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Los Angeles gegen Utah ohne Probleme

Montag, 20. April 2009

Die Serie der Kantersiege in der ersten Runde der NBA-Playoffs geht weiter.

“Wir haben uns heute wie ein Reh auf offener Wiese verhalten”,  so Utahs Headcoach Jerry Sloan nach der Begegnung mit den Lakers. “Ich war geschockt.”

Nachdem bereits die Cleveland Cavaliers (102:84 vs. Detroit Pistons) und die Houston Rockets (108:81 @ Portland Trail Blazers) ihre Auftakt-Begegnungen deutlich gewinnen konnten, zog Los Angeles mit einem 113:100-Erfolg über die gastierenden Jazz nach.

Lange sah es sogar nach einer höheren Niederlage für die Mannschaft aus Salt Lake City aus. Ohne Mehmet Okur, zweitbester Punktesammler der Jazz, der wegen einer Knieverletzung aussetzen musste, fehlte es Utah an Länge unterm Korb und an einem zusätzlichen Dreierschützen von außen.

Vor allem zu Beginn der Partie hatten die Jazz Andrew Bynum (sieben Punkte, drei Rebounds) und Pau Gasol (20 Zähler, neun Abpraller) im Spiel unter den Brettern wenig entgegenzusetzen. Daneben bekamen sie Trevor Ariza nicht in den Griff, der im ersten Viertel acht seiner 21 Punkte (Karriere-Playoff-Bestleistung) erzielte.

Da Derek Fisher (acht Zähler) früh mit zwei Fouls auf der Bank platz nehmen musste, und der etatmäßige Backup-Point-Guard der Lakers, Jordan Farmar, mit Fußproblemen zu kämpfen hatte, kam Shannon Brown früh zu einigen Minuten Einsatzzeit. Und er wusste diese zu nutzen. Drei von drei Dreiern verwandelte der Point-Guard für L.A. und beendete die Partie mit neun Zählern.

Bereits im zweiten Viertel zogen die Lakers auf 39:23 davon, ein Rückstand, von dem sich Utah nie mehr erholen sollte. Besonders auffällig im Spiel der Jazz war die Tatsache, dass sie kaum zu einfachen Punkten kamen und sich jeden Zähler hart erarbeiten mussten - trotz einer Karriere-Playoff-Bestleistung von 17 Vorlagen durch Deron Williams (neben 16 Punkten).

Kommen die Jazz nach einem Ballgewinn nicht schnell zum Abschluss, sprich, funktioniert das Transition-Spiel nicht, ist die Mannschaft von Sloan offensiv viel zu ungefährlich. Daneben zeigte Utah abermals eine wackelige Vorstellung in der Verteidigung, die das Team bereits die komplette Saison über von besseren Ergebnissen abhält. 66 Prozent aller Würfe aus dem Feld konnten die Lakers in Halbzeit eins (62:40 aus sich L.A.’s) gegen die Defense der Jazz verwandeln.

“Wir waren heute stets einen Schritt zu langsam”, so Sloan. “Sie haben uns kräftig in den Hintern getreten.”

Im dritten Viertel steigerte sich das Team aus dem Mormonen-Staat etwas und beendete den Spielabschnitt mit erzielten 33 Punkten. Bis auf neun Zähler kämpfte sich Utah in der Folge an Los Angeles heran, bevor Kobe Bryant übernahm. In den ersten 20 Minuten der Partie verbuchte der amtierende MVP der Liga lediglich fünf Punkte, doch als es darauf ankam, zeigte sich Bryant gewohnt souverän. Mit 24 Zählern, davon sieben in der Schlussphasel, beendete der Shooting-Guard die Partie als Topscorer seiner Mannschaft.

“Sie haben immer weiter an die Tür geklopft”, gab sich Bryant anschließend metaphorisch. “Doch wir haben sie nie rein gelassen.”

Auf der Gegenseite war Carlos Boozer mit 27 Zählern und neun Rebounds neben Williams auffälligster Akteur seiner Truppe.

Am Dienstag hat Utah die Gelegenheit, das Aufeinandertreffen beider Mannschaften im zweiten Spiel der „Best-of-Seven“-Serie vielleicht etwas spannender zu gestalten.

Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):

Das Saison-Finale steht vor der Tür

Sonntag, 12. April 2009

Der Tag der Entscheidung rückt immer näher.

Während das Teilnehmerfeld der diesjährigen Playoffs seit Samstag bekannt ist, steht bisher noch keine Paarung für die ersten Begegnungen der Endrunde fest. Doch es zeichnen sich so langsam zarte Tendenzen ab.

Eine gute Nachricht gab es vergangene Nacht für alle Fans der Dallas Mavericks. Die Utah Jazz verloren überraschend ihr Heimspiel gegen die Golden State Warriors mit 108:118. Dadurch beträgt der Abstand zwischen den achtplatzierten Jazz und Dallas auf Rang sieben in der Western-Conference nun zwei Spiele. Bei noch drei verbleibenden Partien (@ New Orleans, vs. Minnesota, vs. Houston) in der regulären Spielzeit ein komfortabler Vorsprung könnte man meinen. Doch Utah besitzt den Tiebreaker gegen die Mavs. Dies bedeutet, wenn beide Mannschaften die gleiche Bilanz aufweisen, erklimmen die Jazz den siebten Rang. Daher muss Dallas noch mindestens zwei Spiele für sich entscheiden, um einem Erstrunden-Duell mit den Lakers sicher aus dem Weg zu gehen. Schaffen sie das nicht, hätte Utah immer noch seine beiden verbleibenden Partien (vs. L.A. Clippers, @ L.A. Lakers) zu gewinnen, was bei der aktuellen Form der Mannschaft von Jerry Sloan jedoch mehr als fragwürdig erscheint.

Durch einen 87:72-Sieg der Portland Trail Blazers bei den Los Angeles Clippers bleibt das Platzierungs-Gerangel um die Ränge zwei bis fünf im „Wilden Westen“ weiterhin völlig offen. Die zweitplatzierten Denver Nuggets trennt von den San Antonio Spurs auf Rang fünf lediglich eine Niederlage.

Dirk NowitzkiAus Sicht der Dallas Mavericks wären die Blazers sicherlich der willkommenste Erstrunden-Gegner, denn das Team von Dirk Nowitzki & Co. gewann während der laufenden Spielzeit alle drei Partien gegen die Mannschaft aus Oregon. Doch momentan lässt sich höchstens erahnen, welche Teams zu Playoff-Beginn aufeinander treffen werden.

Playoff-Paarungen im Westen nach heutigem Tabellenstand:

(1.) Los Angeles Lakers - (8.) Utah Jazz
(2.) Denver Nuggets - (7.) Dallas Mavericks
(3.) Houston Rockets - (6.) New Orleans Hornets
(4.) Portland Trail Blazers - (5.) San Antonio Spurs

Eastern-Conference: Ränge eins bis vier vergeben

Etwas deutlicher sieht es dagegen im Osten der Liga aus. Die Orlando Magic verabschiedeten sich durch eine 93:103-Niederlage gegen die Nets in New Jersey aus dem Rennen um den zweiten Rang der Eastern-Conference. Platz eins ist bereits an die Cleveland Cavaliers vergeben, die Boston Celtics werden die Saison auf dem zweiten Rang beenden. Platz vier der Tabelle, und damit der letzte Rang mit verbundenem Heimrecht in Runde eins der Playoffs, geht an die Altanta Hawks.

Kommen wir zum unsicheren Teil der Conference. Die Plätze fünf bis acht. Hier geht es äußerst eng zur Sache, es sind lediglich Tendenzen auszumachen. Durch einen  113:106-Sieg der Chicago Bulls über die Charlotte Bobcats und einer gleichzeitigen 102:106-Niederlage der Detroit Pistons bei den Indiana Pacers haben die siebplatzierten Bulls nun eine Partie Vorsprung vor den Pistons auf Rang acht. Auch die fünftplatzierten Miami Heat und die Philadelphia 76ers auf Rang sechs trennt lediglich eine Partie.

Playoff-Paarungen im Osten nach heutigem Tabellenstand:

(1.) Cleveland Cavaliers - (8.) Detroit Pistons
(2.) Boston Celtics - (7.) Chicago Bulls
(3.) Orlando Magic - (6.) Philadelphia 76ers
(4.) Atlanta Hawks - (5.) Miami Heat

Bis die reguläre Spielzeit am kommenden Mittwoch, den 15. April endet, dürfen also noch einige spannende Partien erwartet werden.

Dallas Mavericks gegen Utah Jazz 130:101

Donnerstag, 9. April 2009

„Jetzt haben wir unser eigenes Schicksal in der Hand.“

Rick Carlisle, ansonsten eher als reservierter Zeitgenosse bekannt, konnte mit seiner Freude kaum hinterm Berg halten: „Was für eine Nacht.“

Mit 130:101 prügelten die Mavericks die gegnerischen Utah Jazz förmlich aus der Halle und verbuchten somit den letzten nötigen Erfolg, der den Texanern nun auch auf dem Papier eine Playoff-Teilnahme zusichert. Daneben hat Dallas jetzt die allerbesten Karten, während den restlichen vier Partien der regulären Spielzeit noch ein oder zwei Plätze in der Tabelle der Western-Conference gutzumachen.

Angeführt von einem starken Dirk Nowitzki (31 Punkte, sieben Rebounds) ließen die Mavs ihren Gegnern aus Salt Lake City von Anfang an keine Chance. Jedes Viertel entschied Dallas für sich, nach dem ersten Spielabschnitt stand es bereits 28:17.

„Es ist äußerst ungewöhnlich, wenn man während einer Partie jedes Viertel abgibt“, zeigte sich Utahs Coach Jerry Sloan nach der Begegnung frustriert. „Sie haben uns das ganze Spiel über beherrscht.“

Josh Howard, der zuletzt so oft den Unterschied für die Mavs ausmachte, konnte trotz seiner Sprunggelenksverletzung spielen. Und wie. Neben 13 Punkten und acht Rebounds erzielte der bissige Small-Forward einen persönlichen Karriere-Rekord von sieben Steals. Dallas klaute den Jazz insgesammt 16 Mal den Ball - neue Saison-Bestmarke. Ende des ersten Viertels kassierte Howard einen Schlag von Utahs Ronnie Brewer (16 Punkte) ins Gesicht und musste mit einer Platzwunde vom Feld. Doch das hielt den 28-Jährigen nicht davon ab,  später wieder ins Spielgeschehen einzugreifen.

„Solange mir meine Augäpfel nicht herausfallen oder ich nicht halb tot bin, spiele ich weiter“, so Howard nach der Partie.

An diesem Abend zeigte jeder der neun eingesetzten Mavs-Akteure eine engagierte Leistung, doch Howard war ganz deutlich der emotionale Führer auf dem Parkett. „Sein Auge war in der zweiten Halbzeit fast komplett zugeschwollen, doch er hat uns weiter gepusht“, so ein beeindruckter Carlisle anschließend.

Nowitzki benötigte für seine 31 Punkte lediglich 18 Würfe aus dem Feld. Der 30-Jährige baute somit seine Serie auf 21 Spiele in Folge mit mindestens 20 erzielten Zählern aus. Als die Jazz im dritten Viertel gefährlich nahe auf neun Punkte an Dallas herankamen, erzielte der Deutsche 12 Zähler in Serie.

Jason Terry führte die starke Bank der Mavericks mit 21 Punkten an und versenkte in den letzten 35 Sekunden des ersten Viertels zwei aufeinander folgende Dreier - Utah zeigte sich daraufhin früh demoralisiert. Insgesamt erzielten die Dallas-Ersatzspieler 63 Zähler - ein herausragender Wert.

J.J. Barea setzte seinen Höheflug aus den vergangenen Wochen fort und beendete die Partie mit 18 Punkten und neun Vorlagen (Saison-Rekord). Auffällig: Jeder Spieler der Mavs zeigte in der Defensive vollen Einsatz. Aggressiv wurden Passwege zugemacht und sich nach jedem Ball gehechtet. „Aus meiner Sicht war heute entscheidend, dass wir Utah in der Verteidigung wirklich stoppen konnten“, so Barea nach der Begegnung. „Wenn wir dazu in der Lage sind, präsentieren wir uns als komplett anderes Team.“

Dazu trugen auch Erick Dampier mit zehn Zählern und zehn Rebounds sowie James Singleton mit elf Punkten und sechs Abprallern bei. Jason Kidd zeigte sich mit fünf Zählern, zehn Vorlangen und sechs Rebounds gewohnt vielseitig. Utah hatte in Deron Williams mit 18 Punkten und 12 Assists seinen stärksten Akteur.  

Dallas hat nun die gleiche Bilanz wie die siebtplatzierten Jazz, bei noch vier ausstehenden Partien. Weil New Orleans auf Rang sechs liegend gestern eine Niederlage einstecken musste (100:105 zuhause gegen Phoenix), beträgt der Abstand zwischen Dallas und den Hornets nur eine Partie. Da die Mavericks noch zweimal gegen New Orleans antreten müssen, ist nun sogar Platz sechs der Tabelle in unmittelbarer Reichweite.

Restprogramm der Konkurrenten:

Dallas: vs. New Orleans, @ New Orleans, vs. Minnesota, vs. Houston Utah: @ San Antonio, vs. Golden State, vs. L.A. Clippers, @ L.A. Lakers New Orleans: @ Dallas, vs. Dallas, @ Houston, @ San Antonio

Dallas hat demzufolge den einfachsten Spielplan der drei Teams.

„Das war der größte Sieg der Saison für uns“, gab sich Terry währenddessen euphorisch. „Jetzt wissen wir, dass wir in den Playoffs sind. Mit welcher Platzierung wir die Spielzeit abschließen werden, liegt jetzt an uns. Wir werden unsere Chancen nutzen.“

Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):

Vorschau: Dallas Mavericks gegen Utah Jazz

Mittwoch, 8. April 2009

Für die Dallas Mavericks steht heute Nacht eine Schlüsselpartie auf dem Programm.

Die Utah Jazz kommen in die Stadt, um sich mit den Texanern im American Airlines Center ein Duell um Rang sieben der Western-Conference zu liefern. Utah ist momentan im Besitz dieser begehrten Platzierung, die in Runde eins der Playoffs ein Aufeinandertreffen mit den Los Angeles Lakers verhindern würde.

Auch wenn Dallas heute Nacht das Team aus Salt Lake City bezwingen sollte, die Mavs würden trotz gleicher Anzahl an Siegen und Niederlagen nicht an den Jazz vorbeiziehen. Die direkte Bilanz wäre dann nämlich mit 2:2 ebenfalls ausgeglichen, und als drittes Kriterium zählen die Erfolge innerhalb der eigenen Conference. Und da hat Utah noch die Nase vorn.

Die Chancen der Mavs, im restlichen Verlauf der regulären Spielzeit noch einen Rang gutzumachen, würden mit einem Sieg jedoch sprunghaft steigen, da anschließend noch vier Partien zu absolvieren sind.

Utah zeigte sich in den vergangenen Spielen derweil unkonstant. Nach drei Niederlagen in Folge konnten jedoch am Sonntag überraschend die Hornets in New Orleans mit 108:94 bezwungen werden - der erste Auswärtserfolg der Jazz über eine Mannschaft im Westen mit positiver Bilanz während der laufenden Spielzeit.

Verzichten muss die Truppe von Headcoach Jerry Sloan gegen Dallas eventuell auf C.J. Miles, der sich gegen die Hornets einen Finger auskugelte. „Es hat sich angefühlt, als ob jemand mit einem Hammer auf meine Hand eingedroschen hätte“, so Miles anschließend. Für den sprunggewaltigen Forward würde aller Voraussicht nach Andrei Kirilenko in die erste Fünf rücken.

Mavs-Coach Rick Carlisle zeigt sich indessen von Utah beeindruckt. „Sie sind ein unglaublich starkes Team und zum ersten Mal während dieser Saison auch komplett verletzungsfrei, wenn man von Miles absieht. Dadurch sind sie beim Rebound noch stärker und müssen sich kaum auf ihre Würfe aus der Mitteldistanz verlassen. Und Deron Williams ist natürlich ein überragender Spieler.“

Für Dallas dürfte es auf der Gegenseite von größter Bedeutung sein, Josh Howard einigermaßen fit aufs Parkett zu bekommen. Mit dem verletzungsgeplagten Forward (Sprunggelenk) im Einsatz zeigte das Team zuletzt ein völlig anderes Gesicht. Daneben wird es wahrscheinlich spielentscheidend sein, ob Jason Kidd mit Williams endlich einen jungen und schnellen Point-Guard von Format in der Defensive in den Griff bekommt.

Dirk Nowitzki hat währenddessen ganz gemischte Gefühle, wenn er an die Begegnungen mit Utah zurückdenkt. Während den letzten beiden Partien in Salt Lake City wurde der achtfache All-Star zweimal wegen eines unsportlichen Fouls des Feldes verwiesen.

„Aus irgendeinem  Grund gerät Dirk gegen die Jazz immer in Turbulenzen“, so Team-Kollege Jason Terry scherzhaft. „Aber wir werden auf ihn aufpassen.“

„Er ist viel zu klein, um mich zu beschützen“, antwortete der Deutsche mit einem Schmunzeln im Gesicht. „Er könnte gar nichts ausrichten.“

Gut, dass Dallas heute Nacht zuhause spielt, wo Nowitzki den Jazz im letzten Aufeinandertreffen (115:108) 39 Punkte einschenkte.

Eine Wiederholung wäre aus Sicht der Mavericks-Fans sicherlich sehr willkommen.

Nowitzki vs. Kirilenko: