Eine der seltsamsten Serien in der Geschichte der NBA-Playoffs fand Sonntagabend ihr unspektakuläres Ende.
Die Atlanta Hawks besiegten in der heimischen Philips Arena im siebten Spiel der Erstrunden-Begegnung die Miami Heat mit 91:78. Es war die siebte Partie zwischen beiden Mannschaften, die durch eine zweistellige Punktedifferenz entschieden wurde - einmalig in der NBA-Playoff-Historie.
Dabei gestaltete sich das Spiel mit lediglich drei Führungswechseln ähnlich spannungsarm wie die vorhergegangenen Aufeinandertreffen beider Teams.Letztendlich bildete die Serie der Heat und Hawks das genaue Gegenstück zum epischen Erstrunden-Duell zwischen den Chicago Bulls und den Boston Celtics.
Angeführt von einem zeitweise überragend agierenden Joe Johnson (Foto, 27 Punkte, sechs von acht erfolgreichen Dreipunkt-Würfen) entschied Atlanta drei von vier Vierteln zu seinen Gunsten. Neben dem dreifachen All-Star wussten auf Seiten der Franchise aus Georgia Josh Smith mit 21 und Ronald Murray mit 15 Zählern zu überzeugen.
Auf der Gegenseite reichte ein Mann nicht aus, um Miami im Spiel zu halten. Dwyane Wade war mit 31 Zählern zwar Topscorer der Partie, doch kein weiterer Akteur in Reihen der Heat vermochte die Partie mit mehr als 17 Zähler zu beenden.
Die Hawks treffen in der zweiten Runde der NBA-Playoffs nun auf die Cleveland Cavaliers, den großen Favoriten im diesjährigen Titelrennen.
Der neutrale Beobachter wird sich dabei sicherlich ein paar engere Spielausgänge wünschen.
Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):
Die Erstrunden-Serie zwischen den Atlanta Hawks und den Miami Heat machte vergangene Nacht dort weiter, wo sie zuvor aufgehört hatte: physisches Spiel, harte Fouls, hohes Verletzungs-Risiko.
Mit dem besseren Ende für die gastgebende Mannschaft.
Die Hakws entschieden das Duell mit 106:91 zu Ihren Gunsten und übernehmen somit die 3:2-Führung in der Playoff-Serie „Best of Seven“. In der Nacht auf Samstag kann Atlanta nun zum ersten Mal nach 1997 wieder in die Conference-Semi-Finals der NBA einziehen.
Und das hatte die Truppe von Headcoach Mike Woodson zum größten Teil Joe Johnson (Foto) zu verdanken, der mit 25 Punkten sein bestes Spiel der Serie ablieferte. Johnson war während des zweiten Viertels nicht zu bremsen und führte seine Mannschaft mit 13 Punkten in diesem Spielabschnitt zu einer 63:40-Halbzeitführung, von der sich Miami in der Folge nicht mehr erholen sollte.
Dwyane Wade, Superstar der Heat und Anwärter auf den diesjährigen MVP-Award, war mit 29 Punkten zwar Topscorer der Partie, doch erzielte er einen Großteil seiner Punkte erst dann, als die Begegnung bereits entschieden war.
Wade musste im ersten Viertel minutenlang auf dem Platz behandelt werden, nachdem er zuvor in Folge eines Zusammenstoßes mit Josh Smith (20 Punkte, acht Rebounds) mit dem Kopf auf dem Parkett aufgeschlagen war. Doch der Shooting-Guard stand seiner Mannschaft im zweiten Spielabschnitt wieder zur Verfügung.
Auf der Gegenseite forderte das körperbetonte Spiel beider Mannschaften einen weiteren Tribut: Nach einem harten Foul von James Jones (sechs Punkte, vier Vorlagen) an Al Horford (bis dahin drei Zähler und vier Rebounds) landete dieser unglücklich auf seinem rechten Fuß. Zwar ging der Center Atlantas noch an die Freiwurflinie, um die fälligen Würfe zu versenken, doch schell wurde deutlich, dass er nicht weitermachen konnte. Gestützt von zwei Mitgliedern des Coaching-Teams verließ Horford die Halle in Richtung Umkleidekabine und sollte nicht zurückkehren.
Unter den Augen von NBA-Comissioner David Stern stellte die Partie alle vorangegangenen Begegnungen beider Mannschaften in Sachen Intensität in den Schatten. In Halbzeit eins drohte das Spiel den Schiedsrichtern phasenweise aus den Händen zu gleiten, als es zu einem wüsten Gerangel zwischen Atlantas Solomon Jones (zwei Punkte, fünf Rebounds) und Miamis Wade kam, in das sich auch noch Smith und Jamaal Magloire (ohne Punkte und Rebounds) einmischten. Die Referees ließen in der Folge Milde walten, alle vier Akteure kamen mit einem technischen Foul davon.
“Ich denke, nach fünf Begegnungen können wir uns gegenseitig nicht mehr ausstehen”, äußerte sich Miamis Headcoach Erik Spoelstra nach der Begegnung über die Rivalität mit den Hawks.
Doch das war noch nicht alles.
Maurice Evans (zehn Zähler) wurde während eines Dunking-Versuches von Wade überhart gefoult. Abermals kam es zur Rudel-Bildung, woraufhin der Goldmedaillen-Gewinner von Peking wegen seiner Aktion mit einem unsportlichen Foul behaftet wurde. Schließlich setzte Zaza Pachulia (sechs Punkte, sechs Rebounds), selbst mit einem blauen Auge aus der vorherigen Partie gezeichnet,den Schlusspunkt im Austausch der Nicklichkeiten, als er Miamis Jermaine O`Neal (14 Zähler) mit dem Ellbogen im Gesicht traf.
Playoff-Basketball par excellence.
„Wir lassen uns von niemandem herumschubsen“, so Mike Bibby (17 Punkte) über die Gangart seiner Mannschaft“. Und diese sollte Wirkung zeigen. Mit 37:29 dominierte Atlanta die Rebound-Statistik und steht nun vor dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte seit 15 Jahren.
Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):
Wie ausgewechselt präsentierten sich die Miami Heat in Spiel zwei der Erstrunden-Serie bei den Atlanta Hawks. Nachdem es im ersten Aufeinandertreffen beider Mannschaften noch eine herbe 64:90-Schlappe für das Team von Headcoach Erik Spoelstra setzte, besiegte Miami vergangene Nacht die Hawks mit 108:93.
Dwyane Wade (Foto) hatte einmal mehr den größten Anteil am Erfolg seiner Mannschaft. 33 Punkte (neben sieben Vorlagen und fünf Rebounds) erzielte der Superstar gegen Atlanta, darunter 13 Zähler in Folge zum Ende der ersten Halbzeit. Nachdem Wade im vergangenen Duell beider Teams neben lediglich 19 Punkten noch acht Ballverluste produzierte, wusste er sich mit seiner gestrigen Vorstellung voll zu rehabilitieren.
„Er hat den Ton angegeben“, so Spoelstra nach der Partie über seinen besten Spieler. „Nach unserem gestrigen Abschlusstraining haben ein paar Jungs Witze in der Umkleidekabine gerissen und viel gelacht. Dwyane hat sie unverzüglich dazu aufgefordert, die Klappe zu halten und sich auf das Spiel zu konzentrieren.“
Mit Erfolg.
Miami erobert durch den Sieg in Atlanta den Heimvorteil in der Serie „Best of Seven“, die mit 1:1 nun ausgeglichen ist.
Nachdem die Hawks zweimal einen 18-Punkte-Rückstand wettmachen konnten, und im vierten Viertel bis auf fünf Zähler an die Heat herankamen, verwandelte Wade beim Stand von 98:91 mit Ablauf der Shotclock einen unglaublichen Wurf von weit außerhalb der Dreierlinie zum 101:91. Der Widerstand Atlantas war gebrochen.
Dem Team aus Georgia fehlte es an der nötigen Intensität, die ein Sieg in den Playoffs voraussetzt. Erst viel zu spät im Spielverlauf erwachten die Hawks aus ihrem Dämmerschlaf, doch es sollte nicht mehr reichen.
„Wir sind ohne den nötigen Siegeswillen in die Partie gegangen“, so Josh Smith (17 Punkte, 10 Rebounds) nach der Begegnung. „Daneben hat jeder für sich selbst gespielt. Diese negativen Eigenschaften zusammengezählt ergeben den Grund für unsere Niederlage.
Neben Wade wusste auf Seiten Miamis Daequan Cook mit 20 Zählern zu überzeugen, darunter sechs erfolgreich verwandelte Dreier. Mit 15 Treffern von jenseits der Dreipunkte-Linie stellten die Heat eine neue interne Playoff-Bestmarke auf. Bei Atlanta verbuchten zwar sechs Akteure eine zweistellige Punkteausbeute, doch kein Spieler erzielte dabei mehr als 18 Zähler für sich.
Samstag-Nacht kommt es zum dritten Aufeinandertreffen beider Mannschaften. Man darf mit Spannung, ob Heat und Hawks dann abermals die Rollen tauschen.
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Sieben der letzten zehn Meisterschaften in der NBA gingen an die Lakers oder Spurs.
Wer im Rennen um den Titel der Saison 2008/2009 die Nase vorne hat, wurde Sonntag Nacht deutlich. 99:85 (51:45) besiegte das Team um Kobe Bryant die Rivalen aus Texas und setzt sich damit im Kampf um das Heimrecht in den Playoffs weiter ab.
Im ersten Viertel konnten die Spurs noch mithalten (23:22), danach bauten die Lakers ihren Vorsprung immer weiter aus (29:22, 28:21, 20:19). Ein Grund für die Niederlage San Antonios war die schwache Trefferquote von Außen, nur fünf von 23 Dreiern konnten verwandelt werden (21,7%).
Bester Werfer auf dem Platz war einmal mehr Bryant mit 22 Zählern, bevor er das komplette vierte Viertel auf der Bank pausieren konnte - die Partie war zu dem Zeitpunkt bereits entschieden. Unterstützung erhielt er vom äußerst formstarken Andrew Bynum (15 Punkte, elf Rebounds), Pau Gasol (16 Punkte) und Trevor Ariza (17).
Ein starkes Comeback feierte Lakers Point Guard Jordan Farmar, der nach 18 Spielen Verletzungspause 14 Punkte erzielte. “Wir haben ihn sehr vermisst”, meinte Bryant nach der Partie. “Er bringt unsere zweite Garde auf Touren, er ist ihr Motor. Jetzt laufen wir wieder auf allen Zylindern”.
Auf Seiten der Spurs punkteten lediglich Tony Parker (19) und Tim Duncan (15) zweistellig. Eine schwache Vorstellung lieferte Manu Ginobili ab, der Argentinier kam auf neun Punkte und verwandelte lediglich einen von sechs Dreiern. Von seiner Form aus den letzten Jahren ist der Small Forward meilenweit entfernt.
Houston, das in der laufenden Saison bei nur 22 von 45 Partien seine Stars Tracy McGrady, Ron Artest und Yao Ming gleichzeitig aufbieten konnte, musste dieses mal den Ausfall des Chinesen verkraften. In die Bresche sprangen Artest (24 Punkte, neun Rebounds), Luis Scola (21 Punkte) und McGrady (15).
“Ein großer Sieg für uns”, meinte Coach Rick Adelman nach der Partie. “Die Pistons haben eine solch gefährliche Offensive, ich weiß noch nicht einmal, wie wir die Partie gewonnen haben”.
Ernüchterung herrschte dagegen auf Seiten Detroits. 20:19 heißt die Bilanz nach Siegen seit Allen Iverson in Motor City seine Zelte aufgeschlagen hat. Eine äußerst dürftiges Abschneiden für den zuletzt sechsmaligen Teilnehmer der Eastern-Conference-Finals.
“Das macht mich krank”, äußerte sich Antonio McDyess zu der Niederlage. In Richard Hamilton (27 Punkte, abermals von der Bank) und Rasheed Wallace (22 Punkte, 11 Rebounds) hatte Detroit seine stärksten Akteure. Allen Iverson zeigte mit 17 Punkten und acht Assists eine ordentliche Leistung, stand aber in Sachen Enttäuschung seinem Kollegen McDyess in nichts nach: “Ich müsste lügen wenn ich behaupten würde, ich wäre nicht frustriert. Ich denke, ich kann viel mehr tun, damit wir unsere Spiele gewinnen.
Die weiteren Partien vom Sonntag: Phoenix @ Atlanta 104:99, Sacramento @ Toronto 97:113, Charlotte @ Indiana 93:98, Chicago @ Minnesota 108:109, Utah @ Denver 97:117, Los Angeles Clippers @ Golden State 92:107.