Von: David Lorenz
Lange Zeit hieß es, Dwight Howard (Foto) foule zuviel, verfüge über ein begrenztes Repertoire an offensiven Bewegungen und sei einer der schlechtesten Freiwurf-Schützen der Liga. Spätestens nach dem gestrigen 103:90-Sieg Orlandos über die gastierenden Cleveland Cavaliers und dem damit verbundenen Einzug in die NBA-Finals seiner Mannschaft gelten diese Vorwürfe als überholt.
40 Punkte und 14 Rebounds sammelte Howard im sechsten Spiel der Eastern-Conference-Finals gegen das Team von LeBron James und zeigte somit die beste Vorstellung seiner Karriere. Ein ums andere Mal narrte er dabei den kompletten Frontcourt der Cavaliers durch flinke Spin-Moves, krachende Dunkings, überlegte Pässe auf den freien Nebenmann, und - was viele für unmöglich gehalten hätten - durch eine starke Quote von der Freiwurflinie. Der All-Star, der im Verlauf der regulären Saison lediglich 59,4 % seiner Freiwürfe verwandeln konnte, versenkte vergangene Nacht für seine Verhältnisse überragende 12 Würfe bei 16 Versuchen von der Linie.
Da Howard daneben geschickt jedes unnötige Foulspiel zu verhindern wusste, konnte ihn Stan Van Gundy, Headcoach der Magic, in 42 Spielminuten einsetzen. Zum Vergleich: Während den vorangegangenen fünf Partien gegen Cleveland waren es lediglich 37 Minuten Einsatzzeit pro Partie.
Seit Howard im Jahr 2004 von den Magic verpflichtet wurde, hat die Mannschaft eine erstaunliche Entwicklung durchlaufen. „Ich kann mich an unzählige Partien erinnern, denen kaum eine Person in Orlando beiwohnen wollte“, so Howard über die Zuschauerzahlen der Magic. „Lediglich gegen LeBron oder Kobe waren unsere Heimspiele gut besucht. Inzwischen ist die Halle mit jeder Begegnung bis zum Bersten gefüllt. Ich denke, wir haben endgültig etwas Magie nach Orlando zurückgebracht. Und genau das war eines meiner ersten Ziele, als ich hier unterschrieb.
Gleichzeitig machte der 2,11-Meter-Hüne jedoch klar, dass die Mannschaft trotz der extrem erfolgreich verlaufenden Playoffs noch lange nicht satt ist. „Wir wissen jetzt, dass wir jeden Gegner schlagen können“, so der amtierende „Defensive Player of the Year“ im Angesicht der kommenden Aufgaben gegen die Los Angeles Lakers. „Ich werde bis Morgen etwas entspannen und dann voller Konzentration an die Vorbereitungen für die Finals gehen.“
Howard weiter: „Wir wollen unbedingt Meister werden.“
Dwight Howard gegen die Cleveland Cavaliers (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):
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