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Das Ende einer schwarzen Serie

Freitag, 1. Mai 2009

„Das war der größte Sieg meiner Karriere.“

Yao MingMit Yao Ming (Foto) steht nach Carmelo Anthony ein weiterer NBA-Superstar in Runde zwei der Playoffs, der zuvor stets an der Auftakthürde gescheitert war. Nach einem 92:76-Sieg über die Portland Trail Blazers in Spiel sechs der Serie ziehen die Houston Rockets zum ersten Mal nach 1996 wieder in die Conference-Semi-Finals ein. Nach sieben Erstrunden-Pleiten in Serie.

„Es gab viel Gerede über mich und das Team, dass wir es niemals schaffen würden“, so Yao nach dem gestrigen Sieg seiner Mannschaft. „Damit ist jetzt endlich Schluss.“

Auch der Headcoach des Teams, Rick Adelman, zeigte sich nach dem Weiterkommen erleichtert, obwohl er lediglich für einen Erstrunden-Exitus der Rockets verantwortlich war. „Ich muss jetzt Gott sei Dank keine Fragen nach der schwarzen Serie dieser Franchise beantworten.“

Small-Forward Shane Battier blies daneben ins selbe Rohr: „Es ist wirklich angenehm, diese Fragen nie wieder gestellt zu bekommen.“

Ron ArtestGroßen Anteil am Sieg über Portland im sechsten Aufeinandertreffen beider Mannschaften hatte Ron Artest (Foto). Houstons Neuverpflichtung vor der laufenden Spielzeit war mit 27 Punkten Topscorer seiner Mannschaft und ein Vorbild für das ganze Team. 90 Sekunden vor Ende der Partie, die Rockets hatten den Sieg bereits in der Tasche, hechtete sich der massige Forward mit vollem Einsatz nach einem Ball in die Zuschauerränge.

„Ich wollte den jungen Spielern damit demonstrieren, wie wichtig jeder Ballbesitz während einer Playoff-Partie ist“, so Artest anschließend.

Den ausgelassen feiernden Houston-Fans gab der 29-Jährige nach dem Spiel noch eine Botschaft mit nach Hause. „Wir sind noch lange nicht fertig“, so Artest über die Hallenlautsprecher.

Eine Kampfansage an die Los Angeles Lakers, die in Runde zwei der Playoffs auf die Rockets warten.

Houston erobert drei Matchbälle

Montag, 27. April 2009

Die Houston Rockets stehen vor ihrem größten Erfolg des noch jungen Jahrtausends.

Nachdem die Mannschaft aus Texas seit 1998 sechs von sechs Erstrunden-Serien abgeben musste, winkt nach einem äußerst knappen 89:88-Erfolg über die Portland Trail Blazers endlich Runde zwei der Playoffs. 

Dabei sah es lange nicht nach einem Sieg der Rockets aus. Erst im letzten Viertel konnte sich das Team von Headcoach Rick Adelman gegen die Blazers behaupten. Dabei profitierte Houston von der Unerfahrenheit des Gegners, der nach den Golden State Warriors die zweitjüngste Mannschaft der Liga stellt. In den letzten zwei Minuten der Partie kam Portland lediglich durch einen Dreier von Rudy Fernandez (fünf Zähler) zu Punkten. Da konnten es sich die Rockets sogar erlauben, während der gleichen Zeitspanne vier von sechs Freiwüfen zu vergeben.

Mit 3:1 Siegen führt Houston das Duell beider Mannschaften nun an, bereits in der Nacht auf Mittwoch kann in Portland alles klar gemacht werden.

Yao Ming„Wir müssen immer noch eine Partie gewinnen“, gab sich Yao Ming (Foto) nach der Begegnung zurückhaltend. „In der Vergangenheit haben wir schon ähnliche Führungen aus der Hand gegeben. Deswegen steht es für mich noch 0:0″. Für den Center wäre es das erste Erreichen der Conference-Semi-Finals seiner Karriere. Seit der 28-Jährige 2002 von den Rockets verpflichtet wurde, schied seine Mannschaft dreimal in der ersten Playoff-Runde aus. Zweimal, nachdem Houston bereits mit 2:0 Siegen in Führung lag. 

Vergangene Nacht präsentierte sich Yao von seiner Besten Seite. Nach zuletzt eher schwachen Vorstellungen gegen Portland führte der Chinese seine Mannschaft mit 21 Punkten und 12 Rebounds an, unterstützt von Luis Scola mit 17 und Shane Battier mit 14 Zählern.

Ein Schlüssel zum Sieg Houstons war die starke Quote von außen. Mit neun von 16 verwandelten Dreipunkt-Würfen (56,3 Prozent) zeigten sich die Rockets während der Playoffs so treffsicher wie seit 1996 nicht mehr. Von Wafer (12 Zähler) verwandelte drei Dreier bei drei Versuchen, Battier beendete die Partie mit vier von sechs erfolgreichen Würfen von außen.

Auf Seiten Portlands erwischte Brandon Roy mit 31 Punkten einen starken Tag, doch leistete er sich kur vor Schluss ein entscheidendes Offensiv-Foul beim Stand von 85:87 aus Sicht der Blazers.

„Es ist erst vorbei, wenn die Rockets vier Spiele gewonnen haben“, gab sich Blazers-Headcoach Nate McMillan anschließend kämpferisch. „Wir haben jetzt zweimal sehr knapp in Houston verloren, ab jetzt könnte jedes Spiel unser letztes sein. Und so werden wir auch auftreten.“

Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):

Defensivstarke Rockets behalten die Nerven

Samstag, 25. April 2009

„Wir spielen als Mannschaft. Und genau deswegen haben wir heute gewonnen.“

Luis ScolaDieser Satz aus dem Munde Luis Scolas (Foto) beschreibt eingängig die große Stärke der Houston Rockets. Trotz durchwachsener Leistungen der beiden besten Akteure im Kader des Teams, Yao Ming (sieben Punkte, 13 Rebounds) und Ron Arterst (neun Zähler), gelang den Texanern ein 86:83-Sieg über die Portland Trail Blazers.

Für Ming und Artest sprangen Scola (19 Punkte, neun Rebounds) und Shane Battier (16 Zähler) in die Bresche und führten die Mannschaft von Headcoach Rick Adelman zur 2:1-Führung der Playoff-Erstrunden-Serie.

„Wir können Spiele mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung gewinnen“, so Scola weiter. „Erwischen Ron und Yao einen schwachen Tag, sind wir trotzdem in der Lage, jeden Gegner zu schlagen. Und das ist eine überaus wertvolle Eigenschaft.“

Der Schlüssel zum Erfolg lag neben einer starken Team-Leistung einmal mehr im Abwehrverhalten der Rockets. Battier und Artest hielten den zuvor so stark agierenden Brandon Roy von der Gegenseite bei 19 Punkten, für die er 18 Würfe aus dem Feld benötigte.

„Artest und Battier klebten heute wie die Fliegen an mir“, so der Shooting-Guard nach der Begegnung.  „Auch sauber gestellte Blöcke konnten sie nicht von einer hautengen Verteidigung abhalten.“

Für Portland war es die alte Leier: Spielen Roy und LaMarcus Aldridge (13 Zähler, acht Rebounds) gut, sind sie schwer zu schlagen. Erwischen beide nicht ihren besten Tag, kommt von den restlichen Blazers-Akteuren meist zu wenig.

Und genau in diesem Punkt unterscheidet sich Portland von Houston.

Dennoch gelang es der Mannschaft aus dem Bundesstaat Oregon, die Partie fast noch zu kippen. Ein 17-Punkte-Vorsprung der Rockets schmolz in der Schlussphase der Begegnung bis auf einen Punkt zusammen. Doch Houston bewahrte die Nerven an der Freiwurflinie und verwandelte während der finalen 18 Sekunden der Partie fünf von sechs Versuchen. Den letzten Wurf vergab Aaron Brooks (11 Punkte), doch der 1,83-Meter-Flitzer schnappte sich den Rebound seines eigenen Versuches und sicherte somit Houston den Sieg.

Für Portland bleibt derweil zu hoffen, dass Roy und Aldridge im vierten Aufeinandertreffen mit den Rockets am morgigen Sonntag einen besseren Tag erwischen. Sonst droht die Vorentscheidung in der Serie „Best of Seven“.

Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):

Coach des Jahres: Mike Brown, Cleveland Cavaliers

Montag, 20. April 2009

Mike Brown, Headcoach der Cleveland Cavaliers, wird nach der besten Saison in der Geschichte seiner Mannschaft mit dem Titel zum „Coach des Jahres“ geehrt.

Der erst 39-jährige Brown führte sein Team in der regulären Spielzeit zu 66 Siegen und damit verbunden zur besten Bilanz der gesamten Liga.

Unter dem studierten Ökonomen entwickelte die Truppe aus Ohio einen außergewöhnlichen Teamgeist, gepaart mit einer selbstlosen Spielweise aller Akteure im Team.

Mike BrownBrown, der seinen Highschool-Abschluss an einer US-amerikanischen Schule in Würzburg erlangte, trainiert die Cavaliers seit 2005. Zuvor war er Assistant-Coach in Denver, Washington, San Antonio und Indiana. Zu den größten Erfolgen des stets tadellos gekleideten Dressmans gehört der Einzug in die NBA-Finals 2007 mit den Cavaliers.

Brown ist erst der zweite Headcoach in der Geschichte der Franchise aus Ohio, der den Titel „Coach des Jahres“ verliehen bekommt. Zuvor gelang dies lediglich Bill Fitch anno 1976. Rick Adelman von den Houston Rockets erzielte bei der diesjährigen Wahl den zweiten Rang, gefolgt von Stan Van Gundy von den Orlando Magic auf Platz drei.

„Mike ist eine der seltenen Personen, die wirklich jede Eigenschaft für diesen Job mitbringt“, adelte Dan Gilbert, Besitzer der Cavaliers, erst kürzlich seinen Angestellten. „Er ist klug, selbstlos und arbeitet hart. Daneben ist er immer daran interessiert, etwas Neues zu lernen.“

„Niemand verdient diese Auszeichnung mehr als Mike. Dass er sie bekommen hat, beweist, dass auch die guten Jungs dieser Welt etwas gewinnen können”, so Gilbert weiter.

Cleveland ist auf dem besten Weg, Brown mit einem weiteren Titeln zu beschenken. Neben den Los Angeles Lakers als Topfavorit auf die NBA-Meisterschaft in die Playoffs gestartet, besiegten die Cavaliers zuletzt Detroit deutlich mit 102:84 und führen dadurch die Erstrunden-Serie mit 1:0 Siegen an.

Vorschau: Dallas Mavericks vs. Houston Rockets

Mittwoch, 15. April 2009

Heute Nacht steht für die Dallas Mavericks das letzte Spiel der laufenden Saison auf dem Plan - und ein äußerst wichtiges dazu.

Mit einem Sieg über die Houston Rockets und einer gleichzeitigen Niederlage der New Orleans Hornets bei den San Antonio Spurs beendet Dallas die Spielzeit als Tabellen-Sechster der Western-Conference. Falls beide Ereignisse nicht gemeinsam eintreten, bleiben die Mavs auf Rang sieben.

Durch einen 125:112-Sieg der Los Angeles Lakers über die Utah Jazz aus der vergangenen Nacht hat Dallas das Minimalziel der regulären Saison erreicht, in der ersten Runde der Playoffs einem Duell mit der Truppe von Phil Jackson aus dem Weg zu gehen. Der Druck, gegen Houston unbedingt gewinnen zu müssen, hat sich somit in Rauch aufgelöst und das Team kann heute befreit aufspielen.

Noch ist völlig offen, gegen wen die Mannschaft von Headcoach Rick Carlisle in Runde eins der Playoffs antreten muss. Bis Morgen früh entscheidet sich, ob es gegen die Rockets, Denver Nuggets, Portland Trail Blazers oder San Antonio Spurs gehen wird.

Die Chancen auf einen Sieg im Texas-Derby stehen derweil gut. Und das hat drei Gründe. Erstens stellt Dallas eines der heimstärksten Teams der Liga. Seit dem verpatzten Saisonauftakt mit vier Niederlagen in Serie gewannen die Mavericks 31 von 36 Partien im heimischen American Airlines Center - lediglich die Lakers und die Cleveland Cavaliers weisen in diesem Zeitraum eine bessere Heimbilanz auf.

Josh HowardZweitens wird aller Voraussicht nach Josh Howard (Foto) in die Mannschaft zurückkehren. Der verletzungsgeplagte Forward (Sprunggelenk) wurde beim 96:94-Sieg über die Minnesota Timberwolves im Hinblick auf die anstehenden Playoffs geschont. Mit Howard im Kader präsentierten sich die Mavs zuletzt in allen Bereichen stark verbessert. Der 28-Jährige verleiht der Defensive Stabilität und entlastet vor allem zu Spielbeginn Dirk Nowitzki und Jason Terry im Angriff.

Drittens zeigten die Dallas-Reservisten zuletzt starke Leistungen. 42,6 Punkte pro Partie erzielten die Einwechsel-Spieler während der letzten fünf Begegnungen, mit einer Trefferquote von über 50 Prozent aus dem Feld.

Auf der anderen Seite werden die Rockets hoch motiviert ins Saisonfinale gehen. Das Team von Headcoach Rick Adelman hat die Chance, mit einem Erfolg das erste Mal seit 1994 die Southwest-Division zu gewinnen. Zuletzt zeigte sich Houston äußerst formstark und konnte fünf Siege in Serie bejubeln. Die Bilanz zwischen Rockets und Mavericks geht in der laufenden Saison bisher mit 2:1 Erfolgen an das Team um Yao Ming & Co.

Dallas wird vor eigenem Publikum alles dran setzen, die Serie auszugleichen um mit einem Sieg und gestärktem Selbstvertrauen in die Playoffs zu starten.

Wachablösung in der Southwest-Division

Montag, 23. März 2009

Im Texas-Duell konnte sich Houston vergangene Nacht bei den Spurs in San Antonio hauchdünn mit 87:85 durchsetzen. Durch den Sieg ziehen die Rockets mit einer Bilanz von 47 Siegen bei 25 Niederlagen vorerst am Champion von 2007 (45:24) vorbei auf den ersten Rang der Southwest-Division.

Diese Entwicklung hatte sich bereits angebahnt. Bei Houston zeigt die Formkurve steil nach oben, 16 der vergangenen 20 Partien konnte die Mannschaft von Headcoach Rick Adelman zuletzt gewinnen. Den Spurs hingegen fehlt der verletzte Manu Ginobili (Sprunggelenk) an allen Ecken und Enden. Bei sieben der letzten 13 Begegnungen musste San Antonio den Platz als Verlieren verlassen.

Im gestrigen Schlagabtausch machte derweil ein anderer Argentinier den Unterschied: Luis Scola. 19 Punkte und 17 Rebounds konnte der Power-Forward für sich verbuchen, darunter die letzten fünf Punkte der Rockets. Zweimal brachte Scola seine Mannschaft nach einem Rückstand per Korbleger wieder in Front, beide Male von Yao Ming (13 Punkte, acht Rebounds) vorbereitet.

Normalerweise sieht das Setplay der Rockets Scola auf dem High- und Yao auf dem Lowpost vor. In der letzten Minute der Partie tauschten beide ihre Positionen, was die Spurs so verwirrte, dass Scola zweimal zu einem freien Korbleger kam.

Auf die Frage, wie oft Houston in der laufenden Saison diesen Spielzug bereits angewandt hatte, antwortete Adelman nach der Partie knapp: „zweimal.“

Brisant: San Antonio hatte über Jahre hinweg die Rechte an Scola, konnte sich aber nie zu einer Verpflichtung des 28-Jährigen durchringen und gab ihn im Sommer 2007 per Trade an die Rockets ab. Scola, der seit dem All-Star-Weekend bereits 11 Double-Doubles erzielte, schien aus dieser Konstellation seine ganz eigene Motivation zu beziehen.

„Wir haben uns in der entscheidenden Phase der Partie drei dicke Patzer in der Verteidigung erlaubt“, gab sich auf der Gegenseite Spurs-Coach Gregg Popovich enttäuscht.

San Antonio hatte einmal mehr in Tim Duncan (23 Punkte) und Tony Parker (22 Zähler, 12 Assists) seine stärksten Akteure, doch beide vergaben zusammen 29 von 46 Würfen aus dem Feld. Bei den Rockets konnte neben Scola Ron Artest mit 24 Punkten überzeugen.

Doch wie so oft in der laufenden Saison überdrehte Artest und versuchte in der Offensive zuviel alleine. „Unsere Spieler müssen verstehen, dass sie nicht die ganze Scoring-Last auf ihre Schultern nehmen können“, so Adelman anschließend. „Ron spielt wirklich aggressiv und wir müssen schauen, dass wir ihm vermehrt freie Würfe verschaffen und er sie sich nicht alleine kreieren muss.“

Gegen San Antonio hatte das allerdings keine Auswirkung auf den Ausgang der Partie. Denn da gab es ja noch die neu geschaffene Yao-Scola-Combo.

Zusammenfassung der Partie: