Es ist das alte Spiel, das die Dallas Mavericks in der laufenden Saison mit ihren Fans treiben.
Nach zuletzt zwei Siegen und der damit verbundenen Hoffnung, die Saison wenigstens einigermaßen ordentlich über die Bühne zu bringen, kassierten die Mavs vergangene Nacht eine peinliche 102:107-Pleite gegen die Memphis Grizzlies.
Doppelt bitter: Da gleichzeitig die Rivalen der Texaner, Utah gegen die Timberwolves (102:103), Houston in Los Angeles (81:93) und New Orleans gegen Golden State (103:111) patzten, wurde leichfertig die Chance auf eine bessere Platzierung in der Western-Conference vergeben.
Und jetzt könnte sogar das Erreichen der Playoffs noch einmal ernsthaft in Gefahr geraten. Phoenix, das seine Partie gegen die Sacramento Kings mit 139:111 gewinnen konnte, verkürzte den Abstand von Rang neun zu den achtplatzierten Mavericks auf drei Partien. Am Sonntag kommt es zum direkten Duell der Kontrahenten im American Airlines Center - eine Begegnung mit Endspielcharakter.
Gegen Memphis zeigte Dallas wie schon so oft in dieser Saison, dass es dem Team schwer fällt, einen vermeintlich unterlegenen Gegner ernst zu nehmen. „Da kannst du sagen was du willst“, so ein frustrierter Antoine Wright (fünf Punkte) nach der Partie. „Im Vorfeld haben wir viel von einer besseren Platzierung in der Tabelle gesprochen. Wenn Du dann gegen die Grizzlies so auftrittst, waren das nichts mehr als leere Worte.“
Auch das verletzungsbedingte Fehlen von Josh Howard (Sprunggelenk), der zuletzt stark aufspielte, darf nicht als Entschuldigung für die Niederlage herhalten. Memphis erzielte in der ersten Halbzeit 61 Punkte, beendete die Partie mit einer Trefferquote von 53,8 Prozent und stellte fünf Spieler, die zweistellig punkteten. „Unentschuldbar“, so Wright. „Dafür haben wir alle die Verantwortung zu übernehmen.“
Auch Dirk Nowitzki konnte mit 35 Punkten und neun Rebounds die Schwächen in der Defensive nicht ausgleichen. Neben dem All-Star punkteten auf Seiten der Mavericks Erick Dampier (zehn), J.J. Barea (zehn), Brandon Bass (zehn) und Jason Terry (16) zweistellig. Jason Kidd beendete die Partie mit neun Punkten und zehn Assists. Bei den Grizzlies agierten Rudy Gay mit 27 Zählern neben zehn Rebounds sowie Mike Conley mit 25 Punkten am stärksten.
Hauptgrund für die wackelige Defensive und die damit verbundene Niederlage der Mavs war einmal mehr das schwache Reboundverhalten. Mit 45:32 dominierte Memphis diese Statistik. Drei Minuten vor Ende der Partie, bei einem ausgeglichenen Spielstand, war für Dallas noch alles drin. Doch abermals verfiel die Mannschaft in ein altes Verhaltensmuster, mit dem kein Spiel zu gewinnen ist. Sechs der letzten acht Dallas-Würfe waren Dreier - nur einer davon fand sein Ziel.
Im Gegenzug zeigten die jungen Grizzlies den erfahrenen Mavericks, wie ein Spiel in der Schlussphase entschieden wird. Mit aggressivem Zug zum Korb und den damit verbundenen Freiwürfen.
„Wir hatten hier die Möglichkeit auf einen Sieg“, gab sich Dampier anschließend frustriert. „Doch wir haben sie leichtfertig vergeben. Man darf in dieser Liga kein Team unterschätzen.“
„Eine ganz schmerzvolle Niederlage“, assistierte Nowitzki. „Mit oder ohne Josh, wir müssen einen Weg finden, solche Spiele zu gewinnen.“
Da Howards Einsatz gegen Phoenix noch fraglich ist, und er nach eigenen Aussagen auch für die Playoffs nicht zu hundert Prozent fit sein wird, wäre am Sonntag ein guter Zeitpunkt, direkt damit anzufangen.
Zusammenfassung der Partie:



