Von: David Lorenz
„Jetzt haben wir unser eigenes Schicksal in der Hand.“
Rick Carlisle, ansonsten eher als reservierter Zeitgenosse bekannt, konnte mit seiner Freude kaum hinterm Berg halten: „Was für eine Nacht.“
Mit 130:101 prügelten die Mavericks die gegnerischen Utah Jazz förmlich aus der Halle und verbuchten somit den letzten nötigen Erfolg, der den Texanern nun auch auf dem Papier eine Playoff-Teilnahme zusichert. Daneben hat Dallas jetzt die allerbesten Karten, während den restlichen vier Partien der regulären Spielzeit noch ein oder zwei Plätze in der Tabelle der Western-Conference gutzumachen.
Angeführt von einem starken Dirk Nowitzki (31 Punkte, sieben Rebounds) ließen die Mavs ihren Gegnern aus Salt Lake City von Anfang an keine Chance. Jedes Viertel entschied Dallas für sich, nach dem ersten Spielabschnitt stand es bereits 28:17.
„Es ist äußerst ungewöhnlich, wenn man während einer Partie jedes Viertel abgibt“, zeigte sich Utahs Coach Jerry Sloan nach der Begegnung frustriert. „Sie haben uns das ganze Spiel über beherrscht.“
Josh Howard, der zuletzt so oft den Unterschied für die Mavs ausmachte, konnte trotz seiner Sprunggelenksverletzung spielen. Und wie. Neben 13 Punkten und acht Rebounds erzielte der bissige Small-Forward einen persönlichen Karriere-Rekord von sieben Steals. Dallas klaute den Jazz insgesammt 16 Mal den Ball - neue Saison-Bestmarke. Ende des ersten Viertels kassierte Howard einen Schlag von Utahs Ronnie Brewer (16 Punkte) ins Gesicht und musste mit einer Platzwunde vom Feld. Doch das hielt den 28-Jährigen nicht davon ab, später wieder ins Spielgeschehen einzugreifen.
„Solange mir meine Augäpfel nicht herausfallen oder ich nicht halb tot bin, spiele ich weiter“, so Howard nach der Partie.
An diesem Abend zeigte jeder der neun eingesetzten Mavs-Akteure eine engagierte Leistung, doch Howard war ganz deutlich der emotionale Führer auf dem Parkett. „Sein Auge war in der zweiten Halbzeit fast komplett zugeschwollen, doch er hat uns weiter gepusht“, so ein beeindruckter Carlisle anschließend.
Nowitzki benötigte für seine 31 Punkte lediglich 18 Würfe aus dem Feld. Der 30-Jährige baute somit seine Serie auf 21 Spiele in Folge mit mindestens 20 erzielten Zählern aus. Als die Jazz im dritten Viertel gefährlich nahe auf neun Punkte an Dallas herankamen, erzielte der Deutsche 12 Zähler in Serie.
Jason Terry führte die starke Bank der Mavericks mit 21 Punkten an und versenkte in den letzten 35 Sekunden des ersten Viertels zwei aufeinander folgende Dreier - Utah zeigte sich daraufhin früh demoralisiert. Insgesamt erzielten die Dallas-Ersatzspieler 63 Zähler - ein herausragender Wert.
J.J. Barea setzte seinen Höheflug aus den vergangenen Wochen fort und beendete die Partie mit 18 Punkten und neun Vorlagen (Saison-Rekord). Auffällig: Jeder Spieler der Mavs zeigte in der Defensive vollen Einsatz. Aggressiv wurden Passwege zugemacht und sich nach jedem Ball gehechtet. „Aus meiner Sicht war heute entscheidend, dass wir Utah in der Verteidigung wirklich stoppen konnten“, so Barea nach der Begegnung. „Wenn wir dazu in der Lage sind, präsentieren wir uns als komplett anderes Team.“
Dazu trugen auch Erick Dampier mit zehn Zählern und zehn Rebounds sowie James Singleton mit elf Punkten und sechs Abprallern bei. Jason Kidd zeigte sich mit fünf Zählern, zehn Vorlangen und sechs Rebounds gewohnt vielseitig. Utah hatte in Deron Williams mit 18 Punkten und 12 Assists seinen stärksten Akteur.
Dallas hat nun die gleiche Bilanz wie die siebtplatzierten Jazz, bei noch vier ausstehenden Partien. Weil New Orleans auf Rang sechs liegend gestern eine Niederlage einstecken musste (100:105 zuhause gegen Phoenix), beträgt der Abstand zwischen Dallas und den Hornets nur eine Partie. Da die Mavericks noch zweimal gegen New Orleans antreten müssen, ist nun sogar Platz sechs der Tabelle in unmittelbarer Reichweite.
Restprogramm der Konkurrenten:
Dallas: vs. New Orleans, @ New Orleans, vs. Minnesota, vs. Houston Utah: @ San Antonio, vs. Golden State, vs. L.A. Clippers, @ L.A. Lakers New Orleans: @ Dallas, vs. Dallas, @ Houston, @ San Antonio
Dallas hat demzufolge den einfachsten Spielplan der drei Teams.
„Das war der größte Sieg der Saison für uns“, gab sich Terry währenddessen euphorisch. „Jetzt wissen wir, dass wir in den Playoffs sind. Mit welcher Platzierung wir die Spielzeit abschließen werden, liegt jetzt an uns. Wir werden unsere Chancen nutzen.“
Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):
Schlagworte: Dallas Mavericks, Deron Williams, Dirk Nowitzki, Erick Dampier, Golden State Warriors, Houston Rockets, J.J. Barea, James Singleton, Jason Kidd, Jason Terry, Jerry Sloan, Josh Howard, Los Angeles Clippers, Los Angeles Lakers, Minnesota Timberwolves, New Orleans Hornets, Phoenix Suns, Rick Carlisle, Ronnie Brewer, San Antonio Spurs, Utah Jazz




[...] Vorschau: Dallas Mavericks vs. Utah Jazz Utah Jazz @ Dallas Mavericks 101:130 [...]
Ich bin schockiert dass sich die Jazz so haben abschießen lassen. Eigtl bin ich ja davon ausgegangen dass sie die einzigen sind, die die Lakers ernsthaft in einer Serie gefährden könnten - von dem Gedanken muss ich mich wohl langsam verabschieden.
Die Jazz präsentieren sich derzeitig wirklich nicht von ihrer besten Seite (abgesehen vom Sieg in New Orleans am vergangenen Sonntag). Vier der letzten fünf Partien wurden verloren, und das, obwohl sie auf alle wichtigen Spieler zurückgreifen können.
Dennoch würde ich mehr als gerne eine Erstrunden-Serie zwischen Utah und den Lakers sehen (allein schon, um Dallas davor zu bewahren), da ich denke, Deron Williams & Co. könnten dem großen Favoriten Paroli bieten. Die Jazz haben während der laufenden Saison eine Bilanz von 1:1 gegen L.A., und auch in den vergangenen Playoffs konnten sie durchaus gegen die Kalifornier überzeugen. Damals haben sie nur den Fehler begangen, Kobe Bryant knapp 100 Mal während der Serie an die Freiwurflinie zu schicken.
Brisant ist übrigens, dass Los Angeles gegen Utah das letzte Spiel der regulären Saison bestreitet. Es wird bereits gemunkelt, dass wenn sich L.A. seine Platzierung bereits gesichert hat, sie Utah gewinnen lassen um in der ersten Runde der Playoffs gegen Dallas zu spielen.
[...] gültig ist, soll ebenfalls gehalten werden. Auf die Frage eines deutschen Reporters nach dem Utah-Spiel an Cuban, ob es in Frage käme, den Deutschen per Trade abzugeben, antwortete der exzentrische [...]
Das habe ich auch gehört. Aber wenn ich LA wäre würde ich mich nicht darauf verlassen, dass man die Mavericks jetzt einfach mal schnell in der ersten Runde abschießen kann. Dallas hat einen Lauf, das steht fest. Die letzten Spiele werden sehr interessant werden…
Hi, wie kann man die Spiele (der Mavs) in Deutschland live verfolgen? Insbesondere das Spiel am Sonntag kommt ja zu einer theoretisch sehr fernsehfreundlichen Zeit… Danke für jeden Tipp!
Hab Dir zu dem Thema eine E-Mail geschickt.
[...] gewonnen wurden. Zum anderen präsentierten sich die Mavs in den vergangenen Partien gegen Utah und Phoenix äußerst formstark. Auf der anderen Seite setzte New Orleans drei der vergangenen vier [...]
[...] sich entscheiden, darunter Siege gegen die direkte Playoff-Konkurrenz aus Houston, New Orleans, Utah und [...]