leben einfach so schwer wie möglich zu machen“, so der kleine Guard nach der Partie. Der Puerto Ricaner wusste zudem Parker innerhalb der letzten 20 Minuten der Partie zwei Offensiv-Fouls anzuhängen.
San Antonio überzeute vor allem durch eine überragende Dreierquote von 11 Treffern bei 14 Versuchen (78,6 Prozent), allein Ex-Maverick Michael Finley (19 Punkte) versenkte fünf Mal von Downtown ohne einen einzigen Fehlwurf. Hier gilt es für Dallas, schleunigst eine Lösung in der Verteidigung zu finden. Denn sonst wird nicht Parker, sondern die Dreier-Schützen der Spurs neben Duncan größter Faktor im Angriff San Antonios.
Für Nowitzki, der früh mit Foulproblemen zu kämpfen hatte und die letzten neun Minuten der ersten Halbzeit von der Bank aus verfolgen musste, war es nach 25 Partien in Folge das erste Spiel, in dem er an der 20-Punkte-Marke scheiterte. Bei einem Sieg in San Antonio dürfte das den achtfachen All-Star wohl kaum kümmern.
Terry warnte derweil vor der zweiten Partie der Serie von Montag auf Dienstag. „Es wird hart. Es gibt neben Cleveland wahrscheinlichen keinen Ort in der Liga, wo es schwerer ist zu gewinnen als in San Antonio. Und das wird sich im nächsten Spiel nicht ändern.“
Solange die Mavericks ihre Heimspiele gewinnen, ist das gar nicht mehr nötig.
Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):
Schlagworte: Antoine Wright, Brandon Bass, Dallas Mavericks, Dirk Nowitzki, Erick Dampier, J.J. Barea, Jason Kidd, Jason Terry, Rick Carlisle, Roger Mason, San Antonio Spurs, Tim Duncan, Tony Parker




[...] Dallas Mavericks @ San Antonio Spurs 105:97 [...]
sauber danke fuer den ausfuehrlichen bericht!!!
Was ein geiles Speil, schade aber dass Dirk nur ein Punkt gefehlt hat für seine +20er-Reihe!
[...] die Auftakt-Begegnung beider Mannschaften in der Nacht von Samstag auf Sonntag überraschend mit 105:97 für sich entscheiden konnte, mahnt Nowitzki an, mit dem gewonnenen Heimvorteil sei in der Serie [...]