Artikel-Schlagworte: „James Singleton“

Das Fenster schließt sich für Dallas

Dienstag, 3. März 2009

Kaum wächst da ein zartes Pflänzchen der Hoffnung heran, wird es auch schon wüst zusammengetreten. Vom eigenen Gärtner.

Anstatt des vierten Sieges in Folge setzte es für die Dallas Mavericks eine 87:96-Niederlage in Oklahoma City. Und das, obwohl die Thunder ohne ihre beiden besten Männer Kevin Durant (Knöchel) und Jeff Green (Rücken) antreten mussten.

Für die Fans der Dallas Mavericks ist es ein bekanntes Bild in der laufenden Saison. Wie ein roter Faden ziehen sich starke Leistungsschwankungen durch die Spielzeit, Konstanz sucht man vergebens. Es scheint, als hätte das Team von Headcoach Rick Carlisle den Schritt in die Mittelklasse der Liga endgültig vollzogen. Sogar das Erreichen der Playoffs gerät wieder in akute Gefahr, bei lediglich einer Niederlage weniger auf dem Konto als die Phoenix Suns auf Rang neun.

Die Probleme der Maversicks sind derweil wohlbekannt. In der Offensive tragen Dirk Nowitzki (28 Punkte) und Jason Terry (im zweiten Spiel nach seiner Rückkehr aufs Parkett starke 20 Zähler) die Scoring-Last fast alleine. Josh Howard (mit einer Knöchelverletzung zur Halbzeit raus, bis dahin sieben Punkte) spielt eine viel zu unkonstante Saison, als dass er im Angriff zu einer echten Stütze werden könnte. 

Die Position des startenden Shooting-Guards ist mit Antoine Wright (null Punkte) zu schwach besetzt, während die Probleme auf der Center-Position fast noch größer sind. Erick Dampier (vier Zähler) ist zwar ein solider Rebounder, in der Offensive jedoch viel zu ungefährlich. Gegen schnellere und athletischere Gegenspieler sieht er zudem in der Verteidigung meist alt aus. Sein Backup James Singleton (8 Punkte, sechs Rebounds) verfügt zwar über alle Fähigkeiten, die Dampier nicht besitzt, ist jedoch mit lediglich 2,03 Metern Körpergröße für die Center-Position deutlich zu klein.

Kommen wir zum letzten und vielleicht größten Problem: Jason Kidd (neun Punkte, fünf Vorlagen). Seine außergewöhnlichen Spielmacher-Qualitäten stehen nicht zur Debatte. Doch er ist lange nicht mehr der gefürchtete Verteidiger vergangener Tage. In der laufenden Saison sah er gegen so ziemlich jeden gegnerischen Point-Guard von Qualität alt aus. Im Falle Oklahoma Citys war dies Rookie Russell Westbrook, der gegen Kidd zum ersten Tripple-Double seiner Karriere kam (17 Punkte, zehn Rebounds, zehn Assists). Durch sein gutes Auge für den freien Mann und seine ungeheure Erfahrung kann Kidd vieles wettmachen, fehlende Schnelligkeit und Athletik jedoch nicht.

Davon besitzt sein Backup J.J. Barea (zwei Zähler) genug. Neben einem guten Wurf zeigt der gebürtige Puerto Ricaner auch den nötigen Einsatz auf dem Spielfeld. Jedoch fehlt es ihm in der Defensive an einigen Zentimetern Körpergröße (1,83 m).

Gerüchten zufolge kann Dallas auf eine Verpflichtung von Drew Gooden (von den Sacramento Kings aus dem Vertrag entlassen) hoffen, der die Probleme unter dem Korb eventuell etwas eindämmen könnte. Die Fans der Mavericks müssen sich aber so langsam mit dem Gedanken anfreunden, dass die fetten Jahre endgültig vorbei sind.

Toronto @ Dallas 98:109

Montag, 2. März 2009

Der lockere 109:98-Sieg der Dallas Mavericks über die Toronto Raptors geriet fast zur Nebensache.

Zum einen, weil Jason Kidd mit 15 Vorlagen (neben neun Punkten und sechs Rebounds) als vierter Spieler in der Geschichte der NBA die 10.000-Assists-Marke durchbrach. Zum anderen, weil Jason Terry (acht Punkte) nach drei Wochen Verletzungspause wegen seiner gebrochenen Hand unter stehenden Ovationen aufs Parkett zurückkehrte.

„Die 10.000 Assists sagen viel über die Scoring-Qualitäten meiner Mitspieler aus“, gab sich Kidd nach der Partie bescheiden. „Ich hatte zu meinem Karrierebeginn nie damit gerechnet, diesen Meilenstein zu erreichen.“

Stärkster Akteur auf Seiten der Mavs, die das Spielgeschehen fast durchgängig bestimmten, war Dirk Nowitzki mit 24 Punkten, fünf Assists und zehn Rebounds. Daneben verbuchten Josh Howard 16 und Antoine Wright 15 Zähler. James Singleton bestätigte seine hervorragende Form der vergangenen Spiele mit 12 Punkten und einem Karriere-Bestwert von 16 Rebounds

Singleton kommt zwar hinter Erick Dampier (vier Punkte, fünf Rebounds) von der Bank ins Spiel, steht aber mittlerweile deutlich länger als der Starting-Center der Mavericks auf dem Parkett. Gegen Toronto waren es 33 Minuten für Singleton bei sieben Minuten für Dampier. Singleton ist zwar mit nur 2,03 Meter Körpergröße deutlich zu klein für die Center-Position, durch seine Atheltik, Schnelligkeit und seinen Einsatz machte er in den vergangen Partien diesen Nachteil jedoch mehr als wett.

Auf Seiten der Raptors spielte Chris Bosh, ehemaliger Star der Dallas-High-School, mit 28 Punkten und zehn Rebounds am auffälligsten. Doch auch er konnte die neunte Niederlage in Folge bei den Mavericks nicht verhindern. Der letzte Sieg der Kanadier über Dallas datiert noch aus den Zeiten, als Tracy McGrady und Vince Carter für Toronto aufliefen.

Als Hauptgrund für die Niederlage machte Jay Triano, Headcoach der Raptors, die Unterlegenheit seines Teams beim Rebounding aus. Mit 57:44 ging die Abpraller-Statistik an Dallas. „Die Mavericks hatten zu viele zweite Chancen am Brett“, so Triano. Durch den Ausfall von Shawn Marion, der im ersten Viertel mit Grippe-Symptomen vom Feld musste, fehlte den Raptors ein wichtiger Rebounder.

Dallas erwartet unterdessen ein knüppelhartes Programm von vier Spielen in den nächsten sechs Partien. Montagabend geht es zunächst nach Oklahoma City gegen die Thunder.

Randnotizen: Kidd kann in dieser Saison noch Magic Johnson (10.141 Karriere-Assists) und Mark Jackson (10.334) von Platz drei und zwei in der ewigen Vorlagen-Statistik der NBA verdrängen. +++ J.J. Barea verletzte sich bei einem Hechtsprung nach dem Ball an den Zähnen und wird am heutigen Montag operiert. Gegen Oklahoma City wird er aber aller Wahrscheinlichkeit nach auflaufen können. +++ Für Nowitzki war es erst das zweite Spiel in der laufenden Saison, in dem er mindestens 20 Punkte, zehn Rebounds und fünf Assists verbuchen konnte. Während seiner MVP-Saison 2006/2007 gelang ihm dies zum Vergleich 17 Mal.

Zusammenfassung der Partie:

Oklahoma City @ Dallas 108:110

Samstag, 28. Februar 2009

Dirk Nowitzki ist wieder da.

Nach vier Partien, in denen der Deutsche jeweils unter 15 Punkten blieb, zeigte Nowitzki beim 110:108-Sieg nach Verlängerung über Oklahoma City eine Leistung der Extraklasse. In 46 Minuten auf dem Parkett verbuchte der Power-Forward 41 Punkte (16 von 30 aus dem Feld) und neun Rebounds.

Die Leistungsexplosion hatten die Mavericks auch bitter nötig. Obwohl sich Oklahomas bester Mann, Kevin Durant, kurz vor Ablauf des ersten Viertels am Knöchel verletzte und nicht mehr aufs Spielfeld zurückkehren konnte, tat sich Dallas gegen den Underdog aus der Northwest-Division äußerst schwer.

Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit lagen die Mavs mit 75:87 zurück und sahen sich bereits auf der Verliererstraße. Doch dann drehte „Dirkules“ auf. Durch einen 16:0-Lauf, dem Nowitzki zehn Punkte beisteuerte, ging Dallas mit 91:87 in Führung.

Nach vier Punkten von Josh Howard (13 Zähler insgesamt) und zwei weiteren von Nowitzki sahen die Mavericks 26 Sekunden vor Schluss mit einer 95:90-Führung im Rücken bereits wie die sicheren Sieger aus. Doch wie so oft in der laufenden Spielzeit sollte es anders kommen.

Jason Kidd (zehn Punkte, alle in der Verlängerung, 13 Assists, vier Steals) foulte Russel Westbrook (33 Zähler, acht Rebounds) bei dessen Dreierversuch. Westbrook Verwandelte zwei von drei Freiwürfen, Nenad Krstic (zehn Punkte, neun Rebounds) schnappte sich den Rebound von Wurfversuch Nummer drei. Pass auf Westbrook, dieser verwandelt eiskalt aus der Ecke für Drei zum 95:95. Verlängerung.

„Wir haben einen starken Dreipunkt-Schützen gefoult und nicht richtig ausgeboxt“, so ein verärgerter Nowitzki. „So etwas darf einem erfahrenen Team wie uns nicht passieren.“

In der Verlängerung drehte Kidd dann mit zwei Dreiern und vier von vier verwandelten Freiwürfen auf. Er und Nowitzki sorgten für alle 15 Punkte der Mavericks.

„Der Sieg hat uns gezeigt, dass wir da sind wenn es darauf ankommt“, gab Kidd nach der Begegnung zu Protokoll. „Das haben wir verinnerlicht. Wir müssen solche Spiele gewinnen.“

„Es war definitiv ein glücklicher Sieg“, so Nowitzki. „Es passiert nicht oft, dass man einen hohen Rückstand noch in einen Erfolg ummünzen kann.“

Neben dem Deutschen, Kidd und Howard überzeugte bei Dallas einmal mehr James Singleton mit 12 Punkten und neun Rebounds. Auf Seiten der Thunder spielte neben Westbrook Jeff Green (28 Zähler, 12 Rebounds) am stärksten,

Randnotizen: Dallas hat bereits das achte Spiel in Folge zuhause gegen Oklahoma City/Seattle gewonnen. +++ Für die Thunder war die Pleite bereits Auswärts-Niederlage Nummer acht in Folge. +++ Wann Durant wieder spielen kann bleibt zunächst ungewiss, sein offizieller Status lautet „Day to Day“.

Zusammenfassung der Partie: