Von: David Lorenz
Ray Allen ist wieder da. Und wie.
Nach dem vielleicht schlechtesten Spiel seiner Karriere während Bostons 103:105-Heimniederlage gegen die Bulls (vier Punkte, lediglich ein Treffer bei 12 Versuchen aus dem Feld), zeigte Allen in der zweiten Begegnung der Playoff-Erstrundenserie mit Chicago sein wahres Gesicht.
Beim knappen 118:115-Sieg seiner Celtics über die Gäste aus dem Bundesstaat Illinois erzielte der Scharfschütze 30 Punkte (28 Zähler in Halbzeit zwei), darunter sechs von zehn verwandelten Dreiern. Allen war es auch, der zwei Sekunden vor Ende der Partie mit einem Dreipunktwurf den Endstand herstellte und somit seiner Mannschaft zum Sieg verhalf. Bereits Bostons Punkte 113 bis 115 gingen auf das Konto des 33-Jährigen, bevor Ben Gordon (42 Punkte, Karriere-Playoff-Bestleistung) von der Gegenseite ausgleichen konnte.
Im dritten und vierten Viertel geriet die Partie zum Privatduell zwischen Allen und Gordon, die phasenweise für alle Punkte der Begegnung verantwortlich waren und dem Publikum in TD Banknorth Garden eine spektakuläre Show boten.
„Ich kam mir vor wie auf dem Freiplatz im Sommer“, so Gordon anschließend. „Es war wie ein eins gegen eins.“
Mit dem besseren Ende für Allen und seine Celtics.
Auf seine Leistungsexplosion während der zweiten Spielhälfte angesprochen, antwortete der Shooting-Guard: „Unser Coach [Doc Rivers] hat mir gesagt, ich solle einfach aggressiv bleiben und das Spiel auf mich zukommen lassen. Ich habe nie einen Gedanken daran verschwendet, meinen Wurf-Rhythmus vielleicht nicht mehr zu finden. Das Leben eines Shooters kann manchmal eine Schinderei sein. Aber als Scorer willst du immer eine Möglichkeit finden, für dein Team zu punkten.”
Allen startete in die Playoffs der vergangenen Spielzeit ebenfalls mit großen Schwierigkeiten bei seinem Wurf von außen. Damals dauerte es zwei ganze Runden, bis der neunfache All-Star in den Conference-Finals gegen die Detroit Pistons endlich zu seinem Rhythmus fand. Nach der ersten Partie der diesjährigen Endrunde gegen Chicago wurden bereits Erinnerungen an das letzte Jahr wach. Doch Allen bewies vergangene Nacht eindrucksvoll, dass von einer persönlichen Krise keine Rede sein kann.
Schlagworte: Ben Gordon, Boston Celtics, Chicago Bulls, Detroit Pistons, Doc Rivers, Ray Allen




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