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Dallas Mavericks @ San Antonio Spurs 106:93

Mittwoch, 29. April 2009

Es ist vollbracht.

Die Dallas Mavericks stehen in der zweiten Runde der NBA-Playoffs 2008/2009.

Angeführt von einem starken Dirk Nowitzki, der mit 31 Punkten und neun Rebounds sein bestes Spiel der diesjährigen Endrunde ablieferte, besiegte das Team aus „Big D“ die Spurs mit 106:93 im AT&T Center zu San Antonio.

Die Serie „Best-of-Seven“ geht dadurch mit 4:1 an die Mavericks, die zum ersten Mal seit drei Jahren wieder in die Conference-Semi-Finals einziehen können. Dort trifft Dallas auf die Denver Nuggets oder die New Orleans Hornets (Stand der Serie: 3:1).

„Ich freue mich riesig für meine Jungs“, so Rick Carlisle, Headcoach der Mavericks, nach der Begegnung. „Es war ein turbulentes Jahr, aber uns sind einfach viele gute Dinge zum richtigen Zeitpunkt widerfahren. Die Mannschaft ist in den vergangenen Wochen zu einer verschworenen Einheit zusammengeschmolzen.“ 

Dallas zeigte im Duell mit dem großen Rivalen aus Texas von Beginn an eine überzeugende, teils souveräne Vorstellung. San Antonio entschied sich zu Spielbeginn, Nowitzki nicht zu doppeln, sondern im Eins gegen Eins zu verteidigen. Der Deutsche nutzte in der Folge seine neu gewonnenen Freiräume äußerst effektiv. Mit 11 Zählern im ersten Spielabschnitt erzielte er lediglich einen Punkt weniger als im vorhergegangenen Aufeinandertreffen beider Teams über die ganze Partie. Viertel Nummer eins ging dank Nowitzki mit 31:20 an Dallas.

Im folgenden Spielverlauf wussten die Mavericks ihren Vorsprung geschickt zu verteidigen, bevor die Spurs kurz vor Halbzeitpfiff noch einmal auf 48:52 verkürzen konnten. Bis dahin hatte die Dallas-Defense Tony Parker gut unter Kontrolle, der im Gegensatz zu seinen 31 Punkten in Hälfte eins der vierten Partie humane 12 Zähler für sich verbuchte.

Wer im dritten Viertel ein Aufbäumen San Antonios erwartet hatte, sollte sich gründlich täuschen. Mit 30:19 ging der Spielabschnitt an Dallas, den die Mavericks mit zwei Dreiern von Geburtstagskind Josh Howard (17 Punkte, acht Rebounds, 29 Jahre) und Jason Kidd (12 Zähler, fünf Vorlagen) zum 82:67 beenden sollten.

„Ich denke, Howard ist der MVP dieser Serie“, gab es nach dem Schlusspfiff ein dickes Lob von Carlilse. „Er hat großartig gespielt. Er war immer für uns zur Stelle und hat sich vor allem durch Aktionen ausgezeichnet, die nicht zwingend zu Punkten führten, aber dennoch äußerst wichtig für unser Spiel waren.“

In den letzten 12 Minuten der Partie waren es dann Nowitzki mit seinen typischen Würfen aus der Mitteldistanz und Jason Terry (19 Zähler, sieben von 14 aus dem Feld) mit zwei erfolgreichen Dreiern, die den Vorsprung der Mavericks konstant im zweistelligen Bereich hielten.

Beim Stand von 96:86 und einer restlichen Spieldauer von zweieinhalb Minuten waren die San Antonio Spurs geschlagen.

„Es ist eine Befreiung“, diktierte Kidd der versammelten Reporter-Riege nach dem Sieg seiner Mannschaft in die Notizbücher.

Dallas überzeugte vor allem durch eine gute Defensiv- und Reboundarbeit und konnte daneben mit 51,4 Prozent aus dem Feld (38 Treffer bei 74 Versuchen) und 50 Prozent von jenseits der Dreierlinie (zehn von 20 Würfen) eine starke Trefferquote aufweisen. Die Punktelast im Angriff wurde zudem äußerst gleichmäßig verteilt. Neben Nowitzki, Kidd, Terry und Howard beendeten J.J. Barea (zehn Punkte) und Erick Dampier (11 Zähler, 12 Rebounds) die Partie mit einer zweistelligen Punkteausbeute.

Ganz im Gegensatz zu den Spurs. Die Abhängigkeit der Mannschaft von Parker (erzielte letzten Endes 26 Punkten und 12 Vorlagen) und Tim Duncan (30 Zähler, acht Rebounds) war auch im fünften Aufeinandertreffen beider Teams nicht zu übersehen und zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Serie. Neben den beiden Stars der Truppe von Headcoach Gregg Popovich konnte abermals kein anderer Akteur im zweistelligen Bereich punkten.

Für San Antonio war es während der Ära Duncan erst das zweite Ausscheiden in Runde eins der Playoffs (zuvor gegen die Phoenix Suns im Jahr 2000, Duncan war damals verletzt). Daneben kann sich Dallas auf die Fahnen schreiben, die einzige Mannschaft der Liga zu sein, die den großen Rivalen in dessen eigener Halle aus der Endrunde kegelte. Nach 2006 gelang den Mavericks dieses Kunststück bereits zum zweiten Mal. Waren zu Beginn des Jahrtausends stets die Spurs der große Angstgegner der Mavericks, hat sich die Rollenverteilung inzwischen wohl endgültig umgekehrt.

„Sie waren das bessere Team, ganz einfach“, zeigte sich Popovich nach der Niederlage als fairer Verlierer.

Die Mannschaft von Besitzer Mark Cuban kann jetzt erst einmal in Ruhe den Geburtstag von Josh Howard feiern, dessen Party im Vergleich zum vergangenen Jahr nach dem Ausscheiden in Runde eins gegen die New Orleans Hornets deutlich fröhlicher ausfallen dürfte.

Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):

Dallas Mavericks @ San Antonio Spurs 84:105

Dienstag, 21. April 2009

Da war es wieder, das längst überwunden geglaubte zweite Gesicht der Dallas Mavericks.

Nach einer starken ersten Partie gegen die San Antonio Spurs in Runde eins der Playoffs 2008/2009 setzte es vergangene Nacht eine schmerzhafte 84:105-Klatsche gegen den Erzrivalen aus Texas, der die Serie somit zum 1:1 ausgleichen konnte.

Die Fans der Mavericks dürften sich mit einem Déja-vu-Erlebnis konfrontiert sehen. Wie so oft in der vergangenen Saison folgte auf eine viel versprechende Vorstellung der Totalabsturz.

Die Mannschaft von Headcoach Rick Carlisle präsentierte sich wie ausgewechselt. Viel zu viele Einzelaktionen resultierten aus einem kaum vorhandenen Zusammenspiel der Dallas-Akteure.

Nach einem schwachen ersten Viertel, das mit 19:30 abgegeben wurde, konnte man vielleicht noch an den Auftaktsieg der Mavs denken, als die Mannschaft ähnlich mühsam in die Begegnung startete. Im zweiten Spielabschnitt, den Dallas mit 27:27 ausgeglichen gestalten konnte, keimte wieder etwas Hoffnung auf. Doch nach der Pause lief dann gar nichts mehr zusammen. Viertel Nummer drei, ansonsten eher Schlüsselabschnitt im positiven Sinne der Mannschaft, wurde mit 17:28 hergeschenkt und die Partie war beim Stand von 63:85 bereits entschieden.

Tony ParkerTony Parker (Foto), im ersten Spiel der Serie noch mit moderaten 24 Zählern von der Dallas-Defense einigermaßen im Zaum gehalten, präsentierte sich während der vergangenen Nacht wieder als absolute Nemesis der Mavericks. Mit 38 Punkten (16 von 22 verwandelten Würfen aus dem Feld) und acht Vorlagen spielte der Franzose praktisch ohne Gegenspieler und agierte im Angriff seiner Mannschaft nach Belieben.

„Ich habe versucht, mit viel Biss zu spielen“, so Parker nach der Partie. „Ein Sieg war für uns heute einfach Pflicht.“

Gregg Popovich, Headcoach San Antonios, konnte es sich sogar erlauben, Tim Duncan (13 Punkte, 11 Rebounds) nur 28 Minuten einzusetzen um ihn bereits für die kommende Begegnung zu schonen.

Vor allem an den Brettern zeigten sich die Spurs deutlich aggressiver als im ersten Spiel und dominierten gegen schwache Gäste die Rebound-Statistik mit 44:28 Abprallern.

Dirk Nowitzki blieb auf der Gegenseite während der zweiten Partie in Folge unter 20 Zählern. Der Deutsche spielte phasenweise ohne Selbstvertrauen und beendete die Partie mit 14 Punkten und einer ganz schwachen Wurfquote aus dem Feld von lediglich drei Treffern bei 14 Versuchen. Im dritten Viertel verletzte sich der 30-Jährige zu allem Übel auch noch am Daumen und musste mit einem Verband weiterspielen.

Kein Dallas-Akteur vermochte gegen die Spurs-Verteidigung mehr als 20 Punkte zu erzielen. Am erfolgreichsten präsentierte sich noch Jason Terry mit 16 Zählern, wofür er allerdings auch 15 Würfe aus dem Feld benötigte. Von den zuletzt gelobten J.J. Barea (fünf Zähler) und Brandon Bass (acht Punkte) war wenig zu sehen, Josh Howard, viel beschworener X-Faktor im Spiel seiner Mannschaft, tauchte mit lediglich sieben erzielten Zählern komplett ab.

Einzig Jason Kidd erreichte mit 14 Zählern, vier Rebounds, fünf Assists und drei Steals annähernd seine Normalform.

Trotz der unterirdischen Leistung ist die Ausgangssituation der Mavericks für die kommenden Partien komfortabel, schließt man eine Wiederholung der heutigen Vorstellung einmal aus. Durch den Auswärtssieg im ersten Spiel der Serie ist Dallas im Besitzt des Heimvorteils, sprich, wenn das Team von Besitzer Mark Cuban seine drei verbleibenden Heimspiele gewinnt, kommt es eine Runde weiter.

Dazu ist allerdings das andere Gesicht der Mannschaft nötig. Sonst sieht es für die Mavs auch im heimischen American Airlines Center düster aus, wo in der Nacht auf Freitag Spiel Nummer drei der Serie steigt.

Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):

New Orleans Hornets vs. Dallas Mavericks 102:92

Montag, 13. April 2009

Dämpfer für die Dallas Mavericks.

Nach zuletzt drei überzeugenden Siegen in Serie musste sich das Team aus Texas am Sonntagabend den New Orleans Hornets mit 92:102 geschlagen geben.

Die Taktik aus dem 100:92-Erfolg über die Hornissen zwei Tage zuvor ging für die Mannschaft von Headcoach Rick Carlisle beim abermaligen Aufeinandertreffen beider Teams nicht auf. Während Freitagnacht die Dallas-Defensive Chris Paul schalten und walten lies, dafür aber seine Nebenleute erfolgreich verteidigte, hatte New Orleans’ Point-Guard am Sonntag wieder die volle Unterstützung seiner Mannschafts-Kameraden.

Mit 31 Punkten, 17 Vorlagen und neun Rebounds schrammte der 23-Jährige knapp an seinem siebten Triple-Double der Saison vorbei. Erfolgreichster Abnehmer von Pauls Pässen war dabei David West, der ebenfalls 31 Punkte für sich verbuchen konnte. Im Hinspiel der Mini-Serie zwischen Mavs und Hornets profitierte Dallas noch von einer durchwachsenen Leistung des Power Forwards, der für 20 Punkte 20 Würfe aus dem Feld benötigte. Beim gestrigen Sieg seiner Mannschaft versenkte West dagegen starke 14 von 21 Versuchen aus dem Feld.

Die Mavericks gestalteten das Spiel währenddessen über lange Zeit offen und waren keinesfalls chancenlos. Nachdem das erste Viertel mit 13:22 verschlafen wurde, startete Dallas, angeführt von einem starken Dirk Nowitzki (29 Punkte, 14 Rebounds), im zweiten Spielabschnitt eine Aufholjagd. Zur Halbzeitpause hieß es 44:45 aus Sicht der Mavs. In der Folge entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, 24 mal hieß es Gleichstand, 16 mal wechselte die Führung. Beim Stand von 79:79 ging es in den finalen Spielabschnitt.

Dann jedoch machte Paul ernst. Der beste Spielmacher der Liga punktete während den letzten 12 Minuten der Partie fast nach Belieben und lies die Dallas-Defensive mit 13 Zählern (vier von vier aus dem Feld, fünf von fünf jenseits der Freiwurflinie) in Viertel Nummer vier ein ums andere mal alt aussehen.

“Wir haben alles versucht”, resignierte Carlisle anschließend. “Egal ob gegen Double-, oder Triple-Teams, er fand immer einen Weg entweder selbst zu punkten oder den freien Mann zu finden. Das macht einen wirklich großen Spieler aus.”

Abermals wurde deutlich, warum New Orleans sieben der letzten neun Begegnungen mit den Mavericks für sich entschied. Im Kader der Texaner findet sich weit und breit kein Akteur, der Paul in der Defensive auch nur ansatzweise das Wasser reichen könnte.

“Auf einen Gegner wie Chris Paul musst du deine ganze Verteidigung einstellen”, gab Jason Terry (13 Zähler) nach der Begegnung zu Protokoll. “Man kann seine Punkte oder Vorlagen kaum verhindern. Er ist der Kopf der Schlange.  Aber um zu gewinnen, muss man ihn einer seiner beiden Eigenschaften berauben, Passen oder Punkten.”

Den Mavericks gelang keines von beiden.

Neben Nowitzki und Terry zeigten Josh Howard (15 Punkte) und Brandon Bass (13) für Dallas eine auffällige Partie, doch insgesamt bekam der Deutsche im Angriff der Mavs, bei denen nur acht Akteure zum Einsatz kamen,  zu wenig Unterstützung von seinen Nebenleuten.

Durch die Niederlage verpasste Dallas den Sprung auf Rang sechs in der Western-Conference und wird bei noch zwei ausstehenden Begegnungen die Hornets von selbigem wohl nicht mehr verdrängen können. Nur wenn die Mavericks ihre letzten beiden Partien der regulären Spielzeit für sich entscheiden (vs. Minnesota, vs. Houston), und New Orleans seinerseits zweimal patzt (@ Houston, @ San Antonio), erobert Dallas den sechsten Tabellenplatz.

Gleichzeitig muss das Team von Besitzer Mark Cuban auch nach hinten schauen, wo die achtplatzierten Utah Jazz, mit lediglich einem Erfolg weniger auf dem Konto, lauern. Die Mannschaft aus Salt Lake City bestreitet seine letzten Begegnungen zuhause gegen die Los Angeles Clippers und auswärts bei den Los Angeles Lakers, und würde mit zwei Siegen und einer gleichzeitigen Pleite der Mavericks noch auf Rang sieben vorrücken.

Dallas hält trotz der heutigen Niederlage noch alle Trümpfe in der Hand, eine stark durchwachsene Saison zumindest auf dem siebten Platz zu beenden um somit den gefürchteten Lakers in Runde eins der Playoffs aus dem Weg zu gehen.

Auf Chris Paul und seine Hornets würden die Mavericks frühestens in den Conference-Semi-Finals treffen. Gott sei Dank.

Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):

Shaquille O’Neal zu den Dallas Mavericks?

Donnerstag, 9. April 2009

Shaquille O’Neal ist ein Meister im Umgang mit den Medien. 

Shaquille O'NealNeuerdings heizt der amtierende All-Star-Game-MVP (zusammen mit Kobe Bryant) Gerüchte an, er könnte in der kommenden Spielzeit für die Dallas Mavericks auf Korbjagd gehen. Auf die Frage von ESPN.com nach seiner Zukunft, antwortete O’Neal geheimnisvoll „ihr wisst wer mich braucht“. Als der Reporter nachhakte, ob er damit die Mavericks meine, gab der Center knapp „genau das werdet ihr schreiben“ zu Protokoll.

In schöner Regelmäßigkeit geisterte in den vergangenen Jahren das Gerücht durch die Gazetten, Dallas-Besitzer Mark Cuban wäre ein an einer Verpflichtung seines langjährigen Kumpels interessiert. Dabei hatten die Mavs jedoch immer auf eine Vertragsauflösung O’Neals bei einem seiner vorherigen Arbeitgeber gehofft, um ihn günstig verpflichten zu können.

„The Big Cactus“, wie sich der 37-Jährige seit seiner Ankunft im Wüstenstaat Arizona vor 15 Monaten nennt, wird 2009/2010 im letzten Jahr seines Mega-Vertrages den Spitzengehaltsatz von 21 Millionen US-Dollar einstreichen.

Zwar zeigte O’Neal während der laufenden Saison für Phoenix durchaus ansprechende Leistungen und zum Teil lieferte er beeindruckende Zahlen ab, die an seine Glanzzeiten erinnern lassen. Doch soviel Geld lässt sich mit seinem Können kaum noch rechtfertigen.

So ruderte Cuban auch direkt zurück, und beschrieb das Verhältnis zu O’Neal als rein freundschaftlich. „Wir reden über alles, außer über Basketball.“

Zudem werden in der Texas-Metropole inzwischen Stimmen laut, die trotz des eher enttäuschenden Saisonverlaufs davon sprechen, den Kern des Teams um Dirk Nowitzki, Jason Kidd, Jason Terry und dem zuletzt so starken Josh Howard zusammen zu halten. Kidd wird bereits heftig von anderen Vereinen umworben, macht jedoch immer wieder deutlich, seinen auslaufenden Vertrag in Dallas verlängern zu wollen.

Nowitzki, dessen Vertrag bei den Mavericks noch eine Spielzeit gültig ist, soll ebenfalls gehalten werden. Auf die Frage eines deutschen Reporters an Cuban nach dem Utah-Spiel, ob in Betracht gezogen würde, den Deutschen per Trade abzugeben, antwortete der exzentrische Milliardär eindeutig „bevor ich ‘auf Wiedersehen’ zu Dirk sage, sagt er ‘auf Wiedersehen’ zu uns.

Über die mögliche Verpflichtung O’Neals gab sich Cuban derweil weniger aussagekräftig. „Ich sage niemals nie, denn in dieser verrückten Liga kann alles passieren. Jedoch ließe sich das über jeden Spieler der NBA behaupten.“

Also alles nur Show des selbsternannten „Supermans“? Will er durch die Aussage seinen Abgang von den Phoenix Suns provozieren? Oder sieht er sich nur gerne im Mittelpunkt des medialen Interesses, wie so oft während seiner bewegten Karriere? O’Neal wäre nicht O’Neal, wenn es mal eine Woche nichts über ihn zu berichten gäbe.

Packt Kidd schon bald die Koffer?

Dienstag, 31. März 2009

Jason Kidd ist in diesem Sommer zu beneiden.

Zwar wird der Point-Guard ab der kommenden Spielzeit keine 21,4 Millionen US-Dollar jährlich mehr verdienen, doch hat er die Möglichkeit, als Free Agent bei einem Club seiner Wahl zu unterschreiben.

Bei seinem aktuellen Arbeitgeber, den Dallas Mavericks, verließ man sich bisher auf die Aussagen Kidds, auch weiterhin für den Verein spielen zu wollen, der ihn 1994 an zweiter Stelle im Draft verpflichtete.

Doch zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt der Saison, dem hart umkämpften Schlussspurt um die Playoff-Platzierungen, werden Gerüchte laut, der 36-Jährige könnte sich anders entscheiden. Denn interessant ist Kidd für so ziemlich jeden Verein der Liga. Für relativ wenig Geld würde der Veteran jedes Team auf der Point-Guard Position verstärken. Und sei es von der Bank kommend.

Ganz konkretes Interesse äußerten in den vergangenen Tagen die Los Angeles Lakers und die Cleveland Cavaliers. Dort stehen mit Kobe Bryant und LeBron James zwei Mitspieler von Kidd aus der US-Nationalmannschaft im Kader. Zu beiden pflegt er eine innige Freundschaft. Zudem hätte er im Gegensatz zu den schwächelnden Mavericks in Kalifornien oder Ohio durchaus die besseren Karten, auf seine alten Tage noch einen Championship-Ring abzustauben.

So richtig heizte Kidd die Gerüchteküche am vergangenen Sonntag selbst an, als er sich nach der deutlichen 74:102-Klatsche seiner Mannschaft gegen die Cavaliers zu einem Kommentar über seine Zukunft hinreißen lies: „Neben LeBron zu spielen ist durchaus eine Option für mich. Ich könnte hier in Cleveland auf der Bank sitzen und seinem außergewöhnlichen Spiel zusehen. Er ist so talentiert, er verschafft jedem Mitspieler auf dem Feld offene Würfe. Ich werde im Sommer schauen, wohin mich mein Weg führen wird.“

Noch lauter dürften bei Mark Cuban & Co. die Alarmglocken geschrillt haben, als er sich konkret über seine Kontakte zu James und Bryant äußerte: „Wenn einer von beiden demnächst bei mir anrufen würde, wäre es wirklich schwer, den Hörer nicht abzunehmen.“

Für die Lakers würde neben der Freundschaft zu Bryant die Tatsache sprechen, dass Headcoach Phil Jackson ein bekennender Fan von Kidd ist und in seiner Karriere als Trainer immer auf große, erfahrene Aufbauspieler setzte.

Dallas hätte gegen ein konkretes Angebot aus Cleveland oder Los Angeles eher schlechte Karten. Wenn Kidd dort das gleiche Geld wie in Texas verdienen könnte, wäre die weitaus bessere sportliche Perspektive sicher ein überzeugendes Argument für einen Vereinswechsel.

Die Mavericks hätten dann für 1,5 erfolglose Jahre mit dem achtfachen All-Star den zehn Jahre jüngeren Devin Harris und die Erstrunden-Draftpicks aus den Jahren 2008 (Ryan Anderson) und 2010 an New Jersey abgegeben. Selbst Cuban könnte dann nicht mehr, wie bisher vehement geschehen, den Trade als Gewinn für die Mavericks verkaufen.

Für Dallas wäre es zudem ein Ding der Unmöglichkeit, im Sommer einen adäquaten Ersatz auf der Aufbauposition zu finden. Das gesamte Spiel der Mavericks ist bereits auf Kidd zugeschnitten. Im Angriff verfügt er über die alleinige Entscheidungsgewalt eines jeden Spielzuges. Wie sich die Mannschaft ohne ihren Spielführer präsentiert, konnte man vergangene Woche während der 101:103-Heimniederlage gegen die Denver Nuggets sehen: Über weite Strecken ohne Durchschlagskraft und mit wenigen Ideen im Angriff. Durch einen Abgang Kidds müsste das Team in der nächsten Saison die komplette Spielweise ändern und es käme unweigerlich zu einem Schnitt.

Schaut man auf die Bilanz der vergangenen 14 Monate, wäre ein Neuanfang vielleicht nicht der schlechteste Weg. Doch durch den Qualitätsverlust und fehlenden Alternativen auf dem Transfermarkt würde Dallas der Abstieg aus dem gesicherten Mittelfeld in die unteren Regionen der Liga drohen.

Dallas @ Atlanta 87:95

Freitag, 20. März 2009

Personell stark gebeutelt und ohne Fortune von der Dreierlinie musste sich Dallas den Hawks in Atlanta mit 87:95 geschlagen geben.

Neben Josh Howard (Sprunggelenk) fehlte den Mavericks vergangene Nacht auch Erick Dampier mit einem geschwollenen Knie. Dazu mussten die Texaner ab dem Ende des zweiten Viertels auf Coach Rick Carlisle verzichten, der nach zwei technischen Fouls der Halle verwiesen wurde.

Hinzu kam, dass Jason Terry mit lediglich acht Punkten (drei von 13 aus dem Feld, einer von neun Dreier-Versuchen) eine ganz schwache Vorstellung ablieferte. Auch Dirk Nowitzki konnte mit 23 Punkten und 12 Rebounds die Niederlage nicht verhindern.

Dabei waren gegen Atlanta nicht mangelnder Einsatz oder schlechtes Rebounding Ursachen für die Niederlage. Dallas dominierte vor allem in der Offensive die Bretter und entschied diese Statistik mit 16:8 für sich. Auch in der Verteidigung schnappten sich die Mavericks mit 33:30 mehr Abpraller als der Gegner. Nein, für die Pleite verantwortlich waren die schlechte Wurfauswahl und die Trefferquote von Außen.

Dallas verwandelte gegen die Hawks lediglich sechs von 31 Dreipunkt-Würfen (19,4%). Im letzten Viertel waren es gar null von zehn. Unverständlich, warum die Mavericks nicht versuchten, öfter zum Korb zu gehen um damit  auch mehr Freiwürfe zugesprochen zu bekommen. In der ersten Halbzeit standen die Akteure von Dallas nicht ein einziges Mal an der Linie. Aus diesem Grund fing sich Carlisle auch seine Verbannung ein, als er lautstark mit den Offiziellen über ein nicht gegebenes Foul an Nowitzki debattierte.

„Ich glaube, Dirk wurde gehalten und geschubst“, so Carlisle nach der Partie. „Ich habe immer wieder auf ein Foul hingewiesen. Als ich mich direkt zum Schiedsrichter umgedreht habe, wurde ich rausgeschmissen.“

Nach dem ersten Viertel lagen die Mavs noch mit 29:23 in Führung, bevor das Team aus der Southwest-Division in Spielabschnitt zwei völlig einbrach und mit einem 45:56-Rückstand in die Halbzeit ging.

„Unser Start in die Partie war wirklich ansprechend“, analysierte Jason Kidd (acht Punkte, sechs Assists, acht Rebounds) das Spielgeschehen, „Im zweiten Viertel lief für uns dann leider nicht mehr viel zusammen. Wir haben gegen die Hawks zwar phasenweise gut verteidigt, doch durch die schlechte Dreierquote kamen wir einfach zu selten zu Punkten.“

Ein Lichtblick für Dallas war Ryan Hollins, der Dampier auf der Center-Position mit 13 Punkten (Karriere-Bestmarke) und sieben Rebounds (Karriere-Bestmarke eingestellt) mehr als ordentlich vertrat. Daneben zeigte Antoine Wright mit 16 Punkten eine solide Partie für die Mavericks. Auf Seiten der Hawks, die die Saison zum ersten mal seit 1999 mit einer positiven Bilanz abschließen werden, spielten Joe Johnson (24 Punkte) und Ronald Murray (19) am stärksten.

Für das Team von Mark Cuban wird es jetzt so langsam eng. Der Vorsprung auf die neuntplatzierten Suns beträgt nur noch dreieinhalb Spiele, wobei Phoenix auch noch über das einfachere Restprogramm verfügt.

Heute Nacht geht es für Dallas direkt weiter nach Indiana zu den Pacers. Dort droht bereits die vierte Auswärts-Niederlage in Folge.

Zusammenfassung der Partie: