Die Serie der Kantersiege in der ersten Runde der NBA-Playoffs geht weiter.
“Wir haben uns heute wie ein Reh auf offener Wiese verhalten”, so Utahs Headcoach Jerry Sloan nach der Begegnung mit den Lakers. “Ich war geschockt.”
Nachdem bereits die Cleveland Cavaliers (102:84 vs. Detroit Pistons) und die Houston Rockets (108:81 @ Portland Trail Blazers) ihre Auftakt-Begegnungen deutlich gewinnen konnten, zog Los Angeles mit einem 113:100-Erfolg über die gastierenden Jazz nach.
Lange sah es sogar nach einer höheren Niederlage für die Mannschaft aus Salt Lake City aus. Ohne Mehmet Okur, zweitbester Punktesammler der Jazz, der wegen einer Knieverletzung aussetzen musste, fehlte es Utah an Länge unterm Korb und an einem zusätzlichen Dreierschützen von außen.
Vor allem zu Beginn der Partie hatten die Jazz Andrew Bynum (sieben Punkte, drei Rebounds) und Pau Gasol (20 Zähler, neun Abpraller) im Spiel unter den Brettern wenig entgegenzusetzen. Daneben bekamen sie Trevor Ariza nicht in den Griff, der im ersten Viertel acht seiner 21 Punkte (Karriere-Playoff-Bestleistung) erzielte.
Da Derek Fisher (acht Zähler) früh mit zwei Fouls auf der Bank platz nehmen musste, und der etatmäßige Backup-Point-Guard der Lakers, Jordan Farmar, mit Fußproblemen zu kämpfen hatte, kam Shannon Brown früh zu einigen Minuten Einsatzzeit. Und er wusste diese zu nutzen. Drei von drei Dreiern verwandelte der Point-Guard für L.A. und beendete die Partie mit neun Zählern.
Bereits im zweiten Viertel zogen die Lakers auf 39:23 davon, ein Rückstand, von dem sich Utah nie mehr erholen sollte. Besonders auffällig im Spiel der Jazz war die Tatsache, dass sie kaum zu einfachen Punkten kamen und sich jeden Zähler hart erarbeiten mussten - trotz einer Karriere-Playoff-Bestleistung von 17 Vorlagen durch Deron Williams (neben 16 Punkten).
Kommen die Jazz nach einem Ballgewinn nicht schnell zum Abschluss, sprich, funktioniert das Transition-Spiel nicht, ist die Mannschaft von Sloan offensiv viel zu ungefährlich. Daneben zeigte Utah abermals eine wackelige Vorstellung in der Verteidigung, die das Team bereits die komplette Saison über von besseren Ergebnissen abhält. 66 Prozent aller Würfe aus dem Feld konnten die Lakers in Halbzeit eins (62:40 aus sich L.A.’s) gegen die Defense der Jazz verwandeln.
“Wir waren heute stets einen Schritt zu langsam”, so Sloan. “Sie haben uns kräftig in den Hintern getreten.”
Im dritten Viertel steigerte sich das Team aus dem Mormonen-Staat etwas und beendete den Spielabschnitt mit erzielten 33 Punkten. Bis auf neun Zähler kämpfte sich Utah in der Folge an Los Angeles heran, bevor Kobe Bryant übernahm. In den ersten 20 Minuten der Partie verbuchte der amtierende MVP der Liga lediglich fünf Punkte, doch als es darauf ankam, zeigte sich Bryant gewohnt souverän. Mit 24 Zählern, davon sieben in der Schlussphasel, beendete der Shooting-Guard die Partie als Topscorer seiner Mannschaft.
“Sie haben immer weiter an die Tür geklopft”, gab sich Bryant anschließend metaphorisch. “Doch wir haben sie nie rein gelassen.”
Auf der Gegenseite war Carlos Boozer mit 27 Zählern und neun Rebounds neben Williams auffälligster Akteur seiner Truppe.
Am Dienstag hat Utah die Gelegenheit, das Aufeinandertreffen beider Mannschaften im zweiten Spiel der „Best-of-Seven“-Serie vielleicht etwas spannender zu gestalten.
Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):




Aus Sicht der Dallas Mavericks wären die Blazers sicherlich der willkommenste Erstrunden-Gegner, denn das Team von